Ortsrat erkennt die Gegebenheiten an

„Die Brücke muss abgerissen werden“

Die Fußgängerbrücke wird in den nächsten Tagen abgerissen. Foto: Martensen

BAD SALZDETFURTH J Bei der Sitzung des Bad Salzdetfurther Stadtrates Anfang Juli war die gesperrte Fußgängerbrücke zwischen der Gartenstraße und der Unterstraße bereits Gegenstand der Einwohnerfragestunde. Zur Sitzung des Ortsrates am 28. Juli erschienen 50 Zuhörer, um ihren Unmut mit der jetzigen Situation auszudrücken (die RuBS berichtete). Die Brücke ist nach Aussage der Verwaltung nicht mehr verkehrssicher und daher gesperrt. „Eine Reparatur“, so teilt die Verwaltung seit Mai auf ihrer Homepage mit, „ist nicht mehr lohnend. Daher hat sich die Stadt Bad Salzdetfurth entschlossen, die Brücke komplett abzubauen.“ Genau das sei nicht richtig, „die Brücke ist reparabel“, sagt Anwohner Horst Geldmacher. Ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten bestätige dies. Im Ortsrat war man sich einig, entweder wird die Brücke repariert oder es muss eine neue her. Die Verwaltung wurde vom Ortsrat beauftragt, bis zum 31. August eine entsprechende Kostenaufstellung für beide Alternativen zu ermitteln.

Jetzt kommt Bewegung in die Angelegenheit. Bürgermeister Henning Hesse hatte gestern zu einer Gesprächsrunde geladen, an der neben Hans-Joachim Kamrowski und Josef Ringe-Krause von der Verwaltung auch Reinhard Stoffregen und Dr. Bernhard Evers vom Ortsrat teilgenommen haben. Bürgermeister Hesse berichtete einleitend von zahlreichen Gesprächen und Terminen, die nach der Ortsratssitzung durchgeführt wurden, um eine befriedigende Lösung zu finden und teilte seine Entscheidung mit: „Aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht ist es unabdingbar, die Brücke zeitnah abzureißen.“ Das soll bereits in den nächsten Tagen passieren. Josef Ringe-Krause vom Bauamt erinnerte daran, dass die Stadt 31 Brücken zu unterhalten hat, elf davon sind in den letzten Jahren erneuert worden. Die Fußgängerbrücke zwischen Gartenstraße und Unterstraße wurde 1970 errichtet. Sie wurde bereits teilsandgetrahlt und durch die Verringerung von Stahlteilen ist die nötige Tragkraft nicht mehr gegeben. „Es wurden kleinere Schweißarbeiten durchgeführt, jetzt aber soll in diese Brücke kein Geld mehr reingesteckt werden.“ Die Statikerin, die von Horst Geldmacher beauftragt worden war, hat, so Ringe-Krause, „nach einem Ortstermin, bei dem sie auch einen Blick unter die Brücke geworfen hat, ihre erste Stellungnahme ergänzt.“ Somit ist eindeutig, dass keine Substanz für eine mögliche Sanierung mehr vorhanden ist.

Nach groben Berechnungen würden Kosten von gut 30 000 Euro anfallen, ein Neubau würde bei Kosten zwischen 30 000 und 60 000 Euro liegen, je nachdem, was bei einer Überprüfung der Fundamente heraus kommt. Zudem muss die Bedrohung durch etwaige Hochwasser bedacht werden. Henning Hesse machte klar, dass ihm die Entscheidung schwer gefallen ist, „aber sie war notwendig“.

Dem stimmten auch die beiden Vertreter des Ortsrates zu. Dr. Evers: „Wir stehen in der Verantwortung, das Geld des Steuerzahlers sinnvoll zu verwenden. Die jetzt von der Verwaltung dargestellten Gegebenheiten müssen anerkannt werden.“ Das Thema „Fußgängerbrücke Gartenstraße-Unterstraße“ wird also auch den Ortsrat weiter beschäftigen. rm

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