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Enttäuschte Kinder

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Die Schüler haben bunte Plakate gemalt. Sie wünschen sich ganz schnell eine neue Schule herbei. Mehr als 100 Personen haben am Montag auf dem Schulhof demonstriert.
Die Schüler haben bunte Plakate gemalt. Sie wünschen sich ganz schnell eine neue Schule herbei. Mehr als 100 Personen haben am Montag auf dem Schulhof demonstriert. © Michael Vollmer

Groß Düngen – Die Botschaft war eindeutig: „Nicht warten, jetzt starten!“ oder „Wie lange sollen wir noch warten?“ stand zum Beispiel auf den bunt bemalten Plakaten, die die Kinder am Montagnachmittag bei einer Demo auf dem Groß Düngener Schulhof in die Höhe hielten. Grund für den Unmut ist die lange Zeit, bis der Schulneubau kommt. Die Eltern führen ebenfalls die aus ihrer Sicht gravierenden Mängel an, mit denen die Schülerinnen und Schüler noch bis zur Einweihung der neuen Grundschule leben müssen.

Nach dem aktuellen Planungsstand beginnen die Bauarbeiten voraussichtlich im Jahr 2025. Der Beschluss des Rates, eine neue Grundschule in Groß Düngen zu bauen, liegt mittlerweile vier Jahre zurück. Das alte Gebäude abzureißen und auf dem benachbarten Sportplatz eine neue Grundschule zu errichten, kam nicht infrage. Experten hatten festgestellt, dass die Mängel und Schäden an dem Gebäudekomplex zu groß sind. Eine Sanierung schied daher allein aus Wirtschaftlichkeitsgründen aus. 

Die Groß Düngener kritisieren, dass sich der Baubeginn schon mehrfach verzögert hat. Neben der langen Zeit sorgen sich Eltern und Schulleitung um das Wohl und die Sicherheit der Kinder im alten Gebäude. Bei der Demo haben mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die auf Einladung der Elternvertreter auf den Schulhof gekommen waren, ihrem Ärger nun Luft gemacht.

Erfolglos

Zusammen mit ihren Vätern und Müttern warteten die Kinder auf Bürgermeister Björn Gryschka, der sich zusammen mit Schul- und Elternvertretern die Mängel auf dem Gelände angeschaut hatte. Als Gryschka dann kam, war allerdings die Enttäuschung bei allen groß. Der Bürgermeister würdigte die Kinder keines Blickes und verließ mit dem Hinweis auf einen Folgetermin den Schulhof. Selbst die Bemühungen einiger Eltern, sich doch kurz den Kindern zu widmen, verliefen erfolglos.

„Er hat mir gegenüber sehr ungehalten und sauer reagiert“, erklärte eine Mutter anschließend. Bürgermeister Gryschka nahm anschließend gegenüber der Presse Stellung: „Für Gespräche mit Elterndelegationen stehe ich gerne zur Verfügung. Mit deren gewählten Vertreterinnen habe ich bereits Gespräche mit einem Maximum an Transparenz und Verbindlichkeit bis hin zu einer Folgeeinladung geführt. Dass Informationen daraus nun instrumentalisiert werden, enttäuscht mich auch persönlich sehr.“

Sicherer Betrieb

Unabhängig davon werde die Stadt Bad Salzdetfurth selbstverständlich ihren Verpflichtungen zum sicheren Betrieb einer Grundschule nachkommen. „Diese Verpflichtungen können nur bei Ortsterminen und nicht bei ‚Demonstrationen‘ geklärt werden, weil es um technisch-rechtliche Sachverhalte geht. Eine Information über deren Ergebnisse hatte ich aber den Elternvertreterinnen bereits im Gespräch vor zwei Wochen zugesagt“, erklärte der Verwaltungschef weiter.

Fußboden erneuern

Neben der Enttäuschung über das Verhalten des Bürgermeisters fiel auch die Bilanz über das vorangegangene Gespräch bei den Eltern eher zurückhaltend aus. „Es wurde viel geredet, aber wenig gesagt“, meinte der Vorsitzende des Fördervereins, Guido Dietze. Aber immerhin soll wohl in den Sommerferien der Fußboden erneuert werden. Dabei steht die Erneuerung der Schutzschicht im Mittelpunkt. Im Herbst 2017 hatten Untersuchungen ergeben, dass in den Böden Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalten sind. Die aufgetragene Schutzschicht hatte sich teilweise wieder abgelöst. Die Eltern, die der Stadt eine Hinhaltetaktik vorwerfen, planen bereits die nächste öffentlichkeitswirksame Aktion. „Dabei lassen wir es keinesfalls bewenden“, so Dietze. mi

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