Mitarbeiter der Klinik Hildesheimer Land protestieren

„Keine Auslagerungen“

Rund 40 Mitarbeiter demonstrieren in der Mittagspause für einen Sozialtarifvertrag. Foto: Martensen

KREIS Der Betriebsrat der Klinik Hildesheimer Land in Bad Salzdetfurth, die zur Rhön Klinikum AG gehört, hatte am vergangenen Donnerstag zu einer Protestaktion während der Mittagspause aufgerufen. Einige Tage zuvor hatte Rhön gemeldet: „Auf der Grundlage des derzeitigen Sach- und Kenntnisstandes geht Rhön davon aus, dass das Bundeskartellamt den Verkauf von insgesamt 40 Kliniken innerhalb der Verfahrensfrist genehmigen wird.“

Die Rhön-Klinikum AG ist einer der größten Gesundheitsdienstleister in Deutschland. Aktuell gehören zum Konzern bundesweit 54 Kliniken an 43 Standorten. Mehr als 43 000 Mitarbeiter haben im Geschäftsjahr 2012 über 2,5 Millionen Patienten behandelt. Die Klinik Hildesheimer Land gehört zu dem Paket von 40 Kliniken, die jetzt an Fresenius/Helios verkauft werden sollen, wodurch dann der europaweit größte Klinikkonzern entstehen wird. Die Protestaktion, die zuvor bei einer Betriebsversammlung der Bad Salzdetfurther Beschäftigten mit großer Mehrheit beschlossen worden war, ist Teil einer Aktionswoche, an der sich zahlreiche Kliniken des künftigen Großkonzerns beteiligen. Es geht darum, die Mitarbeiter der Klinik Hildesheimer Land durch einen Sozialtarifvertrag abzusichern. „Auslagerung – nein danke“, steht auf einem der Plakate. Dahinter steht die Sorge, dass künftig auch in der Bad Salzdetfurther Klinik, an der bisher lediglich die Küche ausgelagert wurde, weitere Bereiche an Servicegesellschaften übertragen werden. Kaya Göroglu, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, sprach die Summe von drei Milliarden Euro an, die für den Kauf der Kliniken im Gespräch sind und äußerte die Befürchtung, dass nach dem Kauf Einsparungen die Folge sein werden. Er erinnerte die rund 40 Teilnehmer der Versammlung an die Situation der Klinik in Northeim, wo die Zahl der Beschäftigten nach dem Kauf durch Helios aufgrund von Auslagerungen von zuvor 700 auf 500 geschrumpft ist. „Wir wollen an der Klinik Hildesheimer Land eine sozialverträgliche Gestaltung. Dazu gehört,“ so Göroglu, „neben dem Verzicht auf weitere Auslagerungen auch der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen sowie die festgeschriebene Altersteilzeit.“ Vom Verdi-Bezirk Leine-Weser nahm Aysun Tutkundardes an der Protestaktion teil und konnte berichten, dass die bisher schon von 30 Kliniken durchgeführten Aktionen bei Helios durchaus Eindruck hinterlassen haben. rm

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