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Der Bergmannsverein Glückauf Bad Salzdetfurth zählt derzeit 317 Mitglieder. Einige dieser Bergleute blicken bereits auf viele Jahrzehnte Mitgliedschaft zurück und werden im Rahmen der Versammlung entsprechend gewürdigt. Fotos: Vollmer
Der Bergmannsverein Glückauf Bad Salzdetfurth zählt derzeit 317 Mitglieder. Einige dieser Bergleute blicken bereits auf viele Jahrzehnte Mitgliedschaft zurück und werden im Rahmen der Versammlung entsprechend gewürdigt. Fotos: Vollmer

Bad Salzdetfurth J Einige haben schon nicht mehr daran geglaubt, dass sich jemand als Vorsitzender des Bergmannsvereins Glückauf Bad Salzdetfurth zur Verfügung stellt. Doch nach einem Jahr intensiver Suche und vielen ergebnislosen Gesprächen gab es nun in der Hauptversammlung den Durchbruch.

Mit Henry Braunschweig, der von 1998 bis 2010 den Verein schon einmal leitete, steht ein erfahrener Mann zunächst bis zur nächsten regulären Wahl an der Spitze von Niedersachsens größtem Bergmannsverein. Es mussten allerdings mehrere Anläufe unternommen werden, um Henry Braunschweig erneut für das Amt zu gewinnen. Allerdings dürfen sich die Bergleute auf den Erfolg nicht ausruhen. Braunschweigs Amtszeit endet im Januar 2017. Eine Wiederwahl schließt er schon jetzt kategorisch aus.

In der Hauptversammlung teilten die Bergleute mit, dass sich der Verein wegen geringerer Einkünfte in diesem Jahr nicht am Altstadtfest beteiligt. Den Hauptgrund sehen die Verantwortlichen an der Zuweisung eines neuen Standortes. Dazu heizte der Verein 2015 keinen Grill an. „Der Getränkeumsatz ist deutlich zurückgegangen. Wir haben sechs Fässer Bier weniger verkauft“, erläuterte Hauptkassierer Jürgen Pfeiffer. Der Ertrag stünde in keinem Verhältnis zu dem doch erheblichen Aufwand. „Es waren 30 Mitglieder fünf Tage mit dem Altstadtfest beschäftigt“, erklärte der Finanzchef. Ob es irgendwann eine erneute Beteiligung seitens der Bergleute gebe, bleibt abzuwarten. Es gab aber auch kritische Worte zu dem Beschluss. „Schließlich handelt es sich um eine Traditionsveranstaltung, bei der wir uns der Öffentlichkeit präsentiert haben“, meinte ein Mitglied.

Museumsschließung

Die Schließung des stadthistorischen Sole-, Salz-, und Kali-Bergbau-Museums ab September 2015 war an dem Nachmittag ebenfalls ein Thema. Museumsleiter Johann Ludyga berichtete von zahlreichen Gesprächen, die in dieser Sache geführt wurden. „Es gibt von Anfang an bis heute keine konkreten Informationen. Wir haben das Gefühl, dass die Sache durch die Vertreter der Stadtverwaltung nicht ernst behandelt wurde“, meinte Johann Ludyga. Fest steht für den Leiter und seine Mitstreiter, dass sie mit allen möglichen Mitteln um das Museum kämpfen werden. „Ich betone, mit allen Mitteln“, sagte Ludyga mit Blick auf Bürgermeister Henning Hesse. Aktuell würden die Museumsleute ihre Vorschläge vom Landkreis prüfen lassen. „Dann werden wir mit dem Bürgermeister, der Stadtverwaltung, den Vertretern der Fraktionen, des Bergmannsvereins und des Museums unsere Vorschläge diskutieren“, so Ludyga. Über das weitere Vorgehen müsse dann die Politik entscheiden. „Ich hoffe, dass unsere 30-jährige ehrenamtliche Arbeit für die Stadt entsprechend gewürdigt wird. Unter dem Strich sind das 86 000 Stunden. Nach unserer Berechnung haben wir in den drei Jahrzehnten etwa 200 000 Euro ins Museum investiert. Wir fragen, ob die Stadt unser langjähriges Engagement zunichtemachen will“, erläuterte der Museumsleiter, der immer noch auf einen tragbaren Kompromiss hofft. „Es steht nicht zur Diskussion, dass das Gebäude verkauft wird“, hatte zuvor Verwaltungschef Henning Hesse erklärt. Allerdings rückte Hesse das enorme Kostenvolumen für den Umbau und den Brandschutz in den Fokus der Versammlungsteilnehmer. „Wir arbeiten an einer tragfähigen Lösung. Niemand beabsichtigt, das Museum zu schließen. Allerdings ist die Finanzierung der Maßnahme sehr schwierig“, machte Henning Hesse deutlich. Auch Ortsbürgermeister Reinhard Stoffregen nahm Stellung: „Ich appelliere an alle, Geduld aufzubringen und für eine gemeinsame Lösung einzustehen. Wir werden bis zum letzten Salzkrumen für das Museum kämpfen.“ Landrat Reiner Wegner hofft darauf, dass das Museum bald wieder Besucher empfangen kann. Er sicherte eine Begleitung des Prozesses durch den Kreis zu.

Der Bergmannsverein zählt derzeit 317 Mitglieder. Damit führt er weiter die Liste in Niedersachsen an. Ein Höhepunkt 2015 war die Barbarafeier mit 130 Teilnehmern. Beim Spielmannszug der Bergleute steht bald wieder der Auftritt beim Rosenmontagsumzug in Köln im Kalender. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 21 Auftritte. mi

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