Sonnabend: Über 160 Feuerwehrleute rücken zu 40 Einsätzen aus

Unwetter fegt über Stadtgebiet von Bad Salzdetfurth hinweg

Die Hagelkörner sind teilweise größer als Murmeln. Foto: Vollmer

BAD SALZDETFURTH  Es dauerte gerade mal fünf Minuten, da waren am Sonnabend die ersten Keller mit Wasser vollgelaufen. Die Unwetterfront über dem nördlichen Teil der Stadt Bad Salzdetfurth brachte neben viel Wasser aber auch noch große Menge an Hagel mit sich. Erbsengroße Kugeln bedeckten Blumenbeete, Rabatten und Wiesen mit einer dicken Schicht. Beim Blick in den Garten dachten viele Menschen daher wohl eher an eine winterliche Landschaft als an ein Picknick bei frühsommerlichen Temperaturen.

Als am Sonnabend kurz vor 18 Uhr das Unwetter über dem Stadtgebiet von Bad Salzdetfurth aufzog, waren die letzten Gruppen bei einem Orientierungsmarsch der Jugendfeuerwehren in Heinde gerade an den Ausgangspunkt zurückgekehrt. „Zum Glück hatten alle ein Dach über dem Kopf“, berichtete Bad Salzdetfurths Stadtbrandmeister Matthias Bellgardt. Dann brach der Regen und Hagel auch schon los. Binnen weniger Minuten waren auch etliche Straßen überflutet. Viele Kanäle konnten die großen Mengen an Wasser nicht mehr aufnehmen. Auch die Gräben in der Feldmark konnten die Fluten nicht mehr aufnehmen. Fast im Minutentakt heulten in den Ortschaften die Sirenen. So standen schnell 40 Einsatzstellen auf der langen Liste der Einsatzleitung im Feuerwehrhaus Heinde. „Es handelte sich überwiegend um vollgelaufene Keller sowie überflutete Straßen“, erklärte der Stadtbrandmeister, bei dem alle Fäden zusammenliefen.

Es wurden zwei Einsatzabschnitte gebildet. Die Wesselner und Bad Salzdetfurther Retter kümmerten sich um Keller und Straßen im südlichen Teil des Stadtgebietes. Hockeln, Listringen, Lechstedt, Klein Düngen und Heinde waren im nördlichen Teil unterwegs. Nur die Breinumer und Östrumer Feuerwehrleute mussten nicht alarmiert werden. „Die Wetterfront hat uns regelrecht überrascht“, erklärte der Pressesprecher der Feuerwehr Bad Salzdetfurth, Uwe Pepper.

Doch so schnell wie das Unwetter über dem Stadtgebiet fegte, war sie dann auch wieder verschwunden. Zurück blieb eine dicke Schlammschicht auf den Straßen, die sich teilweise auch auf die Grundstücke schob. Anwohnern blieb keine andere Wahl als mit Schaufeln und anderem Gerät die Spuren des Unwetters zu beseitigen. Die Feuerwehrleute säuberten mit einem C-Schlauch die Straßen und Plätze. Dazu mussten auch diverse Gullybehälter von dem Dreck befreit werden. Erst gegen 22.45 Uhr konnten die insgesamt 163 Retter in ihre Standorte zurückkehren. Die Feuerwehr hätte aufgrund der Lage gerne zusätzliches technisches Gerät bei der Stadtverwaltung angefordert. „Leider waren die uns bekannten Notrufnummern der Verwaltung nicht besetzt. Auch beim Bauhof hat sich niemand gemeldet. Das hat unsere Arbeit nicht einfacher gemacht“, erklärte der Pressesprecher. Da die Feuerwehr das technische Gerät, wie zum Beispiel eine Vorbaukehrmaschine oder Radlager aus dem Bauhof nicht einsetzen konnten, war es den Rettern mit ihren eigenen Bordmitteln nur möglich, punktuell Gefahrenstellen bei der Straßenreinigung zu berücksichtigen. Durch die schnelle und unbürokratische Hilfe von Kali und Salz in Bad Salzdetfurth, die ihren Unimog mit Schneeschild zur Verfügung stellte, konnte die Feuerwehr die Salinenstraße so reinigen, dass Krankenwagen die Möglichkeit gehabt hätten, ungehindert bis zum Altenheim zu gelangen. mi

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