Zeitgemäße Akzente setzen / Im Juni geht es im Solebad los

Kurbetrieb investiert über 500 000 Euro

Freuen sich über den Zuschuss aus dem europäischen Fördertopf: Der Geschäftsführer der Kurbetriebsgesellschaft Martin Kaune , der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Bernhard Evers und Aufsichtsratsvorsitzender Bernhard Brinkmann (v.l.). Foto: Greber

BAD SALZDETFURTH Die Bad Salzdetfurther Kurbetriebsgesellschaft will in diesem Jahr kräftig investieren, um den Gästen ein qualitativ hochwertigeres und breiteres Angebot anbieten zu können. Die Investitionen sollen sich auf alle Unternehmensbereiche erstrecken. Geschäftsführer Martin Kaune stellte jetzt die geplanten Vorhaben zusammen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Bernhard Brinkmann und dessen Stellvertreter Dr. Bernhard Evers vor.

504 000 Euro werden in die Hand genommen, um Aspekten wie „Wohlfühlambiente“, „Kundenwünsche“ und „Funktionalität“ zu entsprechen. Sehr zur Freude der Kurbetriebsgesellschaft fließen Zuschüsse in Höhe von 252 000 Euro aus einem Fördertopf der Europäischen Union, womit die Hälfte der Gesamtkosten abgedeckt ist. „Europa fördert Niedersachsen“ steht auf dem Schild, das in diesen Tagen am Kurmittelhaus angebracht wurde. „Somit werden auch die Kurstadt und der Kurbetrieb unterstützt“, freute sich Bernhard Brinkmann.

Der Auftakt der Arbeiten erfolgt am 16. Juni im Thermalbad. Hier werden insbesondere die Dusch- und Toilettenbereiche modernisiert, die den heutigen Anforderungen nicht mehr genügen. Es ist vorgesehen, diese Teilbereiche zeitgemäß und deutlich ansprechender zu gestalten. „Wir werden unter anderem die Damen- und Herrenduscheinheiten neu anordnen. Darüber hinaus werden für den Gast künftig geflieste Sitzelemente angeboten“, erklärte Geschäftsführer Martin Kaune. Die Decken werden mit modernen Beleuchtungskörpern ansprechend gestaltet.

Ein wesentlicher Bestandteil der Neukonzipierung sind neue Fliesenbilder im Wand- und Fußbodenbereich, die sich übergangslos in den Toilettenbereichen wiederfinden. „Die Investionsmaßnahmen sind dringend erforderlich, um dem hohen Stellenwert, den Bad Salzdetfurth im Gesundheits- und Tagestourismus genießt, auch künftig gerecht zu werden“, so Martin Kaune weiter.

In diesem Zuge wird die Warmwasserzirkulation im Solebad komplett erneuert. So kann die Wassertemperatur durch den Gast künftig an jeder einzelnen Dusche individuell elektronisch gesteuert werden. Als positiver Nebeneffekt können sich die Folgekosten für den Wasserverbrauch durch den Einsatz modernster Technik reduzieren. Die Arbeiten sollen rund 355 000 Euro kosten, etwa sechs Wochen dauern und Ende Juli abgeschlossen sein.

Neben diesen Arbeiten sind aber auch eine Reihe von baulichen Maßnahmen im Bereich des Therapiezentrums und des Kurparks geplant, die ebenfalls zu einer Attraktivitätssteigerung und deutlichen Qualitätsverbesserung des touristischen Angebots in Bad Salzdetfurth beitragen sollen. So wird in der zweiten Jahreshälfte mit dem Bau einer zentralen Moorbad- und Moorpackungsabteilung begonnen. Damit sollen die überdimensionierten Kapazitäten reduziert werden, die dem Patientenaufkommen der 1960er und 70er Jahre geschuldet sind. Die Patientenwartezonen befinden sich künftig im offenen Flurbereich mit großzügigen Fensterflächen und direktem Blick in den Kurpark.

Der Kurbetrieb setzt neben der Sole weiter auf das örtliche Heilmittel Moor und will damit den Gesundheitstourismus stärken. „Es ist davon auszugehen, dass durch den attraktiven Moorbereich weitere überregionale Zielgruppen erschlossen werden und die Besucherzahlen gesteigert werden können“, sagte Martin Kaune. Im im Jahr 1928 errichteten Kurmittelhaus sollen der Terminierungs- und Kassenbereich und die Wartezonen im Therapiezentrum moderisiert werden. Der Empfangbereich wird offener und moderner gestaltet. Im Kurpark erhält das östliche Gradierwerk einen behindertengerechten Zugang vom Parkplatz. Auch die Toilettenanlagen im Kurpark werden umgebaut und neugestaltet – und eine Behindertentoilette wird errichtet. „Ziel ist es, den Kurbereich konkurrenzfähig zu halten. Dabei bekennen wir uns klar zu unseren örtlichen Heilmitteln“, betonte Dr. Bernhard Evers. Martin Kaune fügte hinzu: „Wir müssen Qualität bieten, um überleben zu können.“ Viele Gäste und Patienten wissen die Vorteile und Wirkungen der Bad Salzdetfurther Heilmittel zu schätzen – und viele sind bereit, die Behandlungen aus eigener Tasche zu bezahlen.

Laut Martin Kaune gibt es insgesamt etwa 25 000 bis 30 000 therapeutische Anwendungen im Jahr im Kurbetrieb. 35 Prozent davon werden bereits ohne ärztliche Verschreibung privat bezahlt – Tendenz weiter steigend. gre

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