Östrumer sind sich bei Infoveranstaltung einig

Keine Veränderungen gewünscht

Ortsvorsteher Thomas Andreas kämpft dafür, dass das Maiental und der Straßenzug Im Johanni weiter zu Östrum gehören. Viele Interessierte kommen zur Bürgerinformation. Wegen der Corona-Regeln ist die Zahl der Teilnehmer begrenzt.
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Ortsvorsteher Thomas Andreas kämpft dafür, dass das Maiental und der Straßenzug Im Johanni weiter zu Östrum gehören. Viele Interessierte kommen zur Bürgerinformation. Wegen der Corona-Regeln ist die Zahl der Teilnehmer begrenzt.

Östrum – Die Botschaft der markanten Aufkleber, die seit kurzer Zeit auf vielen Autos die Blicke auf sich ziehen, ist unmissverständlich: Östrum bleibt Östrum – mit dem Maiental und der Straße Im Johanni. Und auch bei der Bürgerinformation machten Ortsvorsteher Thomas Andreas sowie zahlreiche Bürger am Sonntagvormittag ihren Standpunkt deutlich: Veränderungen sind nicht gewünscht. 

Als eine Konsequenz einer neuen Zuordnung würde Östrums Einwohnerzahl deutlich von 364 auf 169 schrumpfen. Die Bürger könnten nicht nachvollziehen, warum die Stadt nach so langer Zeit ausgerechnet jetzt über eine Umgemarkung nachdenkt. Eine Vermutung äußerte Ortsvorsteher Thomas Andreas aber doch: „Es könnte mit der Ausweisung von Bauland in Verbindung stehen, denn Bauplätze sind sehr knapp.“ Zur Umgemarkung hatte die Verwaltung eine Befragung der Bürger gestartet (die RuBS berichtete). Der Ortsvorsteher blickte noch einmal auf die Gespräche mit dem Bürgermeister zurück: „Wir haben keine Antworten auf die Fragen erhalten.“ Zudem könne er die Aussage des Verwaltungschefs nicht nachvollziehen, dass die Bürger aus den beiden Gebieten angeblich geäußert hätten, lieber zu Bodenburg oder Bad Salzdetfurth gehören zu wollen. Eine weitere Frage sei auch, wer am Ende über eine Umgemarkung entscheidet. „Das ist eine sehr komplizierte Angelegenheit. Wo befindet sich die rechtliche Grundlage? Ich habe selbst nichts dazu gefunden“, erklärte Andreas. Über einen Antrag, die Hauptsatzung entsprechend zu ändern, würde am Ende der Stadtrat entscheiden.  An Bürgermeister Björn Gryschka ließen die Teilnehmer an dem Vormittag kein gutes Wort. So kreiden ihm die Anwohner an, dass er nicht selbst die Anschreiben unterzeichnet hat. Die Östrumer würden ohne Frage alle Möglichkeiten ausschöpfen, dass es keine Veränderungen in der Zuordnung der Gebiete gibt. Gleichzeitig betonte der Ortsvorsteher, eine saubere und sachliche, aber be-stimmte, Diskussion führen zu wollen. „Wir wollen zeigen, dass sich die Östrumer nicht unterkriegen lassen. Wir stehen auf. Nicht zuletzt um zu zeigen, dass man nicht so mit uns umgeht“, betonte Andreas.  Der von einigen Leuten aufgestellte Vorwurf, dass sich die Östrumer schließlich in diversen Vereinen in der Umgebung engagieren würden, sei schlicht eine Frechheit. „Wir müssen uns nicht dafür entschuldigen, Östrumer zu sein“, brachte es Andreas auf den Punkt. Ein Bewohner aus dem zu Bodenburg grenzenden Baugebiet „Im Johanni“ sagte zum Stimmungsbild vor Ort: „Der überwiegende Teil ist ganz klar für Östrum.“ Die Auszählung der Umfrage, die wegen unterschiedlicher Versionen bei den Abstimmungszetteln ebenfalls in ihrer Form kritisiert wurde, erfolgt am nächsten Donnerstag im Rathaus. Daran nimmt auch Ortsvorsteher Andreas teil. Nach dem Stand der Dinge wird das Thema Umgemarkung samt Ergebnis des Votums in einer Verwaltungsvorlage den Kommunalpolitikern vorgelegt. Laut dem Ortsvorsteher habe sich bereits die SPD-Fraktion erklärt, dass sie dem Bürgerwillen folgen werde. Auch seitens der CDU gebe es wohl ähnliche Signale. Außerdem werden die Östrumer alles daran setzen, dass das Dorf einen Ortsrat bekommt. Dazu muss ein Antrag zur Änderung der Hauptsatzung gestellt werden. „Es gibt keine Mindesteinwohnerzahl mehr. Laut dem Landkreis würde nichts dagegen sprechen“, so Andreas. Immerhin hätten bereits sechs Interessierte signalisiert, in dem Gremium mitarbeiten zu wollen. Und dazu sei eine Parteiliste keine Voraussetzung. Auf jeden Fall würden in Sachen Ortsrat nun alle Hebel in Bewegung gesetzt. Gut vorstellen könnte sich Andreas auch die Gründung eines Bürgervereins. Der könnte zum Beispiel bei Festen oder Verschönerungsaktionen mit Hand anlegen. „Der tut uns allen sicher gut“, meint der Ortsvorsteher. Interessierte können sich gern bei ihm melden. Über Details werde in der nächsten Bürgerversammlung gesprochen.  mi

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