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Eine große Erfolgsgeschichte

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Gespräche sind für die Mitstreiter der Heinder Nachbarschaftshilfe sehr wichtig. In gemütlicher Runde lässt es sich nett mit Uta Knigge (rechts) plaudern. Foto: Vollmer
Gespräche sind für die Mitstreiter der Heinder Nachbarschaftshilfe sehr wichtig. In gemütlicher Runde lässt es sich nett mit Uta Knigge (rechts) plaudern. Foto: Vollmer

HEINDE J Seit fünf Jahren erfreut sich die Initiative „Heinder für Heinder“ nun schon großer Beliebtheit. Wohl niemand der 16 Aktiven, die sich derzeit im Team der Nachbarschaftshilfe engagieren, hätte wohl jemals vermutet, welchen Erfolg sie mit dem Angebot landen. Das Spektrum reicht von monatlichen Spiele-nachmittagen über einen Besuchsdienst bis zur Hausaufgabenhilfe. Besonderen Wert legt die Initiative darauf, dass alles gemeinsam entschieden und geplant wird. Einen Leitungskreis wie in anderen Städten gibt es in Heinde nicht. „Damit sind wir bisher sehr gut gefahren“, berichtet Heidi Brinkop. Zu den monatlichen Sitzungen sind daher alle Mitstreiter willkommen. Mit einer festen Tagesordnung werden sowohl die vergangenen Wochen reflektiert als auch weitere Planungen und Absprachen getroffen. Wo ist Hilfebedarf entstanden? Wer kann noch eine Anfrage oder Aufgabe übernehmen?

In Roses Scheune wurde damals der Grundstein für die Erfolgsgeschichte gelegt. Marietta Tebbenjohanns hatte als Initiatorin alle Einwohner eingeladen, um über die Grünung einer Nachbarschaftshilfe zu informieren. Nach einer großen Resonanz und einer Findungsphase nahm die Gruppe vor fünf Jahren ihre Arbeit auf. Mittlerweile kennt fast jeder im Ort die Angebote der HfH, wie sich die Gruppe in Kurzform nennt. Die Arbeit ist mittlerweile so bekannt, dass sich auch Bürger aus anderen Gemeinden bei den ehrenamtlich Tätigen melden. Doch da findet all das Engagement auch ihre Grenzen. „Aber manchmal hilft es auch schon, einfach nur miteinander zu reden“, betont Heidi Brinkop. Schließlich gibt es auch in Heinde jede Menge zu tun.

Derzeit werden im Rahmen einer Kooperation mit der Grundschule Hausaufgabenbetreuung, Mathe-Hausaufgaben-Hilfe für die Klassen fünf bis zehn von einem Fachlehrer, außerdem Besuchs- und Fahrdienste, kleine handwerkliche Tätigkeiten oder Hilfe beim Ausfüllen von Formularen angeboten. Ein großer Renner ist ein Spielenachmittag, der jeweils am dritten Mittwoch ab 16 Uhr nicht nur Senioren in das Gasthaus Gieseke lockt. Dann stehen Uno, Canasta, Rommé oder Mensch ärgere Dich nicht auf dem Programm.

Etwas Besonderes ist ganz sich auch der Besuchsdienst. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe Mädchen im Alter von zehn bis zwölf Jahren, die großen Spaß daran haben, ältere Frauen aus Heinde ein paar abwechslungsreiche Stunden zu verschaffen. Zunächst wurden sie von einer Lehrerin begleitet, mittlerweile sind die Mädels allein unterwegs.

Im Rahmen der monatlichen Treffen entstehen immer wieder neue Ideen für die Nachbarschaftshilfe im Ort. Jeder Helfer investiert für das Projekt nur soviel Zeit, wie ihm möglich ist. Niemand soll überfordert werden. Der persönliche Austausch und die Geselligkeit kommen bei den Zusammenkünften aber niemals zu kurz. Schließlich entstehen meist bei einem Glas Wein und einem Imbiss die kreativsten Gedanken.

HfH ist Mitglied im Netzwerk „Nachbarschaftshilfen der Region Hildesheim“ und steht damit im Verbund der anderen vier Initiativen im Landkreis. Seit 2015 bildet die Initiative eine weitere Säule der evangelisch-lutherischen Kirchegemeinde Innerstetal. „Der Beitritt macht gerade formelle Dinge wie die Absicherung der Helfer einfacher“, ergänzt Reinhard Brinkop.

Vertraulichkeit ist den Mitstreitern sehr wichtig. Vor ihrem Einsatz erklären sie schriftlich, dass die Namen der Hilfesuchenden nicht nach außen getragen werden. „Neben den regelmäßigen Aktivitäten erhalten wir sporadisch Anfragen, ob wir jemanden unterstützen können“, erzählt Klaus Schwetje. Der Heinder glaubt fest daran, dass viele die Hilfe nicht in Anspruch nehmen, weil sie kostenfrei ist. Das sei auch ein Grund dafür gewesen, Mitglied in der Kirche zu werden. „Was wir tun, ist Diakonie in reinster Form“, bringt es Heidi Brinkop auf den Punkt.

Mittlerweile heißt es im zweiten Jahr „Ferien im Innerstetal“. Bei dieser Initiative stehen drei Veranstaltungen im Mittelpunkt, die gemeinsam von der Nachbarschaftshilfe und der Kirchengemeinde vorbereitet werden. Ein Sommer-Grillabend an der Innerste sowie ein spanischer Abend haben bereits zahlreiche Gäste angelockt. „Wir haben gut 40 Prozent mehr Besucher als im vergangenen Jahr verzeichnet“, erzählt Klaus Schwetje. Dabei geht es darum, Menschen zusammenzubringen: Familien, Senioren, Heimgekehrte und Daheimgebliebene. Als Dritter und letzter Programmpunkt öffnete zum fünfjährigen Bestehen der Nachbarschaftshilfe ein zünftiger Biergarten in Walshausen seine Pforten. Die Besucher haben sich über kleine Leckereien, Livemusik und natürlich gut gekühlte Getränke sehr gefreut. Ebenso wurden in geselliger Runde verschiedene Lieder angestimmt. mi

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