Hospizgruppe Leinebergland: Neuer „Letzte Hilfe“-Kursus

Die Normalität des Sterbens

Alfeld / Kreis – Dass der Tod ein Teil des Lebens ist, wusste bereits der Gründer des Roten Kreuzes, Henry Dunant. Und unter diesem Gesichtspunkt entwickelte Dr. Georg Bollig aus Schwesig im Jahr 2008 als Gegenpunkt zur „Ersten Hilfe“ sein Konzept der „Letzten Hilfe“.

Annette Oetjen, Koordinatorin der Hospizgruppe Leinebergland, und die Vorsitzende Birgit Leue haben sich von Bollig ausbilden lassen, um Kurse zur „Letzten Hilfe“ durchführen zu können. „Das Sterben macht uns Mitmenschen oft hilflos“, sagt Oetjen: „Die meisten Menschen wünschen sich, in den eigenen vier Wänden zu sterben. Aber in der Realität sterben 60 Prozent der Deutschen in Krankenhäusern oder Pflegeheimen.“ In dem neuen „Letzte Hilfe“-Kursus, der am Sonnabend, 9. November, von 14 bis 18 Uhr bei St. Marien, Marienstraße 1, stattfindet, sollen die Teilnehmer auf das Ableben von lieben Menschen vorbereitet weren. Es geht um die Normalität des Sterbens, um Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten und um die Frage, wie man sich und dem Angehörigen das Leid lindern kann. Am Ende wird auch darüber gesprochen, wie man am besten Abschied nimmt. „Das Thema ist aktueller denn je“, sagt die Koordinatorin der Hospizgruppe insbesondere mit Blick auf die Auslastung von Mitarbeitern in Pflegeheimen. Wie bei der „Ersten Hilfe“ soll es also um die Befähigung gehen, aktiv zu helfen. „Damit ist nicht die Sterbehilfe gemeint, sondern die Begleitung“, stellt Oetjen klar, die betont, dass der Kursus kostenfrei ist, keinerlei Vorkenntnisse nötig sind und er sich keineswegs nur an Mitglieder richtet, sondern für alle offen ist. „Nicht nur ältere Menschen, die ihren Partner begleiten müssen, sind angesprochen. Auch für junge Erwachsene stehen mitunter Aufgaben an, die zu bewältigen sind“, erklärt die Kursusleiterin, die um Voranmeldungen bittet: unter 0174/ 3764098 oder unter kontakt@hospizgruppe-leinebergland.de.

flo

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