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Mehr Unfälle befürchtet

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Die Wesselner Einwohner befürchten, dass es nach an der Aufhebung der Geschwindigkeitsreduzierung in der Detfurther Straße wieder vermehrt zu Unfällen kommt. Der Ortsrat und die Anlieger können die Entscheidung der Verkehrskommission nicht nachvollziehen. Foto: Vollmer
Die Wesselner Einwohner befürchten, dass es nach an der Aufhebung der Geschwindigkeitsreduzierung in der Detfurther Straße wieder vermehrt zu Unfällen kommt. Der Ortsrat und die Anlieger können die Entscheidung der Verkehrskommission nicht nachvollziehen. Foto: Vollmer

WESSELN Mit einem lauten Krach durchbricht ein Mercedes im September 2012 den Gartenzaun von Edeltraud Behrens an der Detfurther Straße in Wesseln. Der Wagen rollt den Abhang hinunter und walzt diverse Spielgeräte nieder. Zum Glück kam dabei kein Mensch zu Schaden. Diese Bilder kann die Rentnerin bis heute nicht vergessen, wobei es ihr mittlerweile schwer fällt, den Überblick über die vielen Zwischenfälle zu behalten.

Der dicke Aktenordner umfasst mittlerweile an die 20 Unfälle, die sich in den vergangenen Jahren zugetragen haben. Seitdem auf dem Streckenabschnitt allerdings nur noch 30 Stundenkilometer gefahren werden durfte, ist die Rentnerin etwas zur Ruhe gekommen.

Seit Ende Januar sind die Schilder allerdings abgebaut, die Autos dürfen wieder 50 Stundenkilometer fahren. Mehr als ein Kopfschütteln haben der Ortsrat und die Einwohner für diese Entscheidung der Verkehrskommission des Landkreises allerdings nicht übrig. Die Anwohner befürchten, dass die ruhigen Zeiten damit vorbei sind und es in nächster Zeit wieder öfters kracht. „Wir im Ort wurden nicht darüber informiert, dass die Schilder entfernt werden“, berichtet Ortsbürgermeister Burkhard Helfenbein. Quasi über Nacht seien sie weg gewesen. „Die standen nur wenige Monate da“, erläutert Helfenbein.

Nach seinem Wissensstand hätte die Verkehrskommission diesen Entschluss gefasst, nachdem Ausbesserungsarbeiten an der Straße vorgenommen wurden. „Dann hieß es wohl nur, die Straße ist wieder in Ordnung. Die Schilder müssen nun weg“, erzählt der Ortsbürgermeister. Diese Entscheidung wollen die Wesselner nicht hinnehmen und protestieren dagegen energisch. Aus diesem Grund beschäftigt sich der Ortsrat in seiner nächsten Sitzung am Freitag, 26. Februar, intensiv mit diesem Thema. Letztlich werde man sicherlich noch einmal die Forderung nach einer Schutzplanke in dem Bereich in den Fokus nehmen.

„Davon ist das Problem im unteren Teil der Straße allerdings nicht gelöst“, so Helfenbein. Dort wohnt Linda Steingräber mit ihrem Mann und den dreijährigen Zwillingen Isabel und Noah. Auch an ihrem Grundstück kam der Zaunbauer mit den Ausbesserungsarbeiten kaum hinterher. „Bei Regen krachte es mindestens ein Mal in der Woche. Seit der Geschwindigkeitsreduzierung ist Ruhe eingekehrt“, berichtet Linda Steingräber. Aus Angst, dass wieder ein Fahrzeug in ihrem Zaun landet, dürfen die Zwillinge nicht mehr in den Garten. „Das ist natürlich sehr schade. Die Sicherheit geht aber nun mal vor“, meint die Wesselnerin, deren Zaun mittlerweile schon wieder demoliert ist.

Die Bürger würden sich durch solch ein Handeln von der Behörde im Stich gelassen fühlen. „Die Reduzierung auf 30 Stundenkilometer hat eine Menge gebracht. Vor allem leben auch die Kinder ein Stück sicherer“, sagt Manfred Marschall, der von seinem Fenster einen direkten Blick auf die Straße hat. „Manch ein Verkehrsteilnehmer tritt hier schon ordentlich auf das Gaspedal“, weiß der Anlieger. Ortsbürgermeister Helfenbein betont, dass es den Einwohnern nicht ums Abkassieren von Temposündern geht. Im Vordergrund stehe ganz allein die Sicherheit der Menschen an der Detfurther Straße. Kritik übt Helfenbein auch an der Informationspolitik der Behörde. Eine direkte Information ist ausgeblieben. Eine Einwohnerin hatte stattdessen darüber berichtet, dass die Schilder entfernt wurden.

Die Ortsratssitzung am 26. Februar beginnt um 18 Uhr im Feuerwehrhaus. An dem Abend geht es auch um weitere neuralgische Punkte innerhalb der Ortschaft.

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