Groß Düngener lernen syrische Flüchtlingsfamilie beim Nachbarschaftstreffen kennen

Begegnung bei Kaffee und Fadennudelkuchen

In gemütlicher Runde lernen sich Groß Düngener und die junge Familie aus Syrien kennen. Foto: Konrad-Nöhren

GROSS DÜNGEN J Seit Juli wohnt die syrische Familie Hassan in Groß Düngen. Jetzt haben sich Nachbarn bei Kaffee und Kuchen mit der fünfköpfigen Familie aus Aleppo getroffen, um sich näher kennenzulernen.

Gabriele Viezens von der katholischen Kirchengemeinde hat sich von Anfang an um die Familie Hassan gekümmert und ein kleines Netzwerk um das Ehepaar mit ihren drei Kindern geknüpft. So hat während der Sommerferien Mechtild Wolff dem Paar zu Hause Sprachunterricht erteilt, während sich Gabriele Viezens um die beiden dreijährigen und neun Monate alten Söhne sowie die zweijährige Tochter kümmerte. Auch Groß Düngens ehemalige Bürgermeisterin Lieselotte Bogun hat die Familie als eine direkte Nachbarin weitläufig kennengelernt und daraufhin mit Gabriele Viezens Kontakt aufgenommen. So ist schnell die Idee eines gemütlichen Beisammenseins bei Kaffee und Kuchen mit den Nachbarn entstanden. „Es wäre doch nett, wenn man wüsste, wer jetzt die neuen Anwohner sind“, sagte Lieselotte Bogun und fand in ihrer Nachbarschaft ein positives Echo. Sie hat sich auch bei Asyl e.V. um einen Dolmetscher gekümmert. Der dachte anfangs, dass er schwerwiegende Konflikte lösen müsse und war positiv überrascht, als es sich bei der engagierten Groß Düngenerin um eine gemütliche Kaffeerunde handelte.

Insgesamt haben sich 18 Nachbarn behutsam näher kennengelernt. Auch die deutschen Nachbarn und weitere Unterstützer kamen sich so näher. Viele haben die Kuchentafel mit Selbstgebackenem bereichert, auch die junge syrische Familienmutter hat gebacken und unter anderem einen süßen Kuchen mit einer Art gerösteten Fadennudeln mitgebracht. „So etwas haben wir vorher noch nicht gegessen, war aber lecker“, berichtet Gabriele Viezens.

Zwar gibt es weiterhin große sprachliche Barrieren, dennoch herrscht ein zurückhaltendes freundliches Nebeneinander. Beide Initiatorinnen ziehen am Ende eine positive Bilanz. „Wir wollten mit dem Zusammentreffen die Nachbarschaft sensibilisieren und auf beiden Seiten eventuelle Ängste abbauen“. Das ist Bogun und Viezens gelungen, denn inzwischen bringt die Nachbarschaft immer wieder nützliche Dinge wie eine Babywippe oder Gardinen für die syrische Familie vorbei. Die ist dankbar für die große Zuwendung und hofft, in Groß Düngen Fuß fassen zu können. mk

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare