Team des Bergbaumuseums präsentiert neue Exponate

Umbau abgeschlossen

Horst Beyer, Jakob Schreiber und Peter Stehr haben im Museum unter anderem kräftig mit Hand angelegt. So sind zum Beispiel das Rats-Zinn sowie Werke der Künstlerin Gerda Becker-With neu in einem Raum arrangiert worden. Museumsleiter Johann Ludyga (links) freut sich über das Engagement der ehrenamtlichen Helfer. Foto: Vollmer

BAD SALZDETFURTH Es vergeht kaum ein Tag, an dem die ehrenamtlichen Helfer des Stadthistorischen Sole-, Salz und Kali-Bergbau-Museums Bad Salzdetfurth nicht mit den verschiedensten Arbeiten beschäftigt sind. „Eigentlich gibt es hier immer etwas zu tun“, berichtet Museumsleiter Johann Ludyga. Er ist froh darüber, eine so tatkräftige Mannschaft hinter sich zu haben. So kümmern sich Jakob Schreiber sowie Peter Stehr um die handwerklichen Dinge im Haus.

Viel Mühe bereitete ihnen zuletzt die Sanierung der alten Leuchtschrift vom Hotel Kaiserhof. Der markante Schriftzug konnte kurz vor dem Abriss des traditionsreichen Hauses noch in Sicherheit gebracht werden. Die Blechkonstruktion befand sich allerdings in einem sehr schlechten Zustand. Die lange Zeit hatte ihre Spuren hinterlassen. Vor allem galt es, den Rost von der Außenseite zu entfernen. „Allein 20 Stunden waren für das Aufpolieren nötig“, berichtet Hausmeister Schreiber. Den besten Tipp bekam er von seiner Ehefrau. Mit ein wenig Speiseöl konnte der Leuchtreklame zu neuem Glanz verholfen werden. Anschließend begannen die Überlegungen, an welcher Stelle denn das Schild angebracht werden könnte. „Es blieb eigentlich nur der Eingangsbereich“, berichtet Jakob Schreiber. Dort erinnert es nun an das traditionsreiche Lokal. Auch die alte Registrierkasse des Hotels aus den 1950er Jahren steht nun im Museum. „Wir möchten damit auch die Stadtgeschichte pflegen. Schließlich war das Hotel Kaiserhof eng mit vielen Menschen verbunden“, betonen die Museumsmitarbeiter.

In einem anderen Raum können die Besucher seit kurzer Zeit Rats-Zinn aus Bad Salzdetfurth bewundern. Die Teller und Gefäße der honorigen Ratsmitglieder, die allesamt mit einer persönlichen Gravur versehen sind, stammen aus den Jahren 1753 bis 1827. „Es gab zuvor nur einige wenige Stücke, die in den Vitrinen standen“, erläutert Johann Ludyga. Das Geschirr hatte zuvor in diversen Kartons im Rathaus geschlummert.

Im Zuge der Umgestaltung wurden die Exponate auch lichttechnisch neu in Szene gesetzt. Außerdem sind in dem Raum eine Reihe Bilder der Künstlerin Gerda Becker-With zu sehen. Sie erhielt 1935 von dem damaligen Bergwerksdirektor Hellmut Ziegler eine Einladung, Zeichnungen von der Arbeit unter Tage anzufertigen. Die Motive sollten in der Unfallverhütungsbroschüre „Kleine Geschichten aus dem Kali- und Salzbergbau“ erscheinen. Nun sind alle 59 Werke im Museum zu sehen. Während im Untergeschoss überwiegend persönliche Motive präsentiert werden, zeigen die Werke in der oberen Etage Szenen aus der Arbeitswelt der Bergleute. Die Familie der Künstlerin hatte die Zeichnungen dem Museum geschenkt. Gerda Becker-With war die erste und wohl einzige Frau, die in der Geschichte des Bad Salzdetfurther Kali-Bergbaus in die Grube eingefahren ist.

Die Idee zu der Neugestaltung hatte Ernst Mundel. Unterstützt wurde er von Oskar Renner, Peter Stehr und Jakob Schreiber. In einem weiteren Raum haben Ortschaften die Möglichkeit, ihre Heimatgeschichte Interessierten näherzubringen. Die Exponate aus Wesseln werden nun durch Bilder eines Malers aus der polnischen Partnerstadt Bochnia ergänzt. Ebenso kommen dort drei Gemälde, die aus dem Rathaus stammen, zu neuem Glanz. Lange Zeit haben im Fundus auch gusseiserne Platten gelagert, die die Entwicklung des Harzer Bergbaus darstellen. Die Motive stammen vom Lehrer und Wissenschaftler Georgius Agricola. Jakob Schreiber hat sie nun im Flur auf einer Holzplatte in mühevoller Arbeit aneinandergereiht und mit Erklärungen versehen.

Auch das Friedensfest ist ein Thema. Eine Dauerausstellung zeigt den kompletten Text, den eigentlich Pastor Kästner als Predigt vortragen wollte. „Doch aufgrund einer verheerenden Wasserflut, die sich am 29. Juni 1814 in Bad Salzdetfurth ereignete, hat der Geistliche davon abgesehen“, weiß Mitarbeiter Horst Beyer.

Froh ist der Museumsarbeitskreis darüber, persönliche Gegenstände des vor drei Jahre verstorbenen Bergwerksdirektors Horst Hotze von seinen Angehörigen erhalten zu haben. Dazu zählen insbesondere eine Grubenwehrmaske oder diverse Handlampen. Während eine Reihe Mitarbeiter in den verschiedenen Bereichen neue Akzente gesetzt haben, kümmerten sich Erhard Pinkepank und Herbert Melechen um die Sauberkeit rund um das Museum. Ebenso haben sie ein waches Auge auf das nahe liegende Ehrenmal. Willi Bode und Wolfgang Dettmer kümmern sich um den An- und Verkauf verschiedener Dinge. Alfred Brückner, Heinz-Jürgen Fuchs und Rudi Lieker sind damit beschäftigt, Salzgläser oder kleine Säckchen mit Salz herzustellen. Aber auch beleuchtete Salzlampen zählen zu den beliebten Souvenirs der Museumsbesucher.

Führungen durch die verschiedenen Abteilungen sind das Spezialgebiet von Melitta Rendel und Renate Meier.

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