Kurioser Unfall in Wesseln / Autokran muss Fahrzeug bergen

Auto landet auf Gewächshaus

Der Audi 100 des 83 Jahre alten Fahrers landete im Sturzflug auf einem Gewächshaus und einem Abstellschuppen. So einen Unfall haben weder Feuerwehrleute noch Polizeibeamte bisher erlebt, obwohl es in der Vergangenheit in der Nähe öfter gekracht hat. Foto: Vollmer

WESSELN  Von Klara Behrens Gartenhaus in Wesseln ist nur noch ein Haufen Schutt übrig geblieben, nachdem vergangene Woche ein Auto in hohem Bogen darin gelandet war. Polizeibeamter Rainer Born und Ortsbrandmeister Wolfgang Lemke konnten ihren Augen nicht trauen, als sie gegen 15.30 Uhr am Unfallort eintrafen. „So etwas habe ich in meiner 42-jährigen Dienstzeit noch nicht gesehen“, berichtet Born.

Für die Einsatzkräfte war es an sich keine Besonderheit, dass sie zu einem Unfall an den Ortseingang von Wesseln gerufen werden. In der unmittelbaren Nachbarschaft hatte es in der Vergangenheit öfters gekracht. Wie oft, können sie nicht sagen. Mal musste eine Mauer dran glauben, an einem anderen Tag ein Zaun. Aber dieser Unfallhergang war dann auch für die Retter neu: Gegen 15.30 Uhr wollte ein 83-jähriger Hildesheimer eigentlich nach rechts in Richtung Bad Salzdetfurth abbiegen. Er bekam aber die Kurve nicht mehr, so dass sein silbergrauer Audi 100 an der Detfurther Straße auf eine Grünfläche geriet. Nachdem er einen Zaun umgepflügt hatte, schoss der Wagen auf eine Anhöhe, die letztlich als Sprungschanze diente. Von dort aus ging es dann steil abwärts zwischen das Gewächshaus und eine Hütte. Auf dem Dach der beiden Häuschen kam der Audi schließlich zum Stehen. Der Fahrer wurde vorsorglich vom Rettungsdienst in ein Hildesheimer Krankenhaus gebracht. „Augenscheinlich war er unverletzt“, berichtete Rainer Born. Er vermutet, dass der Hildesheimer viel zu schnell unterwegs war. Sei wäre er sicher bereits vor dem Hügel zum Stehen gekommen. Wenig später kam dann auch ein Abschleppwagen in Wesseln an. Doch die Mitarbeiter der Firma konnten an Ort und Stelle wenig ausrichten. Mit einer Seilwinde war eine Bergung aus der Lage kaum möglich. Als einzige Möglichkeit blieb nur, mit einem Autokran das Problem zu lösen. Dafür musste dann die Bundesstraße in den Nachtstunden für eine Stunde gesperrt werden. Erst dann gelang es, den Audi aus dem Garten zu heben. Auf der Grünfläche blieb unter anderem ein völlig zerstörtes Gartenhaus samt Geräteschuppen zurück. Auch der Zaun muss erneuert werden. In Mitleidenschaft wurde auch ein Obstbaum gezogen. Für die Polizei ist der Fall bereits abgehakt. Der Fahrer muss lediglich mit einem Verwarngeld rechnen. Die Schadentilgung ist dann eine zivilrechtliche Angelegenheit zwischen der Versicherung und dem Geschädigten. Die Polizei beziffert den Schaden auf 4 000 Euro. Dazu kommen die nicht unerheblichen Bergungskosten. Die Feuerwehr Wesseln/Detfurth konnte ohne Maßnahmen zu ergreifen schnell wieder in ihren Standort zurückkehren. mi

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