Verabschiedung von Bad Salzdetfurths Bürgermeister Erich Schaper

„Stadt auf Kurs gehalten“

Wolfgang Moegerle (Mitte) und Klaus Huchthausen (links) überreichen dem scheidenden Bad Salzdetfurther Verwaltungschef die goldene Ehrennadel des Städte- und Gemeindebundes. Foto: Vollmer

BAD SALZDETFURTH Wenn Erich Schaper am Freitag um 12 Uhr die Papiere für seinen Dienstwagen und die Schlüssel für die Rathaustür zurückgibt, geht in Bad Salzdetfurth eine Ära zu Ende. 26 Jahre zeichnete er zunächst als Stadtdirektor, später als Bürgermeister für das Wohl der Stadt verantwortlich. Dass ihm die Kurstadt mit ihren Ortsteilen stets sehr am Herzen lag, daran ließen die Redner bei der Verabschiedung keinen Zweifel.

Als dienstältester Ratsherr hielt Reinhard Nipp die Laudatio auf den gewieften Verwaltungsmann. „Erich Schaper hat die Stadt stets auf Kurs gehalten“, betonte Nipp. Vor seinem Wechsel aus der Gemeinde Holle im November 1988 habe er bereits auf 22 Dienstjahre zurückblicken können.

Doch es gab in seiner Amtszeit auch schwierige Zeiten zu meistern. Das Ende des Kaliabbaus und der Fuba-Konkurs stellten den Verwaltungschef vor scheinbar unlösbare Probleme. Doch mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft HI-Reg gelang es, die Wunden halbwegs zu schließen. „Erich Schaper hat stets weitsichtig gehandelt“, betonte der Ratsherr aus Groß Düngen. Als ein sehr bedeutendes Vorhaben in Schapers Amtszeit bezeichnete er den Bau der Entlastungsstraße im Jahr 1996. Ebenso habe der Bürgermeister die Städtepartnerschaften stets positiv begleitet. Dazu trugen nicht zuletzt auch seine regelmäßigen Besuche in Kelbra, Benicasim, Yate und Bochnia bei. Burkhard Helfenbein überreichte für die Ortsbürgermeister und Ortsvorsteher eine „Bürgermeisterruhestandskette“ mit den Wappen der Stadtteile.

Apropos Abschiedsgeschenke: Erich Schaper bekam unter anderem eine in Kelbra gefertigte Brockenblickbank für seinen Garten oder eine Gartenpforte mit Originalteilen vom alten Zugang zum Hotel Kaiserhof – Einbau eingeschlossen.

Der Kreisvorsitzende des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Wolfgang Moegerle aus Algermissen, bezeichnete den scheidenden Bürgermeister als echten Menschenfreund. Ein Geheimnis seiner erfolgreichen Arbeit liege darin, dass er für Menschen und mit Menschen gearbeitet hat. „Das war ihm ein besonderes Anliegen“, stellte Moegerle heraus. Nicht zu vergessen sei die beispielhafte Arbeit über Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg. „Wir verlieren einen mit ganz viel Erfahrung“, so der Vertreter des Städte- und Gemeindebundes. Als wohl letzte Auszeichnung in seiner Amtszeit überreichte er gemeinsam mit Vorstandskollegen Klaus Huchthausen die goldene Ehrennadel. Erich Schaper arbeitete zwölf Jahre als Vorsitzender im Kreisverband. Dazu kommt seine Tätigkeit als Stellvertreter des Landeschefs. Auch seine Geselligkeit kam zur Sprache. „Er ist eine Granate, allein schon was Trinksprüche betrifft.“

„Hinter uns liegen 25 Jahre enge Zusammenarbeit in der Kommunalpolitik“, brachte Landrat Reiner Wegner zum Ausdruck. Erich Schaper sei als Bürgermeister mutig, erfahren und auch ein wenig schlitzohrig gewesen. „Ohne die Entscheidung, eine Entlastungsstraße zu bauen, gebe es die Bad Salzdetfurther Altstadt nicht mehr“, vermutet Wegner. Schaper habe stets konsensorientiert im Sinne der Menschen gearbeitet.

Eine besondere Überraschung hatten die Mitarbeiter der Stadtverwaltung für den baldigen Ruheständler vorbereitet. Neben einigen selbst verfassten Versen stimmten sie im Chor ein Abschiedslied an. In einem Schlusswort freute sich Erich Schaper über so viele Gäste. Es sei schon ein eigenartiges Gefühl, nach 49 Dienstjahren in den Ruhestand zu gehen. „Ich habe es noch nicht so ganz verinnerlicht, dass am 31. Oktober um 12 Uhr Schluss ist“, meinte der Lechstedter. Er habe in seinem Berufsleben großes Glück gehabt. „Ich durfte eine Tätigkeit ausüben, der mir Spaß bereitet und mich zufrieden gestellt hat“, so der Fachmann. „Was kann es Schöneres geben als Bürgermeister in Bad Salzdetfurth zu sein? Ich habe es bis zum letzten Tag gern gemacht“, fragte er die 70 Gäste. In den vergangenen 25 Jahren sei in vielen Bereichen sehr viel für die Stadt erreicht worden. „Trotz einiger Rückschläge ist es gelungen, Bad Salzdetfurth nach vorn zu bringen. Ein Teil des gemeinsamen Erfolges lag darin, nie unter die Gürtellinie zu schießen“, fügte Schaper hinzu. Ein Dank galt den Kollegen in der Verwaltung für die stets loyale Zusammenarbeit. „Das ist eine tolle Mannschaft im Rathaus, die etwas kann. Die Aufgaben werden in Zukunft sicher nicht leichter“, glaubt Schaper. Über Parteigrenzen hinweg hätten sich zahlreiche Freundschaften entwickelt, die auch über die Amtszeit hinaus gepflegt werden.

In seinem Schlusswort vergaß Schaper auch die vielen Ehrenamtlichen nicht, ganz gleich ob sie in Sozialverbänden, in Vereinen oder der Feuerwehr tätig sind. „Sie leisten eine hervorragende Arbeit.“ An vorderster Stelle in seinem Leben stünde aber die Familie, allen voran Ehefrau Ulrike. Sie habe ihm stets den Rücken freigehalten.

Wenn Erich Schaper am Freitag die Rathaustüren hinter sich schließt, werden sich auf jeden Fall auch seine vier Kinder und mittlerweile auch ein Enkelsohn ganz besonders darauf freuen, mehr Zeit mit Vater oder Großvater verbringen zu dürfen. Der Sozialdemokrat Henning Hesse übernimmt dann am 1. November das Ruder im Bad Salzdetfurther Rathaus.

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