Anlässlich des Bad Salzdetfurther Figurenherbstes gastieren im November Theater aus ganz Deutschland in der Kurstadt

Raus aus dem Mauseloch und rauf auf die Bühne

Die Vielseitigkeit des Figurentheaters begeistert das Publikum seit vielen Jahren. Foto: Rischmüller

BAD SALZDETFURTH J Populär geworden sind Figuren und Puppen vor etwa 45 Jahren durch Sendungen wie beispielsweise die Augsburger Puppenkiste. Archäologische Funde jedoch lassen vermuten, dass schon vor unserer Zeitrechnung bewegte Figuren zu religiösen und zeremoniellen Feiern genutzt wurden. Im Verlauf der Jahrhunderte veränderte sich auch die Bedeutung des Theaters. In der Renaissance stand die Unterhaltung im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses. In der Zeit der Aufklärung lehnten gerade die Intellektuellen das Puppenspiel ab, im 19. Jahrhundert entwickelt sich die Tendenz, dieses nur für Kinder zu nutzen.

Erst nach der Revolution erkannte man in Russland, dass man diese Form des Theaters zur Bildungsvermittlung und zur Vermittlung politischer Inhalte und Weltanschauungen nutzen konnte. Nach dem zweiten Weltkrieg begann dann die „experimentelle“ Phase, was zu großer Vielfalt auf den Bühnen führte.

Auch der Bad Salzdetfurther Figurenherbst, bei dem Kinder den gesamten November über Spaß, Kultur und Bühnenatmosphäre genießen können, zeichnet diese Vielschichtigkeit aus. Eigens entwickelte Stücke oder das Nutzen verschiedener Kinderklassiker als Grundlage begeistern jedes Jahr kleine Zuschauer. Nur kleine Zuschauer? „Nein, eben nicht nur kleine Besucher“, betont Organisator Rolf Jakobs, Jugend- und Kulturbeauftragter der Stadt Bad Salzdetfurth. Gerade auch die Geschichte bestätigt seine Meinung, denn die Inhalte und angesprochenen Gefühle betreffen alle. Zudem nehmen Erwachsene die Details und Inhalte anders wahr als die Jüngsten. Das Theater bietet also aus seiner Sicht für jedes Alter seine ganz speziellen Reize. „Zuschauen lohnt sich“, ist er überzeugt vom besonderen Angebot der Stadt.

Theater von der Ostsee bis zum Bodensee präsentieren dieses Jahr ihr Repertoire, darunter viele Schauspieler, die ihre Premiere in der Kurstadt erleben. Damit auch sozial benachteiligte Kinder und Kinder aus Flüchtlingsfamilien in den Genuss der Vorstellungen kommen können, weist Jakobs darauf hin, dass sich entsprechende Initiativen gerne an ihn wenden können. Es sei ihm aber wichtig, dass Kindern mit Sprachbarrieren das jeweilige Stück zuvor erklärt wird, damit sie verstehen, um was es in der Aufführung geht.

Donnerstag, 5. November: MAPILI Theater und „Großer Kleiner Riese“, bei dem der Frage nachgegangen wird, ob ein Riese alles kann, was er will. Kann er der Sonne befehlen zu scheinen, um eine wunderschöne Blume wie die, die er beim Mapli entdeckt hat, zum Blühen zu bringen?

Sonntag, 8. November: Figurentheater UNTERWEGS mit „Nils Karlsson Däumling“ nach Astrid Lindgren. Der fünfjährige Bertil trauert um seinen Opa, da begegnet er Nils Karlsson oder kurz Nisse, einem echten Däumling. Dank eines Zauberwortes wird Bertil klein und die beiden erleben tolle Abenteuer.

Donnerstag, 12. November: MOBILES Figurentheater BREMEN, welches den „Maulwurf Grabowski“, auf die Bühne holt. Bisher lebte er ruhig und zufrieden auf und unter einer großen Wiese mit vielen Blumen. Doch dann…. Ja dann ist es auf einmal vorbei mit der Ruhe.

Sonntag, 15. November: Theater HELM, und die verrückte Reise von „Rita das Raubschaf“, welches mit Meerschweinchen Ruth unbeirrbar auf Weltreise geht. Nicht allen ist das recht, denn wer muss schon über seinen eigenen Horizont hinausschauen?

Donnerstag, 19. November: Figurentheater WOLKENSCHIEBER, bei dem „Mit einem Knall aus dem All“ ein Raumschiff in den Hinterhof von Dr. Dingeldein kracht. Da er ja schon immer wusste, dass es Außerirdische gibt, macht er sich an die Reparatur des Fortbewegungsmittels. Doch der Grumpf kommt ihm immer wieder in die Quere. Und dann heißt es besser „Finger weg“!

Sonntag, 22. November: Figurentheater MIRIAM PAUL, bei ihr wird es „Weihnachten im Tal der Trolle“. Ein kleiner Troll wacht kurz vor Weihnachten aus dem Winterschlaf auf- doch was ist Weihnachten überhaupt?

Donnerstag, 26. November: Wolfsburger FIGURENTHEATER COMPAGNIE und „Oma Adele und das Glück aus der Kiste“. Sie macht, was Omas halt so machen: Gartenarbeit, Hühner füttern, Stricken… Tag für Tag… Doch dann findet sie eine Kiste am Strand. Sie öffnet sie und ihr Leben nimmt eine Wende- bunt und neu!

Karten reservieren

Der Eintritt pro Person beträgt fünf Euro, für Gruppen ab fünf Personen sowie Kindergärten und Schulen gibt es Vergünstigungen. Sämtliche Vorstellungen finden im Sitzungssaal des Rathauses in der Oberstraße 6 statt und beginnen jeweils um 15.30 Uhr.

Aufgrund der hohen Nachfrage empfiehlt Jakobs unter der Telefonnummer 05063/ 5619 oder per E-Mail unter jugendundkultur@bad-salzdetfurth.de Karten zu reservieren. ar

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