Schnuppertag bei den Segelfliegern mit guter Beteiligung

„Wie Achterbahnfahren“

Schnuppertag: Fluglehrerin Hedwig Schrader erklärt Lennart Heims die Instrumente. Foto: Vollmer

WESSELN  Die dunklen Wolken über dem Steinberg bei Wesseln verheißen nichts Gutes. Schlechtes Wetter, das hat den Segelfliegern gerade noch gefehlt. „Bei Regen würde unser Schnuppertag schlichtweg ins Wasser fallen. Ein Flug wäre dann nicht möglich“, erklärt Martin Scharnowski von der Segelfliegergruppe Salzdetfurth. Zur Freude der Initiatoren bleibt es zunächst trocken. Der Regen kam erst am frühen Nachmittag, bis dahin hatten alle zehn Teilnehmer schon einmal die Umgebung aus der Vogelperspektive bestaunen können.

Für den Verein, der 50 aktive Mitglieder zählt, ist solch ein Schnuppertag immer eine gute Gelegenheit, neue Mitstreiter zu gewinnen. Da sind sie auch in diesem Jahr auf einem guten Weg. Lennart Heims aus Drispenstedt könnte sich gut vorstellen, demnächst eine Pilotenausbildung auf dem Steinberg zu beginnen. Den 13-Jährigen hat längst das Fieber von dem geräuschlosen Dahinsegeln gepackt. Vor kurzem war er schon einmal bei der Segelfliegergruppe Salzdetfurth, die in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag feiert, zu Gast. „Das macht riesigen Spaß. Ich möchte nach Möglichkeit schon einen Segelflugschein machen“, erklärt der junge Mann. Mit den Starts, die ja schon einmal ein intensives Bauchgefühl hervorrufen können, hat Lennart keine Probleme. „Das ist wie Achterbahnfahren“, meint der Segelflieger in spe. Auch sein Kumpel Ulli Schlegel hat bereits den Virus im Blut. Der Hildesheimer findet es toll, dass bereits mit 14 Jahren der Pilotenschein gemacht werden kann.

Wer eine Sondergenehmigung hat, kann bereits ein Jahr früher durchstarten. Im Durchschnitt dauert die Ausbildung zwei Jahre. Sie ist in drei Abschnitte unterteilt. Nach den ersten zwei oder drei Monaten findet in der Regel bereits der erste Alleinflug statt. „Das Segelfliegen ist schon ein besonderes Erlebnis“, betont Ulli. Die ersten Tipps gab es für die zehn Schnupperschüler von den beiden Fluglehrern Hedwig Schrader und Arne Brüsch. Sie erklärten ihnen zum Beispiel die verschiedenen Instrumente, die Pedale oder das Funkgerät. Empfangen wurden die Gäste, die in Hildesheim, Algermissen, Bad Salzdetfurth oder Holle wohnen, vom Vorsitzenden Udo Deichmann und dem technischen Leiter Jens Tamoszus. Im Hangar erfuhren sie allgemeine Dinge zur Fliegerei. Warum fliegt überhaupt ein Segelflugzeug? Wie schafft der Flieger es nur mit Naturkräften, über Stunden in der Luft zu bleiben. Anschließend stand ein Rundgang über den Flugplatz auf dem Programm. Ein Abstecher in die Werkstatt gehörte auch mit dazu. Am Startort angekommen, konnten die Teilnehmer beobachten, wie ein auf einem Anhänger verladenes Segelflugzeug montiert wird. „Wir haben uns wegen des unbeständigen Wetters zunächst auf das Fliegen konzentriert. Jeder sollte zumindest ein Mal starten“, berichtet Martin Scharnowski. In den vergangenen Wochen hat es bereits tolle Tage mit idealem Flugwetter gegeben. Das größte geflogene Dreieck ging via Schwerin über eine Distanz von 530 Kilometern. Ebenfalls herrscht noch große Freude über ein neues Segelflugzeug, das ihnen von einem Schweizer Verein gegen einen symbolischen Betrag von einem Franken überlassen wurde. Einzige Bedingung: Davon soll nicht zuletzt der Nachwuchs profitieren. Derzeit müssen noch verschiedene schriftliche Dinge für den Betrieb erledigt werden. mi

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