Innovations-Rettungswagen vorgestellt / Ein Rückblick auf die Geschichte

Gelungene Leistungsschau

Der Betriebsleiter der Rettungswache Sarstedt, Ralf Brinkmann (r.) prüft im hochmodernen Innovations-Rettungswagen die Herztöne seines Chefs, Kreisgeschäftsführer Uwe Dombeck, Rettungsassistent Gerhard Buchner steht ihm zur Seite. Fotos: Vollmer

BAD SALZDETFURTH Gut 60 Jahre liegen zwischen den beiden Rettungswagen, die das Deutsche Rote Kreuz beim Aktionstag in Bad Salzdetfurth dem Publikum präsentiert hat. Während der eine mit vielen technischen Raffinessen das Leben der Sanitäter in vielerlei Hinsicht einfacher macht, beschränkt sich die Ausstattung in dem Ford G 39 T aus dem Jahr 1955 auf das Nötigste.

Das betagte Fahrzeug, das mit einem V8 Zylinder Motor ausgestattet ist, wurde seinerzeit für die belgische Armee gebaut. Der Ford kam dann anschließend über Umwege in die Region Hannover, wo er 2010 wieder flott gemacht wurde. Dagegen zeigt sich ein paar Meter weiter der High-Tech-Rettungswagen in einem ganz neuen Design. Eine 360-Grad-Kamera ermöglicht es dem Fahrer, auf engstem Raum zu rangieren. Die Unfallgefahr wird dank der modernen Technik auf ein Minimum reduziert.

Um die Trage in den Wagen zu bekommen, müssen die Mitarbeiter des Rettungsdienstes nicht mehr Schwerstarbeit leisten. Ein Motor hievt sie wie von Geisterhand hinauf. „Durch eine Luftfederung kann der Patient ganz behutsam ins Krankenhaus transportiert werden“, berichtet der Betriebsleiter der DRK-Rettungswache in Sarstedt, Ralf Brinkmann. Auch im Innenraum hat sich allerhand getan. Ein großer Monitor an der Kopfseite zeigt für alle gut sichtbar die Kurven des EKG. Bisher waren die Linien nur auf dem Gerät ablesbar. Wenn die Sanitäter den Trauma-Schalter betätigen, wechselt das Licht in einen warmen Blauton. Die Temperatur steigt auf 27 bis 29 Grad. „Bei Patienten mit multiplen Verletzungen ist die Gefahr einer Unterkühlung sehr groß“, berichtet Ralf Brinkmann. Allerdings wird dieser Innovations-Rettungswagen wohl in dieser Ausstattung niemals in den regulären Betrieb kommen. Grund dafür ist der hohe Preis von rund 500 000 Euro, der nicht durch die Kassen refinanziert werden kann. Ein RTW, so wie er derzeit auf den Straßen unterwegs ist, kostet dagegen zwischen 140 000 und 160 000 Euro.

Die Idee, eine Leistungsschau zu veranstalten, ist in den eigenen Reihen entstanden. Die Auftaktveranstaltung fand im vergangenen Jahr in Schliekum statt. „Wir haben uns gleich für 2015 gemeldet“, berichtet der Bad Salzdetfurther Ortsvereinsvorsitzende Hans-Joachim Philipp. DRK-Kreisgeschäftsführer Uwe Dombeck erklärt, dass viele Dinge der täglichen Arbeit im Verborgenen stattfinden. Solch eine Veranstaltung sei eine gute Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit des Roten Kreuzes der Öffentlichkeit vorzustellen. „Wir sind insbesondere auch auf die fördernden Mitglieder angewiesen. Schließlich hat das Material seinen Preis“, erklärte der DRK-Mann.

Das DRK musste zuletzt einen erheblichen Mitgliederschwund hinnehmen. Die Zahl schrumpfte in den vergangenen drei Jahren von 4 300 auf 3 850, die das DRK im Kreis unterstützen. „Je mehr das DRK in der Bevölkerung verwurzelt ist, umso leichter können wir die verschiedene Dinge anpacken“, sagt Dombeck. Als Beispiel nennt er die Finanzierung eines Gerätewagens, der 110 000 Euro kostet. „Das Land und der Landesverband geben zwar Zuschüsse, dennoch verbleiben auf Kreisebene rund 15 000 Euro. Die müssen auch erst einmal zur Verfügung stehen“, so der Kreisgeschäftsführer.

Der Aktionstag war für die Bad Salzdetfurther Rotkreuzler eine gute Gelegenheit, dem Schulsanitätsdienst der IGS Rettungswesten, Mützen und eine Sanitätstasche zu überreichen. „Das haben wir anlässlich unseres 100-jährigen Bestehens getan“, so der Vorsitzende. Bad Salzdetfurths Bürgermeister Henning Hesse dankte den Rotkreuzlern für ihren ehrenamtlichen Einsatz, ob nun beim Sanitäts- oder Bereitschaftsdienst oder bei der Verpflegung von größeren Gruppen.

Die Einsatzkräfte gaben an dem Tag auch Erläuterungen zu ihrer vielseitigen Arbeit. Wer wollte, konnte sich den Blutdruck messen lassen. Für die kleinen Leute stand eine Hüpfburg bereit. Zur Kaffeezeit unterhielt der Turnerspielmannszug die Besucher. Viele ließen sich auch die Erbsensuppe aus der Feldküche schmecken.

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