Großes Interesse an Infoveranstaltung 

„Wollen vernünftiges, sauberes Wasser“

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Bodenburgs Ortsbürgermeister Heinrich Schrell begrüßt 88 Gäste zur Infoveranstaltung zum Thema Trinkwasser.

Bodenburg – Die Stühle standen im Bodenburger Bullenstall schon für die Teilnehmer der Informationsveranstaltung zum Thema Trinkwasser und Nitrat bereit, doch schon bald erkannte Ortsbürgermeister Heinrich Schrell jun., dass es aufgrund der Corona-Beschränkungen ziemlich eng werden würde.

Entgegen einer früheren Information im Rahmen einer Ortsratssitzung, zu der nur sieben Interessierte erschienen, hatte sich bei der Neuauflage die Zahl mehr als verzehnfacht. So wurden von den Initiatoren des Ortsrates kurzerhand die Stühle hinaus auf den Schlosshof getragen. Dort hörten 88 Anwohner aus Bodenburg und Östrum, was Bad Salzdetfurths Stadtwerke-Geschäftsführer Heiko Räther, Dr. Michael Wildenhayn als Berater Wasserschutz von der Landwirtschaftskammer Nie-dersachsen sowie der Abteilungsleiter Netzbetrieb Gas und Wasser bei der EVI, Nicholas Johnson, zu sagen hatten. Zunächst betonte Schrell, dass die Bürgerinitiative keinesfalls allein mit ihren Bemühungen da stehen würde. „Wir wollen alle ein vernünftiges sauberes Wasser“, stellte Schrell fest. Erst sollten Infos auf den Tisch kommen und eine Basis für einen anschließenden Austausch geschaffen werden. Er bat darum, dass trotz des wichtigen Themas Polemik und Anfeindungen keinen Platz haben dürfen. Daran hielten sich die Besucher auch zum großen Teil, auch wenn die Stimmung immer wieder mal hochkochte. Um was geht es? Die BI fordert gleiches Wasser, wie es in Bad Salzdetfurth und allen anderen Ortsteilen aus den Hähnen fließt. Nur für Bodenburg und Östrum werde das Harzwasser mit dem höher an Nitrat belasteten örtlichen Brunnenwasser gemischt. „Und dafür zahlen wir den gleichen Preis“, stellt BI-Sprecher Horst Baake fest. So pendelt sich der Wert nun schwankend bei knapp unter 30 Milligramm ein. Die Bürger setzten sich für einen Wert von 15 Milligramm ein. Der könne erreicht werden, wenn das Mischungsverhältnis auf 1:4 verändert wird. Die Mehrkosten für die Kunden hielten sich laut seiner Aussage auf einem niedrigen Niveau. Der Hochbehälter in Bodenburg wurde nach einer Zustandsbewertung von Fachleuten als hochgradig sanie-rungsbedürftig eingestuft. „Wir tendieren zum Neubau“, erklärte EVI-Abteilungsleiter Johnson. Entsprechende konzeptionelle Planungen würden derzeit laufen. „Die konkrete Forderung von 15 Milligramm ist so noch nicht bei mir angekommen“, räumte Stadtwerke-Geschäftsführer Räther ein. Ein Bodenburger wollte wissen, ob denn das Mischungsverhältnis sofort geändert werden könnte. „Das ist grundsätzlich möglich. Mit der aktuellen Anlage wollen wir das aber vermeiden. Wir setzen auf das neue System. Am Ende ist es natürlich auch eine wirtschaftliche Entscheidung, wenn weniger Wasser aus dem Brunnen verwendet wird“, stellte Räther fest. Er sieht aber auch nicht die Notwendigkeit, da mit 28 Milligramm der Grenzwert von 50 deutlich unterschritten wird. „Wir arbeiten gerne weiter daran. Es ist aber nicht so einfach, einfach einen Hahn zu schließen und den anderen zu öffnen.“ BI-Mann Baake entgegnete, dass laut Studien ein Wert von 20 Milligramm schon gefährlich für Säugetiere werden kann. Die BI setzt als weitere Option auch noch auf Unterstützung durch das Gesundheitsamt. Außerdem hätten 600 Bürger eine Petition unterschrieben. „Da wussten nach meinen Informationen aber einige gar nicht, um was es geht“, entgegnete Schrell. Der machte aber unmissverständlich klar, dass im Sinne der Einwohner etwas in Sachen Trinkwasser geschehen muss. Außerdem wehrte er die Vorwürfe ab, dass es sich um eine einseitige Veranstaltung handeln würde. „Wir haben zu dem Abend niemanden außer den Fachleuten eingeladen“, betonte er. Und ein anderer Teilnehmer konnte den Wirbel um die Nitratwerte überhaupt nicht verstehen: „Wir sind damit aufgewachsen und es hat uns nicht geschadet.“

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