Neujahrsempfang des Ortsrates Bad Salzdetfurth / Ortsbürgermeister steigt für Rede auf den Tisch

300 Euro für kirchliche Flüchtlingshilfe

Traditionell steigt Bad Salzdetfurths Ortsbürgermeister zur Neujahrsansprache auf den Tisch. Für Reinhard Stoffregen ist es eine Premiere. Foto: Vollmer

Bad Salzdetfurth J Die Ärmel hochkrempeln, die Probleme nacheinander erkennen und anpacken: Darin sieht Bad Salzdetfurths Ortsbürgermeister Reinhard Stoffregen eine der Hauptaufgaben für das Jahr 2016. „In unserer Kurstadt sind doch eine Menge ungelöster Probleme aufgetreten, die nicht mal so eben vom Tisch gewischt werden können“, erklärte der Chef des Ortsrates beim traditionellen Neujahrstreffen, bei dem die Kommunalpolitiker stets ihren Zylinder zücken.

Als Beispiele nannte er die frühere Grundschule am Papenberg samt Sporthalle oder die Zukunft des Museums. „Es gilt, für alle die bestmögliche und bezahlbare Lösung herauszuarbeiten. Ein wichtiger Aspekt ist es, mit den Bürgern die Vorgehensweise zu beraten“, sagte Reinhard Stoffregen. Dieses sei nicht einfach und würde auch sicherlich nicht immer ohne Auseinandersetzungen ablaufen. „Aber wenn ich als Ortsbürgermeister, die Verwaltung und die Bürger in unserer Gemeinde etwas erreichen möchten, geht das nur so“, meinte er.

Für die Zukunft wünscht sich Stoffregen von der Verwaltung mehr Bürgernähe und „weniger grundsätzliche Weisungen und Anordnungen“. Ein Thema war auch die Flüchtlingssituation in der Kurstadt. „Wir haben derzeit die Flüchtlinge dezentral untergebracht und hoffen, dass wir weitere größere Aufnahmen zunächst nicht organisieren müssen. Aber welche Personenzahl auch immer, wir müssen diese Männer, Frauen und Kinder als Mitmenschen unserer Gesellschaft ansehen und ihnen Respekt zollen“, erklärte der Ortsbürgermeister, der rund 40 Vertreter der Vereine und Verbände in der Gaststätte „Zur Altstadt“ begrüßen konnte. Ein Dank galt vor allem auch dem Runden Tisch und den vielen Menschen, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren.

Stoffregen bittet alle Bürger, sich auch weiterhin an den laufenden Beratungen zum neuen Stadtentwicklungskonzept aktiv zu beteiligen. „Jeder sollte ehrlich seine Meinung über die Stadt äußern“, betonte der Kommunalpolitiker. Auch 2016 gebe es in der Stadt wieder zahlreiche Anlässe, um miteinander zu feiern. Ein Höhepunkt ist zum Beispiel die 170-Jahr-Feier des Männergesangvereins Eintracht. Zu Beginn seiner Neujahrsansprache, zu der der Ortsbürgermeister traditionell auf einen Tisch steigt, gedachte Stoffregen seinem Amtsvorgänger Wolfgang Dettmer, der im Frühjahr 2015 nach kurzer schwerer Krankheit verstorben war. „Wohl fast jeder Bürger hat Wolfgang als loyalen, hilfsbereiten und zuhörenden Menschen geschätzt und von ihm stets eine helfende Hand oder hilfreiche Antwort erhalten“, sagte Stoffregen, bevor sich alle zu seinen Ehren von den Plätzen erhoben.

Landrat Reiner Wegner nutzte die Gelegenheit, um über aktuelle Themen zu berichten. Er kündigte eine weitere Unterstützung der Runden Tische, die sich im Kreis um die Flüchtlingsarbeit verdient machen, an. Bad Salzdetfurths Bürgermeister Henning Hesse blickte unter anderem auf die grundlegende Sanierung des Freibades oder das neue Gewerbegebiet In der Masch. Dort würden nach der Ansiedlung von Betrieben nicht zuletzt auch neue Arbeitsplätze entstehen. Das Treffen zu Beginn eines neuen Jahres sei eine gute Gelegenheit, um sich in zwangloser Runde auszutauschen. „Dabei kann auch Zukunft gestaltet werden“, so Hesse. Pastor Klaus-Daniel Serke berichtete, dass ein Flüchtling im Relexa-Hotel eine Tätigkeit aufgenommen hat. „Aber es ist schon sehr mühselig, dass jemand in Arbeit kommt. Auf dem Weg befinden sich viele Klippen und Hürden, die zu meistern sind“, meinte der Geistliche. Einen Dank richtete Reinhard Stoffregen an die Bäder GmbH, die den Empfang als Sponsoren unterstützt haben. Zur guten Tradition zählt auch die Spendensammlung in den Reihen der Besucher. Der Ortsrat rundete den Betrag kurzerhand auf 300 Euro auf. Das Geld ist in diesem Jahr für die Flüchtlingshilfe der Kirche bestimmt. mi

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare