Feierstunde auf dem Alfelder Friedhof

Nationaler Gedenktag für die Corona-Opfer – auch im Leinebergland

Die drei Bürgermeisterkandidaten – in Trauer vereint: Andreas Behrens, Kerstin Funk-Pernitzsch, Bernd Beushausen.
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Die drei Bürgermeisterkandidaten – in Trauer vereint: Andreas Behrens, Kerstin Funk-Pernitzsch, Bernd Beushausen.

Region – In vielen Kommunen des Landkreises stehen die Flaggen auf Halbmast, und in Alfeld kam man der Aufforderung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach, eine kleine Gedenkstunde für die Opfer der Corona-Pandemie auszurichten.

„Wir leben in einer Welt der Statistiken“, sagte Bürgermeister Bernd Beushausen auf dem Alfelder Friedhof mit Blick auf das vergangene Jahr. Knapp 80 000 Opfer gab es bisher in Deutschland. Im Landkreis Hildesheim starb der erste Einwohner am 3. April 2020. 170 Opfer folgten, hinzu kommen 96, die „mit Covid“ verstorben sind. Allein in der Stadt Alfeld wurden zehn Todesfälle betrauert. „Es ist müßig, zu fragen, ob jemand mit oder an Corona gestorben ist. Es sind keine Zahlen, sondern Menschen. Es sind Eltern, Großeltern, Brüder und Schwestern“, befand Alfelds Bürgermeister, der klarstellte, dass es die Aufgabe des Staates sei, seine Bürger zu schützen. Er appellierte an alle, temporäre Einschränkungen der Grundrechte zu akzeptieren – bei allen Problemen, die dies insbesondere in familiären und beruflichen Abläufen mit sich bringe. „Wir erleben derzeit eine polarisierte Diskussionskultur“, mahnte er an – und wurde deutlich: „In sozialen Medien und auch in Alfeld wird mitunter mit Holocaust-Symbolik gespielt. Das ist nicht hinnehmbar und wird den Verstorbenen nicht gerecht. Dieser Tag soll auch dazu dienen, uns in Erinnerung zu rufen, dass wir als Demokraten Stellung beziehen müssen.“

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