Bläserchor vermittelt heimische Kultur beim „Offenen Haus“

Mit Trompeten und Posaunen

Posaunist Stefan Mannchen versucht, einen gemeinsamen Takt mit den Trommeln zu finden.

BAD SALZDETFURTH  Im Gemeindehaus St. Georg riecht es nach afrikanischer Küche: Zumindest am Freitagabend ist das nicht ungewöhnlich, denn beim „Offenen Haus“ begegnen sich die in Bad Salzdetfurth untergebrachten Asylbewerber und neugierige Bürger der Stadt. Statt Stimmengewirr und dem Kurbeln des Tischfußballs ist vergangenen Freitag der Raum gefüllt vom satten Ton von Posaunen und Trompeten.

Der Bläserchor der Kirchengemeinde Innerstetal hat sich im Saal aufgebaut, Deutsche und Afrikaner sind zusammen gekommen, um alte Choräle und modernere Weisen zu hören. „Wir waren einfach neugierig, wem wir hier begegnen würden“, berichtet Markus Behme vom Bläserchor über den Anlass des kleinen Konzertes. Auslöser war eine Anfrage von Pastor Thorsten Buck, der im Auftritt des Bläserchores eine gute Gelegenheit sah, etwas heimische Kultur zu vermitteln. Als die Notenständer aufgebaut sind, zieht es Chorleiter Karl Heinz Klages zur Weltkarte, auf der kleine Haftnotizen zeigen, wo die Asylbewerber ihre Heimat haben. Die kleinen Fähnchen weckten Erinnerungen an seine große Reise durch Afrika, vor vielen Jahren. Umgekehrt könnten die jungen Männer auch von abenteuerlichen, teils dramatischen und traurigen Reiseerlebnissen berichten.

Seit November finden solche Begegnungen nun schon statt – jeden Freitagabend ab 18 Uhr öffnen Ehrenamtliche das Gemeindehaus und laden ein zu Tischfußball, Tee und Kaffee, manchmal zu Bratkartoffeln oder eben Couscous.

Neben einem festen Kern an Mitarbeitern und Asylbewerbern kommen jedes Mal auch neue Gesichter vorbei. Und immer ist viel Neugier zu spüren, auch wenn die Kulturen unterschiedlich sind. So wie an diesem Abend: Ismail, Jean und Adama sitzen während des kleinen Bläserkonzertes vor ihren Trommeln und schlagen zögernd den Takt, der in Afrika doch so anders ist. Umgekehrt wäre es eine Herausforderung für die Bläser, den afrikanischen Rhythmus aufzunehmen. „Da besteht noch eine Menge Potential für gemeinsames Musizieren“, lädt Markus Behme schmunzelnd zum gemeinsamen Musizieren ein: „Das machen wir dann mal Mittwochabend bei uns, wenn wir üben.“

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