Feuerwehr Bad Salzdetfurth zieht Bilanz / Viele schwere Einsätze

Busche ist seit 70 Jahren dabei

Stadtbrandmeister Matthias Bellgardt zeichnet Rudi Busche für 70-jährige Mitgliedschaft aus. Foto: Vollmer

BAD SALZDETFURTH J Wer Rudi Busche kennt, denkt sofort auch an die Feuerwehr. Schließlich war der Bad Salzdetfurther von 1973 bis 1988 als Leiter der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Groß Düngen tätig. Als Kreisausbildungsleiter hat er viele Feuerwehrleute geschult und auf den späteren Dienst vorbereitet. „Es war hart, hat aber Spaß gemacht“, erinnert sich Bad Salzdetfurths Stadtbrandmeister Matthias Bellgardt. Während der Hauptversammlung der Ortswehr wurde Rudi Busche nun für seine 70-jährige Zugehörigkeit mit der Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes ausgezeichnet.

In den vergangenen Jahren hat das Feuerwehr-Urgestein sämtliche Ehrungen erhalten, die es gibt. An vorderster Stelle steht ohne Frage das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Gold. „Das bekommen nur sehr wenige Menschen“, sagte der Stadtbrandmeister: „Zu den Wehren im Stadtgebiet pflegte Rudi Busche, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat, stets gute Kontakte.“ Ihm sei es eine große Freude, den Feuerwehrmann mit Leib und Seele nun für seine 70-jährige Verbundenheit zu ehren. „Solch eine Ehrung gibt es nicht alle Tage“, meinte der Stadtbrandmeister. Als zweiter Jubilar nahm der stellvertretende Ortsbrandmeister Kai Zimmermann das Niedersächsische Ehrenzeichen in Silber für 25 Dienstjahre in Empfang.

Der Jahresbericht, den der Stellvertreter vorstellte, war durch zahlreiche schwere Einsätze gekennzeichnet, die manchen Feuerwehrmann an sein Limit brachte. Nicht nur körperlich, sondern auch psychisch wurde 2015 einiges von den Rettern abverlangt. Dazu zählten mehrere schwere Unfälle. Der letzte liegt erst wenige Tage zurück. Kurz vor der Jahreswende war ein 19 Jahre alter Bad Salzdetfurther mit seinem Kleinwagen zwischen Wehrstedt und Bültum tödlich verunglückt (die RuBS berichtete). Bei einem weiteren verbrannte ein Mann in seinem Auto. „Es bleiben auch bei einem routinierten Feuerwehrmann Spuren zurück. Niemand zeigt eine Schwäche, wenn anschließend über solch ein psychisch belastendes Ereignis gesprochen wird. Ich kann nur jedem anbieten, diese Unterstützung anzunehmen. Dafür stehen die Notfallseelsorger jederzeit zur Verfügung“, erklärte Matthias Bellgardt.

Insgesamt verzeichnete die Ortswehr 86 Einsätze, darunter waren 27 Brände. Damit liegt die Zahl in etwa auf dem Vorjahresniveau. Oftmals mussten Türen geöffnet werden. Dahinter fanden die Retter meist hilflose Personen vor, die dann dem Rettungsdienst übergeben wurden. Viel Zeit nahmen auch die 18 Ölspuren in Anspruch. Mehrfach handelte es sich um die gleiche Strecke. Ein besonderer Höhepunkt war die 125-Jahr-Feier mit dem Festumzug, an dem sich zahlreiche Gruppen beteiligten. „In der Bevölkerung ist das Fest sehr gut angekommen. Die einzelnen Veranstaltungen wurden sehr gut besucht“, blickte Ortsbrandmeister Sebastian Kälz zurück. Dabei sei auch die Freundschaft mit der Wehr in der schwedischen Stadt Kungsbacka gepflegt worden.

Die Verantwortlichen freuen sich über einen positiven Trend bei der Mitgliederentwicklung. So ist die Zahl der Aktiven um fünf auf 55 angestiegen. Großen Wert legen die Bad Salzdetfurther Feuerwehrleute auf die Nachwuchsarbeit. Die Jugendfeuerwehr qualifizierte sich sogar für den Bezirksentscheid in Holzminden. Dort landeten auf dem 23. Platz von insgesamt 60 Gruppen. Elf Jungen und ein Mädchen nehmen regelmäßig an den Treffen der Kinderfeuerwehr teil.

Der Stadtbrandmeister beförderte Kai Zimmermann und Dennis Gellner zu Hauptlöschmeistern. Sebastian Kälz freute sich über eine Beförderung zum Oberlöschmeister. Im Haushalt der Stadt sind 65 0000 Euro für eine Ersatzbeschaffung einer Drehleiter enthalten. „Wir sind auf einem guten Weg, eine Neubeschaffung daraus zu machen“, verriet der Stadtbrandmeister.

Betina Schulz-Bank hat kommissarisch die Aufgabe der Schriftwartin übernommen. Bad Salzdetfurths stellvertretender Bürgermeister Thomas Stelzer bedankte sich bei der Feuerwehr für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Neben dem Brandschutz sei auch die soziale Komponente nicht zu vernachlässigen. „Die Wehr ist bei steigenden Mitgliederzahlen gut für die Zukunft aufgestellt“, betonte Stelzer, der ebenfalls die umfangreiche Jugendarbeit lobte. mi

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