Katholische Kirche in Groß Düngen muss saniert werden

Feuchtigkeit ist großes Problem

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Die Außenfassade der im Jahr 1733 erbauten Kirche St. Cosmas und Damian in Groß Düngen muss saniert werden. Die Art und Weise steht aber noch nicht fest.

Groß Düngen – Die katholische Kirche St. Cosmas und Damian in Groß Düngen muss saniert werden. An verschiedenen Stellen sind zum Beispiel Stockflecken deutlich zu erkennen. Das Bistum Hildesheim hat verschiedene Maßnahmen auf den Weg gebracht.

Das Bistum Hildesheim hat verschiedene Maßnahmen auf den Weg gebracht. „Es handelt sich um eine Schilfsandkirche. In den 90er Jahren ist eine große Sanierung mit Steinersatzmasse erfolgt. Diese Antragungen erfordern leider erneut eine Sanierung“, berichtet Petra Sauer, die die Sanierungsarbeiten als Architektin beim Bistum begleitet. Angetragene Steine lösen sich oder Bestandssteine platzen ab. Besonders im Eichsfeld stehen mehrere Schilfsandkirchen. Doch eine optimale Lösung, wie die Schäden an der Außenseite dauerhaft beseitigt werden können, ist derzeit noch nicht in Sicht. „In Bodensee im Eichsfeld gibt es eine Forschungsreihe zu dem Thema. Da wollen wir zunächst nähere Erkenntnisse gewinnen, bevor dann auch in Groß Düngen eine fachgerechte Sanierung an der Außenmauer erfolgen kann“, erläutert die Architektin. Die Feuchtigkeit ist schon immer auch in den Innenraum der Kirche gelangt. „Alle Fenster sind aufgrund der Kunstverglasung feststehend und daher nicht zu öffnen“, erläutert die Expertin. Ein Lüften konnte bisher nur durch die Türen erfolgen. „Und das war unzureichend“, so Sauer. Die Feuchtigkeit blieb daher im Kirchenschiff. Das hat dann zu erheblichen Schäden geführt. Es bildete sich Schimmel, auch Holzschädlinge haben an den massiven Einbauten Schäden hinterlassen. „Der Befall war sehr stark“, erklärt die Architektin. Die Belastungen waren mittlerweile so extrem geworden, dass sie zu allergischen Reaktionen bei Kirchenbesuchern oder Chormitgliedern geführt haben. „Das Bistum betreibt seit einigen Jahren in Kooperation mit den Kirchengemeinden eine Klimainitiative, um unter anderem für die Kirchräume eine gute energetische Lösungen zu finden. Das Bistum ist sich der Verantwortung bewusst, sorgsam mit Energie umzugehen“, stellt Petra Sauer heraus. Die Kirchenheizung sei in der Vergangenheit nicht optimal betrieben worden. Um genaue Daten über das Nutzungsverhalten zu erhalten, wann geheizt wurde oder zu welchem Zeitpunkt die meiste Feuchtigkeit eingetragen wurde, kamen schließlich Datenlogger in die Kirche, die zum Beispiel die Luftfeuchtigkeit kontinuierlich aufgezeichnet haben. Nach einem Jahr gab es konkrete Feststellungen: Die Kirche wird viel zu schnell auf- und abgeheizt. Das führt zwangsläufig zu rasanten Temperaturunterschieden. Ein Gutachter hat dem Bistum nach Vorlage der Daten Handlungsempfehlungen aufgezeigt. Parallel wurden Restauratoren eingeschaltet, die zunächst den Schimmel beseitigt und Holzwürmer behandelt haben. Es müssen aber zwangsläufig Maßnahmen erfolgen, um dauerhaft das Problem in den Griff zu bekommen. Vorgesehen ist ein stufenweises Handeln. Die Experten setzen auf eine elektronische Lüftungssteuerung. Die Anlage öffnet die speziell dafür vorbereiteten Fenster automatisch, wenn es die klimatischen Bedingungen zu- lassen. Zunächst steht das Fenster hinter dem Altar im Fokus. „Wichtig ist dabei, dass es kein Handeln mehr in eigenem Ermessen gibt“, stellt die Architektin heraus. Ein ehrenamtlich tätiger Küster könne das nicht leisten. Nicht zuletzt würden auch die Orgel und der Hochaltar ein bestimmtes Klima benötigen. Angebote für die Steuerungsanlage werden gerade eingeholt. Für ein nachhaltiges Vorgehen kämen später auch wieder Datenlogger zum Einsatz. Für weitere Sanierungsarbeiten am Hochaltar wird er für die nächste Zeit eingerüstet.

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