Das Programm anlässlich des Internationalen Frauentages wird gut angenommen

Beste Unterhaltung für Frauen

Ursula Geiger und ihre Kooperationspartnerinnen begrüßen die Frauen zum 17. Internationalen Frauentanzfest. An ihm nahm sie das letzte Mal als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bad Salzdetfurth teil. Nächsten Monat geht sie in den Ruhestand, 2015 wird sie dann als Privatperson teilnehmen. Foto: Rischmüller

BAD SALZDETFURTH  Die Stimmung war wie auch in den vergangenen Jahren außerordentlich gut, das Programm anlässlich des Weltfrauentages wieder einmal vielfältig. Den Auftakt machte das Internationale Frauentanzfest.

Mit Bedauern stellte Diakonin Ilona Wewers, die das Tanzen anleitete, fest, dass es sich dieses Jahr leider eher um ein nationales Tanzevent handelte. Denn nur eine Frau aus einem anderen Kulturkreis hatte sich eingefunden. Sie fühlte sich aber sichtbar wohl. Dies bestätigte auch Ursula Geiger, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bad Salzdetfurth. Sie empfinde zwar das Miteinander in einer Beziehung als sehr wichtig, eigene Freiräume auch für Frauen anderer Kulturkreise, seien aber ebenfalls empfehlenswert. Darüber hinaus informierte sie über gleichstellungsrelevante Themen. Teilnehmerin Christa Flätchen, die regelmäßig mittanzt, begeistert das Zusammensein und das gemeinsame Essen jedes Mal aufs Neue. „Es macht einfach Spaß, und auch wenn man mal was falsch macht, ist das vollkommen unwichtig“, fasste sie zusammen.

Viel Neues gab es auch beim Angebot der Kurbetriebsgesellschaft Bad Salzdetfurth. Physiotherapeut Hans-Joachim Haack führte die Schnupperkursteilnehmerinnen in die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen ein. Kurzes Anspannen einzelner Muskelgruppen führt binnen kürzester Zeit zur Entspannung. Der Kurs war komplett ausgebucht und Ilse Welge, die mit ihrer Nachbarin gekommen war, zeigte sich äußerst zufrieden. „Mir hat das sehr gut getan, die Technik kannte ich bisher gar nicht, und jetzt fühle ich mich richtig locker und leicht“, resümierte sie am Ende. Für das im Oktober geplante Angebot mit zehn Treffen würde sie sich sofort anmelden, so begeisterte sie die Schnupperstunde.

Begeistert waren auch die jungen Firmenchefs im Alten Fachwerkhaus, die mit Vorliebe Mütter ins Unternehmen holten. Dass „Muttivation“ und Qualifikation im Anschluss ohne adäquaten Lohn blieben, sei den Müttern ohnehin egal, freuten sie sich doch, Job und Familie unter einen Hut zu bekommen. Heide Michels, Rita Zimmermann und Tanja Keilen als Praktikantin Laura Dilettante würzten ihr Frauen-Kabarettprogramm mit einer gehörigen Prise Sarkasmus und Witz. „Merken Sie, dass Sie den Dreck anderer Leute in die Schuhe geschoben bekommen“, fragten sie im Publikum auf der Suche nach Mobbing-Opfern. Burnout, Rente mit 67 bei gleichzeitiger Altersdiskriminierung, Leiharbeit, Teilzeitarbeit, die Entscheidung für schnuckelige Geduldspröbchen, die sich zum Karriere-Super-GAU entwickeln (gemeint ist der Störfaktor Kind) und gegenderte Kindergärten (Jungs nehmen nun rosa Pistolen und es heißt statt peng, peng, peng einfach pink, pink, pink) boten einen Querschnitt der Themen, die einen in der bunten Arbeitswelt von heute erwarten.

Dass die Kabarettistinnen den Nerv der Zeit trafen, spiegelte sich im zustimmenden Lachen des Publikums wieder. Eine Zuschauerin fühlte sich besonders vom Thema Altersdiskriminierung angesprochen. So habe sie es erlebt, dass jüngere Mitarbeiter eingestellt wurden, weil ältere angeblich nicht mehr „so belastbar“ seien. Darüber hinaus seien sie billiger. Das Programm der Kölnerinnen fand sie lustig. „Alles schön treffend, guter Gesang und viele kritische Ansätze zum Nachdenken“, fasste sie zusammen.

Eines jedoch unterschied sich deutlich von den vergangenen Jahren: Die leichte Wehmut am Ende der Veranstaltungen. Denn Ursula Geiger, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bad Salzdetfurth, wird im nächsten Monat in ihren wohlverdienten „Unruhestand“ gehen. Demzufolge nutzten viele Kooperationspartnerinnen die Möglichkeit, sich für ihr Engagement für die Menschen in der Stadt und der Region zu bedanken. ar

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