Polizei Bad Salzdetfurth stellt Verkehrsunfallstatistik 2013 vor / Verkehrssicherheitswoche geplant

Mehr Unfälle, aber weniger Tote

Uwe Semper (links) und Lutz Ike stellen die Verkehrsunfallstatistik 2013 vor. Foto: Vollmer

BAD SALZDETFURTH „Insgesamt schauen wir beim Polizeikommissariat Bad Salzdetfurth auf ein positives Jahr 2013 in der Verkehrssicherheitsarbeit zurück. Trotz eines leichten Anstiegs der Gesamtunfallzahlen ist die Zahl der Verkehrstoten glücklicherweise im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken“, erklärte der Leiter des Polizeikommissariats, Uwe Semper, bei der Vorstellung der Statistik.

Die Beamten nahmen im vergangenen Jahr 1135 Verkehrsunfälle auf, das sind drei Prozent mehr als 2012. Für die Bewertung der Verkehrssicherheitsarbeit seien die Unfälle mit einem schweren Personenschaden ein wichtiger Indikator. Während die Zahl der Schwerverletzten mit 56 auf dem Niveau des Vorjahres blieb, weist die Statistik bei den Verkehrstoten einen Rückgang von sieben auf drei Menschen aus.

Betroffen macht Uwe Semper die Verantwortungslosigkeit von Verkehrsteilnehmern, die eine Unfallflucht begehen. Jede zweite kann allerdings durch die Beamten aufgeklärt werden. Von den 177 angezeigten Fällen sind den Beamten am Ende 88 rücksichtslose Fahrer ins Netz gegangen. Das Ziel, die Aufklärungsquote weiter zu steigern, sei gelungen. In dem Zusammenhang kommt den Ermittlern oftmals die moderne Technik zu Hilfe. Bürger, die Meldungen der Polizei auf ihr Mobiltelefon erhalten, würden sich immer wieder melden, um ihre Beobachtungen zu schildern. „Das hilft uns vielfach weiter, so dass wir den Unfallfahrer dann ermitteln können“, erläutert der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, Lutz Ike. Er zieht insgesamt eine positive Bilanz. Die Unfälle, bei denen ein Baum mit im Spiel war, sind um sieben auf 42 zurückgegangen.

Die Wildunfälle liegen unverändert auf einem hohen Niveau. „Die Unfallorte liegen bunt verstreut. Einen Schwerpunkt gibt es nicht“, berichtet Lutz Ike. 2013 nahmen die Beamten 349 unerfreuliche Begegnungen der Verkehrsteilnehmer mit Wildschweinen, Rehen und Co. auf. Während in der gesamten Polizeiinspektion der Anteil der Wildunfälle bei 10,1 Prozent liegt, macht diese Sparte im Polizeikommissariat Bad Salzdetfurth rund ein Drittel aus.

Besonders im Auge haben die Polizisten die Risikogruppe der jungen Fahrer. „Gerade auch, weil die Unfallursachen meist auf überhöhte Geschwindigkeit, einer zu geringen Fahrpraxis und einer zum Teil höheren Risikobereitschaft zurückzuführen sind. In diesem Punkt werden wir weiter an Schulen und bei Kontrollen durch Ahndungen, aber auch durch Aufklärung versuchen, positiv das persönliche Fahrverhalten dieser jungen Menschen zu beeinflussen“, berichtet der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes. Bei der Verkehrssicherheitswoche, die vom 23. bis 30. April stattfindet, liegt der polizeiliche Fokus auch auf diesem Personenkreis.

737 Verkehrsteilnehmer, die zu schnell unterwegs waren, mussten ein Verwarn- oder Bußgeld bezahlen. Sieben Fahrer erhielten ein Fahrverbot. „Eine überhöhte Geschwindigkeit ist und bleibt eine der häufigsten Unfallursachen“, so Ike. Um den polizeilichen Überwachungsdruck noch weiter zu steigern, kommt seit Mitte 2013 ein ziviler Radarmesswagen zum Einsatz. Die Polizei setzt aber auch auf Gespräche, um die Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren. Die Beamten wählen ständig wechselnde Kontrollpunkte. Entsprechende Hinweise der Bevölkerung auf neuralgische Punkte werden auch schon mal mit einbezogen. „Geschwindigkeitskontrollen können überall und jederzeit stattfinden“ – so lautet die Botschaft an die unbelehrbaren Raser. Zur Hilfe kommen den Bad Salzdetfurther Beamten in nächster Zeit auch Kräfte der Zentralen Polizeidirektion, mit der eine Projektvereinbarung getroffen wurde.

Rigoros geahndet werden das Telefonieren mit dem Handy während der Fahrt oder Verstöße rund um die Gurtsysteme. Insgesamt meldet die Polizei weniger Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss. Die Zahl ist von 17 auf elf gesunken.

Obacht geben die Beamten aber auch auf Drogenfahrten. „Eine Tageszeit, ganz gleich ob es sich um Alkohol oder Betäubungsmittel handelt, gibt es nicht“, weiß Lutz Ike aus Erfahrung. Ein Thema sind aber auch ältere Bürger, die unter dem Einfluss von Medikamenten stehen. Das sei nicht zu unterschätzen, meint der Beamte.

Mitte April stellt die Bad Salzdetfurther Polizei ihre Kriminalstatistik für das abgelaufene Jahr vor. mi

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