Die „Skiffle Rats“ aus Bad Salzdetfurth erleben bei Konzertreise in Nachbarland ein begeisterungsfähiges Publikum

Kurstädter überzeugen polnische Musikliebhaber

Die „Skiffle Rats“ aus Bad Salzdetfurth erkunden das Brauereimuseum der erzherzöglichen Brauerei in Zywiec, eine der ältesten und bekanntesten Brauereien in Polen.

Bad Salzdetfurth J Das hatte es noch nicht gegeben, dass die Küche der „Chata na Groniu“ an der Nordflanke der schlesischen Beskiden, nur knapp 80 Kilometer von Krakau entfernt, zusammenbrach. „Auf diesen Ansturm waren wir nicht vorbereitet“, sagte Küchenchef Jacek Kowalcze.

Mehr als 400 Besucher hatten das fantastische Herbstwetter genutzt, um sich teilweise schon am frühen Vormittag zu Fuß, mit dem Mountainbike oder dem Auto auf den Weg zur idyllisch gelegenen Berghütte zu begeben. Was sie dort erwarten würde war vielen nicht unbedingt klar. „Mit Skiffle-Musik können wir nichts anfangen, haben wir noch nie von gehört. Aber wenn eine Band aus Deutschland extra hierher kommt, wollen wir uns das nicht entgehen lassen“, so äußerten sich die meisten Gäste.

Familiäre Wurzel

Was sie nicht wissen konnten: Der neue Bass-Mann der „Skiffle Rats“, Andrzej Laciak, hat in dieser Gegend seine familiären Wurzeln. Und so war es ihm ein Anliegen, dort mit seiner Band einmal aufzutreten. Seine Mitspieler waren von dieser Idee leicht zu überzeugen, zumal es für die „Boy-Group“ nicht die erste Begegnung mit polnischem Publikum war. Bereits zwei Konzertreisen nach Polen, eine in die Partnerstadt Bochnia, die andere in die Masuren, hatte Bandleader Wolfgang Mroz schon in den vergangenen Jahren organisiert. Damals war man mit einem voll besetzten Reisebus unterwegs, diesmal lediglich übers verlängerte Wochenende als Band mit einem Auto. Dazu musste noch ein Anhänger für das gesamte Equipment gepackt werden.

Die Zeit bis zum Konzert nutzten die vier Hobbymusiker für Besichtigungen in der Umgebung. Dazu gehörte zum Beispiel der Besuch des Brauereimuseums der erzherzöglichen Brauerei in Zywiec, eine der ältesten und bekanntesten Brauereien in Polen, gegründet 1856 vom Erzprinzen Albrecht Friedrich Habsburg. Auch eine Bergfahrt auf den 670 Meter hohen Zar in der Nähe von Bielsko Biala durfte bei diesem Kaiserwetter nicht fehlen.

Höhepunkt für die Musiker war natürlich das eigene Konzert vor begeistertem Publikum. Schnell hatten die Polen begriffen, dass Skiffle ein Musikstil ist, der fröhliche und zumeist flott vorgetragene Musikstücke erwarten lässt. Besondere Beachtung bei Groß und Klein fand der Einsatz von Waschbrett und Kazoo. Erst nach diversen Zugaben durften die von der polnischen Begeisterungsfähigkeit selbst stark beeindruckten Deutschen am späten Nachmittag die Bühne wieder verlassen.

Für eine Überraschung sorgten die Hüttenbetreiber selbst: Als Quartett mit Geigen, Akkordeon, Bass sowie Gesang traten sie in der typischen Tracht der Goralen (Bergbauern) während einer Spielpause auf und erfreuten die Besucher mit ihrer lebendigen und spritzigen traditionellen Musik.

Gut gelaunt aber doch etwas müde von den vielen Eindrücken und der langen Fahrt kehrten die Skiffler von ihrem Kurztrip nach Südpolen zurück. Die nächsten Monate wollen sie nutzen, ihr ohnehin umfangreiches Repertoire durch neue Stücke und Arrangements weiter zu vergrößern.

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