Einblicke ins Bergbau- und Salzmuseum in der Saline 

Die ersten Besucher könnten bald kommen

Matthias Kaufmann weiht die ganz spezielle Garderobe ein. In der historischen Waschkaue können die Besucher künftig ihre Sachen deponieren.
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Matthias Kaufmann (links) weiht die ganz spezielle Garderobe ein. In der historischen Waschkaue können die Besucher künftig ihre Sachen deponieren. Im neuen Museum sind auf einer Ausstellungsfläche von 325 Quadratmetern rund 500 Exponate zu sehen. Es wird immer wieder neue Schwerpunkte geben.

Bad Salzdetfurth – Bis auf den letzten Feinschliff sind die Arbeiten im neuen Bergbau- und Salzmuseum in der Saline erledigt. Doch ein wenig müssen sich die Bad Salzdetfurther und Besucher der Stadt noch gedulden, bis sie die Ausstellung besuchen können. „Wir sind aber beim Blick auf die rückläufigen Infektionszahlen guter Dinge, dass die Eröffnung nicht mehr lange auf sich warten lässt“, erklärte Bürgermeister Björn Gryschka. Ebenso werde eine offizielle Eröffnungsfeier zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Dennoch sei die Stadt daran interessiert, das Museum der Öffentlichkeit schon einmal etwas näher vorzustellen. 

Der Bürgermeister dankte insbesondere dem Geschichtsverein, der sein angestammtes Domizil neben der St. Georgs-Kirche verlassen hat, und der Stiftungsuniversität Hildesheim für ihr besonderes Engagement. So hat Professor Dr. Mario Müller das Konzept entwickelt. In die museumspädagogische Beratung wurde ebenfalls die Expertise von Lehrenden und Lernenden berücksichtigt. Das Museum wird künftig vermehrt zum außerschulischen Lernort, auch für die Integrierte Gesamtschule. Für die ansprechende grafische Präsentation sorgte Uni-Mitarbeiter Jan Schönfelder. „Es ging auch schon mal einen halben Schritt zurück, dann wurde ein neuer Weg gefunden. Die Uni hat die Kooperation über Jahre mit Leben erfüllt“, sagte der Bürgermeister. 
Eine wichtige Rolle hat auch die Kreiswohnbaugesellschaft Hildesheim gespielt, die seit 2017 mit großem Einsatz an dem Vorhaben beteiligt war. „Die kwg hat mit dem Kauf der Saline ein Stück Zeitgeschichte gerettet und nicht zuletzt das Gebäude zu neuem Leben verholfen“, betonte Gryschka. Und nicht zuletzt hätten sich die Mitarbeiter der Verwaltung um viele Dinge gekümmert.  Gerade auch für die vielen Tagesausflügler sei das neue Museum am Kurpark sicherlich ein lohnenswerter Abstecher. So würde dann auch bei den Öffnungszeiten der Schwerpunkt auf das Wochenende gelegt. Im Blickpunkt stünden aber auch die jungen Leute und Kinder, die mit regelmäßigen Führungen und Angeboten direkt angesprochen werden sollen. Weil im mittleren Bereich des Museums viel Platz zur Verfügung steht, könnten dort auch Lesungen oder Konzerte stattfinden. „Es war schon ein langer Weg seit 2017. Zwischenzeitlich drohte uns auch die Finanzierung davonzulaufen“, so der Verwaltungschef. Die Kosten für die Neugestaltung des Museums mit Mobiliar oder Technik betragen rund 150 000 Euro. Die Stadt hatte mit einem Spendenaufkommen von 50 000 Euro gerechnet. Derzeit belaufen sich die Zuwendungen auf knapp 60 000 Euro. „Die große Spendenbereitschaft unterstreicht die Bedeutung des Museums für Bad Salzdetfurth und die tiefe Verankerung im Bewusstsein der Bevölkerung“, meinte Gryschka. Weitere Fördermittel sind beantragt.  „Es wurde ein Schmuckstück für den Ort geschaffen, an dem viele Menschen mitgewirkt haben“, erklärte die Präsidentin der Uni Hildesheim, Professor Dr. May-Britt Kallenrode. Die Mitarbeit sei für die Universität sehr interessant gewesen. Als wichtigen Aspekt nannte sie die Einbindung von Studierenden und Schülern. Dadurch könnten nicht zuletzt auch die Geschichtsvereine neue Mitstreiter gewinnen. Studierende hätten sich die alten Exponate angeschaut. „Es ist gut, wenn sie bereits durch die Augen junger Leute gegangen sind“, meinte die Präsidentin. Auf diese Weise ließe sich die Geschichte für die heutige Generation erlebbar machen und interessant darstellen.  Der Geschäftsführer der Kreiswohnbaugesellschaft, Matthias Kaufmann, erinnerte daran, dass in dem Gebäude einst Salz gewonnen und eingelagert wurde. Er habe das Projekt seit der ersten Stunde intensiv begleitet. „Am Ende bleibt ein Gefühl der tiefer Dankbarkeit“, so Kaufmann. Ihn freue es, dass wo es möglich war, auch alte Strukturen erhalten werden konnten. Das sei nicht ganz einfach gewesen, zumal das Gebäude ja nicht als Museum gedacht war. „Es ist gelungen, viele mit ins Boot zu holen. Wir haben stets auf Augenhöhe miteinander gesprochen“, blickte der Geschäftsführer zurück.  Für das Gesamtprojekt wurden seitens der kwg 4,4 Millionen Euro investiert. Auf das Museum entfallen gut 1,1 Millionen Euro. „Die Stadt hat einen neuen Lebenspunkt“, ist Kaufmann überzeugt. Ein Dank galt auch den Nachbarn, die es in der Bauphase nicht immer leicht gehabt hätten.  Als ein multifunktionelles und modernes Zuhause für alle Generationen beschrieb der Vorsitzende des Geschichtsvereins, Johann Ludyga, das Bergbau- und Salzmuseum in der Saline. Be- sonders für die jüngeren Leute bestünde die Möglichkeit, die Erdgeschichte, die Mineralienentstehung und die Stadtgeschichte auf lebendige Art und Weise zu erforschen. In seinen Dank schloss er die ehrenamtlichen Mitglieder des Geschichtsvereins mit ein. Ohne sie hätte die Umsetzung des Vorhabens nicht so gut funktioniert. Sie leisteten rund 2 500 Stunden. mi 

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