Großübung am Relexa Hotel / „Verletzte“ per Drehleiter gerettet

Wehren proben den Ernstfall

Vor dem Relexa Hotel ist die Drehleiter aus Bad Salzdetfurth in Position gegangen. Im Korb werden eine Reihe Hotelgäste aus dem Gefahrenbereich gebracht. Foto: Vollmer

DETFURTH  Dichter Rauch wabert aus einem Fenster. Zwei Hotelgäste sind auf einen Balkon geflüchtet und rufen laut um Hilfe. Sekunden später schlägt die Brandmeldeanlage des Relexa Hotels Bad Salzdetfurth Alarm. Rote Lämpchen blinken, ein Signal ertönt. Montagabend, 17.30 Uhr: Bei der Freiwilligen Feuerwehr Wesseln-Detfurth läuft zunächst der Alarm auf. Kurz darauf machen sich in Bad Salzdetfurth die Drehleiter und ein Tanklöschfahrzeug auf dem Weg zum wenige Kilometer entfernt liegenden Hotel, das in Spitzenzeiten bis zu 300 Gästen eine Übernachtungsmöglichkeit bietet.

Zu dem Zeitpunkt wissen die Retter noch nicht, dass es sich um eine groß angelegte Alarmübung handelt. Nur die Hotelgäste sind darüber informiert. „Um eine Panik zu vermeiden, haben wir die rund 100 Gäste vorsorglich informiert“, berichtet Hoteldirektor Jörg Redecker. Im Vorfeld der Feuerwehr-Übung habe es im Haus bereits eine interne Brandschutzübung mit den Mitarbeitern gegeben, erläutert der Hotelchef. Da seien verschiedene Abläufe, wie die Einrichtung von Sammelplätzen, geprobt worden. Im Notfall können Sekunden über Menschenleben entscheiden, das weiß Hoteldirektor Redecker nur allzu gut. Als er noch in München tätig war, brannte es tatsächlich. „In einem Zimmer war ein Feuer ausgebrochen“, blickt er zurück. Zum Glück sei es damals nur zu einem Sachschaden gekommen. Die Hotelgäste kamen mit einem Schrecken davon. Daher begrüßt es Jörg Redecker ausdrücklich, dass die Feuerwehr im Relexa Hotel den Ernstfall simuliert. „Nicht zuletzt wollen wir ja auch sehen, ob die Technik mitspielt“, erklärt Redecker. Bei einem Ernsteinsatz würden entsprechende Signale und Durchsagen zum sofortigen Verlassen des Hauses auffordern. Die einzelnen Schritte seien natürlich abhängig von der Situation vor Ort.

„Für die Freiwilligen Feuerwehren ist es die erste Übung in dieser Form hier am Hotel“, erklärt Bad Salzdetfurths Stadtbrandmeister Matthias Bellgardt, der den Ablauf zunächst aus der Ferne betrachtet. Die ersten Fahrzeuge biegen um 17.39 Uhr auf das Hotelgelände ein. „Das ist eine gute Zeit“, stellt Matthias Bellgardt fest. Nach zwei weiteren Minuten beginnt die Menschenrettung. Zur Unterstützung werden die Freiwilligen Feuerwehren Klein Düngen und Hockeln, die ebenfalls zum dritten Zug gehören, alarmiert. Schließlich sind 53 Feuerwehrleute vor Ort, die sich zunächst auf die Rettung der Gäste konzentrieren. „Zwei Personen befinden sich noch auf dem Balkon, jeweils zwei weitere im Treppenhaus sowie auf dem Dach“, berichtet der Ortsbrandmeister der Feuerwehr Wesseln-Detfurth, Wolfgang Lemke.

Mittlerweile ist die Drehleiter in Position gegangen und rettet im Korb die ersten Hotelgäste aus den oberen Etagen. Ein Angriffstrupp findet später auch die beiden noch vermissten Personen auf den Treppen. Mit einer Trage werden sie zur weiteren Versorgung aus dem Gebäude gebracht. Nach der Menschenrettung geht es um das Löschen des Feuers. Eilig ausgrollte Schläuche werden mit einem Hydranten verbunden. Als weitere Option bietet sich noch die Möglichkeit, Wasser aus der Lamme zu pumpen.

Am Ende der Übung bedankt sich Stadtbrandmeister Bellgardt bei dem Hotelbetreiber für die enge Zusammenarbeit und nicht zuletzt auch bei den Verletztendarstellern, die auch erst wenige Minuten vor der Alarmierung erfahren haben, wohin die Reise geht. „Als Fazit können wir feststellen, dass in allen Einsatzabschnitten gute Arbeit geleistet wurde und nur wenige Fehler aufgetreten sind“, erklärte Bellgardt. mi

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