Auf der Walz: Kurbetrieb-Geschäftsführer Martin Kaune ermöglicht einen Wellnesstag

Sieben Wandergesellen genießen das Solebad

Sieben Wandergesellen werden von Martin Kaune (rechts) in das Solebad eingeladen. Für Wibke (3.v.r) endete die Wanderschaft am Wochenende in Hildesheim. Foto: Martensen

BAD SALZDETFURTH  Da staunte Martin Kaune, Geschäftsführer der Bad Salzdetfurther Kurbetriebsgesellschaft, nicht schlecht, als am Freitagvormittag sieben Wandergesellen in ihrer Kluft bei ihm auftauchten und fragten, ob es eine Möglichkeit gäbe, das Solebad zu benutzen.

Martin Kaune war sofort begeistert von dem „Überfall“ und organisierte für die Truppe einen Wellnesstag im Solebad und den Fünf-Sterne-Saunen. Anschließend lud er zu Kaffee und Kuchen ein, was von allen dankend angenommen wurde, sollte es danach doch wieder auf die Walz gehen mit Ottbergen als nächstem Ziel. Am Wochenende wurde das Ortsschild von Hildesheim passiert, und für die 30-jährige Wibke endete die Wanderschaft nach drei Jahren und vier Monaten mit einem großen Fest. So lange durfte sie ihren Heimatort nicht betreten, es gilt ein Bannkreis von 50 Kilometern. Einige Tage zuvor hatten sich die sieben in Holzminden getroffen. Sie kamen vom Bodensee, aus dem Schwarzwald, aus dem Siegerland und aus Neumünster. Einige von ihnen sind Zimmerleute, andere Schreiner und auch eine Goldschmiedin ist dabei. Auf die Wanderschaft darf heute nur gehen, wer die Gesellenprüfung bestanden hat, ledig, kinderlos und schuldenfrei ist. Arbeitsstellen werden untereinander weiter gemeldet, die Benutzung eines Mobiltelefons ist allerdings tabu. Stattdessen laufen die Informationen über Mundpropaganda. Von Holzminden aus machten sich die sieben auf den Weg nach Bad Salzdetfurth und fragten in der St. Georg-Gemeinde nach einem Quartier. Pastor Serke stellte ihnen das Gemeindehaus für eine Nacht zur Verfügung. Und die Stunden im Solebad waren eine herrliche Abwechslung. Nach dem gemeinsamen Wochenende trennte sich die Gruppe, und jeder sucht sich neue Ziele. Irgendwann werden alle wieder in ihrem Heimatort landen und sesshaft werden, sicher nicht ganz einfach für einige. Nicht umsonst wird der unter Wandergesellen bekannte Satz zitiert: „Losgehen ist oft einfacher als ankommen.“ rm

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