Heckenbeck schafft außerschulischen Lernort und Naherholungsraum

Schulwald versus Klimawandel

Franziska Schwarz mit Dr. Klaus Innecken  (BI Bürgerschaft Heckenbeck), Geschäftsführerin Susanne Kenntemich (Verein Aktives Leben & Lernen), Schulleiter Felix Ordemann, der stellvertretenden Direktorin der Stiftung Zukunft Wald, Franziska Dannenberg, und Landrätin Astrid Klinkert-Kittel Schulwald
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Der Vertrag ist besiegelt: Darüber freut sich Bürgermeisterin Franziska Schwarz mit Dr. Klaus Innecken (BI Bürgerschaft Heckenbeck), Geschäftsführerin Susanne Kenntemich (Verein Aktives Leben & Lernen), Schulleiter Felix Ordemann, der stellvertretenden Direktorin der Stiftung Zukunft Wald, Franziska Dannenberg, und Landrätin Astrid Klinkert-Kittel.

Heckenbeck – „Und wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen...“: Demnächst entsteht auch in der Bad Gandersheimer Ortschaft Heckenbeck ein Schulwald gegen die Auswirkungen des Klimawandels.  

Heckenbecker*innen gelten von jeher als im Natur- und Umweltschutz engagiert. Hinter dem gerade feierlich in der Freien Schule unterzeichneten Kooperationsvertrag für den Schul- und Bürger*innenwald und damit für das waldbezogene Umwelt- und Nachhaltigkeitsprojekt der Stiftung Zukunft Wald stehen der Grundstückseigentümer, die Stiftung Zukunft Wald, die Freie Schule Heckenbeck und die Bürgerinitiative Heckenbeck. Die Vertragsdauer: 30 Jahre.

Mit dem Schulwald ermöglicht wird ein außerschulischer Lernort für waldpädagogische Veranstaltungen und Umweltbildung: Schüler*innen sind aktiv eingebunden und werden unter fachkundiger Anleitung alle notwendigen waldbaulichen und ökologischen Maßnahmen, wie zum Beispiel die Pflanzung heimischer Baum-, Strauch- und Obstbaumarten sowie Pflege- und Experimentalarbeiten vornehmen.

Der neue, „bunt gemischte“ Wald gegen den Klimawandel in Heckenbeck wird der elfte im Landkreis Northeim sein. Und er gilt in der Region mit seinen vier Hektar Fläche als der größte: Über 2200 Bäume werden hier im November gepflanzt, erklärte Gert Habermann, der als Planer und Initiator schon vieler Schulwälder in der Region auch diesen Wald plant und im August mit den Vorarbeiten beginnt: die Pflanzplätze ausschieben wird und den 650 Meter langen Wildzaun errichten lässt. Auf der zwei Hektar großen künftigen Waldfläche werden 1250 Bäume gepflanzt. Unter den geplanten 22 Baumarten befinden sich dann etwa jeweils 100 Amberbäume, Traubeneichen und Hainbuchen – und 925 Sträucher von 16 Arten sollen hier ebenfalls gedeihen. Für die Fläche mit 24 hochstämmigen alten Obstbaumsorten hat der Naturschutzbeauftragte des Landkreises Northeim darüber hinaus 1,8 Hektar eingeplant, die obendrein noch weiter als Schafweide genutzt werden kann. 

Aufgrund seiner Größe wird der Wald als Schul- und Bürger*innenwald angelegt. Die für das Heckenbecker Projekt veranschlagten Kosten – Habermann hat Gesamtkosten von 15 000 Euro ermittelt – finanziert zu 100 Prozent die Stiftung „Zukunft Wald“ der Niedersächsischen Landesforsten. Das Ziel: Dem Klimawandel und seinen längst deutlich spürbaren verheerenden Folgen entgegen zu wirken. Das Motto der Aktion: „Schulwälder gegen Klimawandel – Pflanzt nicht Worte, sondern Bäume Schulwälder für Generationen.“ Habermann: „In ihrem grünen Klassenzimmer lernen Schüler und Schülerinnen etwas über den großen Wert des Waldes und über die Tier- und Pflanzenarten.“ Sie würden im wahrsten Sinne des Wortes die Natur und Zusammenhänge „begreifen“. Darüber hinaus werde sich der Schul- und Bürger*innenwald zu einem „wunderschönen Naherholungsraum“ entwickeln.

Nicht nur junge Menschen profitierten von Schulwäldern, betonte Bad Gandersheims Bürgermeisterin Franziska Schwarz. Das habe sie im Bad Gandersheimer Schulwald am Gelände der Landesgartenschau beobachtet: „Auch die Erwachsenen lernen viel.“ Es sei schön, dass sich jetzt auch Heckenbeck des Themas Schulwald annehme, meinte Schwarz: „Das Beispiel sollte Schule machen.“ Das sieht auch die Northeimer Landrätin Astrid Klinkert-Kittel so: Wie wichtig das Klima für junge Menschen sei, habe die Fridays-for-Future-Bewegung gezeigt. Ein Projekt, das Wald und Schule zusammenbringe, sorge für bewusstes Erleben und nachhaltiges Verständnis für den Zusammenhang von Umwelt-, Natur- und Klimaschutz.

Die Freie Schule Heckenbeck versteht die Anlage von Schulwäldern auch als „ein Signal an die Politik“, den Worten und Bekenntnissen zum Klimaschutz Taten folgen zu lassen: „Wir können schon lange nicht mehr nur über Klimaschutz reden, sondern müssen handeln. Dies betrifft nicht nur jede(n) Einzelne(n), sondern auch die Politik. Dazu zählen u.a. der schnelle Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe und eine bodenschonende Landwirtschaft ohne Massentierhaltung.“ 

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