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Domfestspiele starten Audiodeskription

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Beim „Kleinen Horrorladen“ gibt es am 12. August eine Audiodeskription.
Beim „Kleinen Horrorladen“ gibt es am 12. August eine Audiodeskription. © Julia Lormis

Bad Gandersheim – Wer bei den Gandersheimer Domfestspielen das Geschehen auf der Bühne vor der Stiftskirche nicht verfolgen kann, weil er blind oder sehbehindert ist, kann in dieser Spielzeit erstmals eine live gesprochene Audiodeskription nutzen. Dabei sollen die Besucher bei ausgewählten Vorstellungen erleben können, wie sich Musik und Bilder der Inszenierung durch eine zeitgleiche Beschreibung im Kopf zu einem Ganzen verbinden. Niedersachsens größtes Freilichttheater arbeitet dabei mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen sowie der Stiftskirchengemeinde Bad Gandersheim zusammen, unterstützt von der Aktion Mensch. Die Idee für das inklusive Projekt ist erst kürzlich bei einem Gespräch zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Gandersheimer Domfestspiele, Uwe Schwarz MdL, und dem Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenverbandes, Hans-Werner Lange, entstanden und konnte schnell umgesetzt werden. „Ich freue mich riesig, dass wir in dieser Spielzeit damit starten“, sagt Geschäftsführer Thomas Groß. „Audiodeskription ist beim Freilichttheater bislang einzigartig, damit haben wir ein Alleinstellungsmerkmal und sind auf dem besten Weg zu einem inklusiven Theater.“

Der erfahrene Audiodeskriptor Paul Beßler, der unter anderem auch im Staatstheater Braunschweig oder im Eintracht-Stadion bei Fußballspielen in Braunschweig live das Geschehen beschreibt, wird in Bad Gandersheim aus einem Büro der Stiftskirchengemeinde mit bestem Blick auf die Bühne vor dem Dom seine Beschreibungen auf die Kopfhörer der im Publikum sitzenden Sehbehinderten oder Blinden senden. Audiodeskription bieten die Gandersheimer Domfestspiele in diesem Jahr bei den Vorstellungen von „Der kleine Horrorladen“ am Freitag, 12. August, um 20 Uhr sowie bei Monty Python’s „Spamalot – Die Ritter der Kokosnuss“ am Sonnabend, 13. August, um 15 Uhr an. Für schwerbehinderte Besucherinnen und Besucher gibt es einen Rabatt von 3 Euro, außerdem ist eine Begleitperson frei. Da nur die Kartenzentrale Freikarten für die Begleitung buchen kann, können die Tickets ausschließlich dort gekauft werden. Die Kartenzentrale ist erreichbar unter Telefon 05382/955 3311 oder per E-Mail an kartenzentrale@gandersheimer-domfestspiele.de.

Unter dem Motto „Grüner wird’s nicht“ sind bis zum 21. August vier Stücke vor dem Portal der Stiftskirche sowie ein Studiostück im Probenzentrum zu sehen. Im Familienstück „Die Schatzinsel“ von Sarah Speiser und Jennifer Traum mit Musik von Ferdinand von Seebach frei nach Robert Louis Stevenson begibt sich die junge Alex auf eine geheimnisvolle Insel. Im Krimi „Der Name der Rose“ nach dem Roman von Umberto Eco sucht ein Mönch nach einem sagenumwobenen und gefürchteten Buch. Im Musical „Der Kleine Horrorladen“ übernehmen die Pflanzen (und die Liebe!) die Herrschaft über den Planeten. In der Musical-Satire „Monty Pythons’s Spamalot – Die Ritter der Kokosnuss“ über die Ritter der Tafelrunde und ihre verque(e)ren Heldentaten findet König Artus den heiligen Gral (und nicht nur den!). Als Studiostück wird „Frühstück bei Tiffany“ im Probenzentrum zu sehen sein, ein Theaterabend mit Jan Kämmerer und jeder Menge Humor.

Eintrittskarten gibt es über die Kartenzentrale der Gandersheimer Domfestspiele, Stiftsfreiheit 12, telefonisch unter 05382/955 3311 oder per E-Mail: kartenzentrale@gandersheimer-domfestspiele.de bzw. online unter www.gandersheimer-domfestspiele.de.

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