Ursula Geiger: „Netzwerken ist im Beruf von entscheidender Wichtigkeit“

Internationaler Frauentag im Zeichen der Vernetzung

Frauen sollten sich Zeit nehmen für den zielorientierten Aufbau eines Netzwerkes, rät Gleichstellungsbeauftragte Ursula Geiger. Sie selbst greift gerne auf die ihr zur Verfügung stehenden Kontakte zurück. Foto: Rischmüller

Bad Salzdetfurth  Der diesjährige Internationale Frauentag am 8. März steht ganz im Zeichen des Networking – dem Netzwerken. Ein Trend, der durch Internetplattformen wie Xing und andere Social Network-Plattformen eine gänzlich neue Dimension erreichte. Stand Netzwerken vor Jahren noch für Seilschaften oder Vitamin B, immer mit dem bitteren Beigeschmack, das Erreichte ohne fremde Hilfe niemals geschafft zu haben, ist es heutzutage aus dem Berufs- und Privatleben nicht mehr wegzudenken.

Netzwerken ist nicht nur gesellschaftsfähig sondern gerade in beruflicher Hinsicht von entscheidender Bedeutung. „Vernetzung ist für mich eine wichtige Grundlage für Erfolg, denn es garantiert Informationen, Vergleichsmöglichkeiten und Unterstützung“, beschreibt Ursula Geiger, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bad Salzdetfurth, ihre eigenen Erfahrungen mit dem Vernetzen. Natürlich greift sie in Zeiten des globalen Handelns auch auf das Internet zurück. Privat pflegt sie internationale Kontakte nach Kambodscha, Ungarn, Russland oder in den Iran.

Doch viel wichtiger ist Ursula Geiger ihr ganz persönliches Netzwerk vor Ort – beruflich wie privat: Justizbehörden, die Agentur für Arbeit, Gewerkschaften, Fachgruppen, öffentliche Veranstaltungen, Unternehmensleitungen, die Vernetzungsstelle Hannover, das Frauenhaus Hildesheim und andere offizielle Stellen. Sie alle bieten Ansprechpartner und Unterstützungsmöglichkeiten, insbesondere für die betroffenen Frauen, denen Ursula Geiger Hilfestellung leistet. Die Zusammenarbeit mit den übrigen Gleichstellungsbeauftragten aus dem Landkreis sowie der Stadt Hildesheim, Regional-, Landes-, und Bundeskonferenzen sind weitere Netzwerke, durch die sie Informationen für ihre tägliche Arbeit erhält. Denn aus ihrer Sicht muss nicht jede Frau das Rad neu erfinden. Viel wichtiger sei es, dass Frauen mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie Männer ihre Netzwerke ausbauten und pflegten.

Frauen haben da dringenden Nachholbedarf. Warum also nicht einmal nach der Besprechung dem nachdienstlichen Treffen beiwohnen? Allerdings tendieren Frauen am Abend nach den Konferenzen eher dazu, in die Familie zurückzukehren. Männer treffen sich und netzwerken.

Auch der Umgang im Networking ist geschlechterspezifisch. So gehen Männer für Ursula Geiger solidarischer miteinander um, auch wenn sie in beruflicher Konkurrenz stehen. Es hindert sie nicht daran, sich nach der Arbeit zu treffen und die jeweiligen Vorteile aus dem Kontakt zu ziehen. Vielleicht führt auch dies dazu, dass aus Ursula Geigers Sicht das Netzwerken von Frauen und Männern unterschiedlich bewertet wird. Sie selbst habe sich die Zeit für kollegiale Treffen genommen, so die Gleichstellungsbeauftragte. Man komme anders ins Gespräch, es werde auf einer persönlicheren Ebene über Notwendigkeiten gesprochen. Darüber hinaus habe sie auf öffentlichen Sitzungen nie Wert auf Konfrontation gelegt sondern immer Vier-Augen-Gespräche gewählt. Ihr geht es nicht um das Eingeständnis, einen Fehler gemacht zu haben, sondern darum, dass sich die Einstellung des Menschen zur Sache verändert. Auch das unterstützte ihr bisheriges Netzwerken.

Mehr Frauen in Führungspositionen und in der Politik wären förderlich, um insgesamt noch mehr Erfolge zu haben. Regional gebe es aus ihrer Sicht genügend Netzwerke, die Frauen müssten sie aber auch nutzen. Ursula Geiger rät Frauen, ihr Leben zielorientierter zu gestalten, sich Zeit für das Netzwerken zu nehmen und Kontakte zu pflegen.

Nähere Informationen über Veranstaltungen und Netzwerkmöglichkeiten sind im Internet unter www.frauenbeauftragte.de erhältlich. ar

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