Thomas Oelker: „Zartes Pflänzchen der Hoffnung“

Badekur wird wieder zur Pflichtleistung

Badekuren wieder in Bad Salzdetfurth möglich
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Auch in Bad Salzdetfurth sind bald wieder Badekuren möglich.

Gesetzlich Versicherte können aufatmen – und das in einem der 43 hochprädikatisierten Kurorten und Heilbädern in Niedersachsen, darunter Bad Salzdetfurth. Denn: die ambulante Vorsorgeleistung, früher Badekur genannt, wird wieder zur Pflichtleistung der Krankenkassen. Im Juni hat auch der Bundesrat dem Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) des Bundesministeriums für Gesundheit zugestimmt. Damit haben Versicherte in ganz Deutschland schon bald einen gesetzlichen Anspruch auf einen dreiwöchigen Aufenthalt mit effektiven Präventionsmaßnahmen in einem anerkannten Kurort, teilt der Deutsche Heilbäderverband mit.

Noch vor der Gesundheitsreform Mitte der 1990er Jahre wurden bundesweit rund 900.000 ambulante Kuren verschrieben. Danach mussten sich die Kurgesellschaften praktisch neu erfinden. Im Jahr 2019 gab es bundesweit nur rund 30.000 ambulante Vorsorgeleistungen, in Niedersachsen nur rund 4.000. „Die Kurorte bekommen durch das Gesetz ihre ureigene Kompetenz zurück“, sagt Dr. Norbert Hemken, Vorsitzender des Heilbäderverbandes Niedersachsen. „Am Ende profitieren davon Mensch und Wirtschaft gleichermaßen.“ So seien neben der Gesunderhaltung zahlreiche positive Effekte durch die steigenden Aktivitäten in den Kur- und Heilbädern unter anderem in Bezug auf den touristischen Umsatz, die Wertschöpfungssteigerung der Akteure und Einrichtungen sowie der Sicherung und Schaffung neuer Arbeitsplätze zu erwarten. Das sieht auch Thomas Oelker, Geschäftsführer der Kurbetriebsgesellschaft Bad Salzdetfurth so, räumt aber auch ein: „Ich glaube zwar nicht, dass ab übermorgen die Kurgäste vor dem Kurmittelhaus Schlange stehen, zumal auch die Infrastruktur nach Übernachtung in Bad Salzdetfurth gerade jüngst etwas gelitten hat, aber immerhin ist es erneut ein zartes Pflänzchen der Hoffnung in schweren Zeiten.“

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