Nach 18-monatiger Renovierung feiert Heinder Gemeinde den Wiedereinzug in ihre Kirche

Kirchberg ist wieder steinlebendig

Birgit Lillig und Hermann Reinhold vom Kirchenkreisvorstand, Superintendentin Katharina Henking und Pastor Thorsten Buck ziehen in die renovierte Kirche ein. Foto: Vollmer

HEINDE J Vielen Gemeindegliedern war die Freude anzusehen, als sich nach der 18-monatigen Sanierungszeit die Türen der Heinder Kirche geöffnet haben. „Es ist ein wunderbares Gefühl, die Kirche wieder in den Dienst zu nehmen“, sagte Pastor Thorsten Buck, nachdem die Gemeinde gemeinsam in das leere Gotteshaus eingezogen war. Mitglieder des Kirchenvorstandes führten die große Gruppe an. Sie brachten Leuchter und Gefäße wieder an die vertrauten Orte zurück.

Bevor der Gottesdienst beginnen konnte, musste zunächst der Altar, die Kanzel oder den Taufengel erneut geweiht werden. „Ohne die Kirche fühlte es sich so an, als ob Wurzeln abgeschnitten worden seien. Lebendige Steine brauchen ein Dach über dem Kopf“, sagte Thorsten Buck in seiner Predigt.

Superintendentin Katharina Henking, die derzeit in der Region im Rahmen einer Visitation unterwegs ist, blickte auf die vielen Aktivitäten der Gemeinde: „In der Kirchengemeinde Innerstetal brummt es. Hier ist Leben drin, davon konnte ich mich überzeugen.“ Als Beispiel nannte sie die Kinderkirche, die immer wieder viele kleine Leute in ihren Bann zieht. Die Superintendentin sei vielen hochengagierten Menschen begegnet, die mit ihrer Kirche verbunden sind. „Es ist etwas Besonderes, dass die Wiedereinweihung in die Visitation fällt“, so die Alfelderin.

Beim anschließenden Empfang bestand die Möglichkeit, mit der Superintendentin ins Gespräch zu kommen. Thido Saueressig vom Amt für Bau und Kunstpflege in Hildesheim berichtete den Gästen über den Verlauf der Arbeiten. Anfang April 2014 übernahmen die Handwerker in die Heinder Kirche die Regie. Vor allem das Dach bereitete den Verantwortlichen große Probleme. Teile des Holzes waren beschädigt. An der Nordseite wurde zudem ein Schwammbefall festgestellt. Dadurch mussten sich die Handwerker auch dem Innenraum widmen. Die Fachleute stellten ebenfalls undichte Stellen an der Schornsteineinfassung fest.

Am meisten hatten wohl die Zimmerleute zu tun, die rund 20 Wochen tätig waren. „Es wurde nur dort erneuert, wo es nicht anders ging“, berichtete der Experte. So sei es gelungen, große Teile der alten Konstruktion zu erhalten.

Auch die Wände bekamen ein neues Outfit. Die alte Latexfarbe wurde komplett entfernt. Für den neuen Anstrich stand Leimfarbe bereit. „Als Vorbild diente der Originalfarbton, wie sich die Kirche zum Zeitpunkt des Baus vor 300 Jahren zeigte“, erläuterte der Mitarbeiter des Amts für Bau und Kunstpflege. Bei den Arbeiten kam eine Malerei an einem Fenster zum Vorschein, die bestimmt 250 Jahre unter einer Farbschicht verschwunden war. Die Ornamente sind nun in neuem Glanz zu bewundern. Restaurator Dieter Paule aus Bad Salzdetfurth nahm sich unter anderem der zahlreichen Figuren an, die vielfach Fehlstellen aufwiesen. Taufengel und Gemälde wurden gereinigt. „Insgesamt war die Sanierung schon sehr umfangreich“, blickt Thido Saueressig zurück.

Während 2014 die Sanierung im Vordergrund stand, rückten in diesem Jahr viele kleinere Dinge in den Mittelpunkt. Darunter fiel auch eine neue Elektroinstallation, die aufgrund des Alters dringend ausgetauscht werden musste. Die hannoversche Landeskirche investierte 490 000 Euro in die Maßnahme. Der Kirchenkreis bewilligte 20 000 Euro. 15 000 Euro stellte die Gemeinde für die Beleuchtungsanlage zur Verfügung.

Bausünde beseitigt

Bis zuletzt waren die beiden Steinmetze Niclas Papke und Nils Burda am Sockel der Kirche tätig. Der harte Zementputz wurde komplett entfernt. „Damit haben wir eine Bausünde von früher beseitigt. Aber auch ästhetische Gründe spielen eine Rolle“, erklärt Firmeninhaber Andreas Textores.

Allerdings blieb die Schaper-Orgel bei der Wiedereinweihung stumm, obwohl sie nach der im Jahr 2012 begonnenen Restaurierung zurück an Ort und Stelle ist. Die einzelnen Teile müssen sich wieder an das Klima im Kirchenraum gewöhnen. Nach dem Stimmen der Orgel erklingt sie dann erstmals wieder am 8. November. Große Freude löste bei den Heindern auch die neue Beleuchtungsanlage aus. Die Kosten in Höhe von 15 000 Euro trägt die Gemeinde.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare