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Tausende Blumenzwiebeln gepflanzt

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Matthias und Simon Oys werden von Nauras Hassan beim Einpflanzen der Tulpenzwiebeln am Ortseingang von Groß Düngen kräftig unterstützt. Foto: Vollmer
Matthias und Simon Oys werden von Nauras Hassan beim Einpflanzen der Tulpenzwiebeln am Ortseingang von Groß Düngen kräftig unterstützt. Foto: Vollmer

GROSS DÜNGEN J Wenn das Gartenjahr zu Ende geht, werden an den Ortseingängen von Groß Düngen Blumenzwiebeln gepflanzt. Initiator dafür ist Landschaftsplaner Matthias Oys mit seiner Aktion Spendenzwiebel. Einige Gewerbetreibende aus Groß Düngen unterstützen diese Pflanzaktion als Sponsoren seit der Premiere vor fünf Jahren. 2015 waren mehr als 2500 Zwiebeln in die Erde zu bringen.

Sohn Simon Oys ist daher dankbar, wenn er Hilfe beim Pflanzen bekommt. Gabriele Viezenz vom Runden Tisch Asyl Bad Salzdetfurth ist da mit ihrer Anfrage bei der Familie Oys offene Türen gestoßen: Sie begleitet die syrische Flüchtlingsfamilie Hassan, die momentan in Groß Düngen wohnt. Endlich einmal wieder arbeiten zu können, ist für den jungen Vater Nauras (31) wie ein Geschenk. Also pflanzte er fleißig die vielen Zwiebeln mit ein. Die junge Familie, in der ebenfalls Mutter Zeinab (22) sowie ihre drei kleinen Kinder Batal (3), Rohef (2) und Baby Tahir leben, kommt aus einem kleinen Dorf nahe Aleppo und konnte gerade noch rechtzeitig vor dem Terror fliehen. Nach einer Odyssee durch mehrere europäische Länder sind Eltern und Kinder zunächst im Mai 2015 im Aufnahmelager Friedland bei Göttingen angekommen. Später ging die Reise weiter nach Groß Düngen.

Nauras und Zeinab Hassan möchten so schnell wie möglich die deutsche Sprache lernen, damit sie eine berufliche Tätigkeit aufnehmen können. Die Eltern Hassan besuchen Deutschkurse, die der Runde Tisch, eine Initiative der evangelischen Kirchengemeinde in Bad Salzdetfurth mit pensionierten Lehrkräften, anbietet. Dazu kommt die Begleitung beim Einleben in die Gesellschaft. Matthias und Simon Oys verstanden sich gleich sehr gut mit Nauras Hassan. Und es spannt sich quasi ein Bogen bei deren Arbeit zu Syrien: Oys erklärt Nauras Hassan, dass die Urformen der Tulpen aus Persien und zum Teil sogar aus Syrien stammen. „Der Begriff Tulpe geht auf das persische Wort ‚dulband’ zurück und bezeichnete ursprünglich einen Turban vornehmer Osmanen“, so der Blumenzwiebelexperte Oys.

Hassans erleben eine Welle der Hilfsbereitschaft, sowohl beim Umgang mit Behörden und Arztbesuchen, aber auch bei der Beschaffung von Einrichtungsgegenständen. In der Nachbarschaft ist die Familie gut angekommen. Die Flüchtlinge sind bemüht, sich den deutschen Gepflogenheiten anzupassen und mit allen gut auszukommen.

„Wir haben die Arbeiten eine Woche vor den Pariser Attentaten vorgenommen und werden im kommenden Frühling wohl an diese Zeit erinnert. Umso wichtiger ist für mich aber auch die Begegnung mit der Flüchtlingsfamilie Hassan aus Syrien, die sehr weltoffen und dankbar ist, dass sie in unserer Mitte aufgenommen worden ist“, sagt ein bewegter und nachdenklicher Matthias Oys. mi

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