Feierstunde im kleinen Kreis

Forst-Fachleute im Ruhestand

Evelyn Oberbeck und Peter Plötzl erhalten von Forstamtsleiter Hauke Bruns (Mitte) Dankesworte für die berufliche Lebensleitung.
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Evelyn Oberbeck und Peter Plötzl erhalten von Forstamtsleiter Hauke Bruns (Mitte) Dankesworte für die berufliche Lebensleitung.

In einem coronabedingt sehr kleinen Kreises verabschiedeten die Mitarbeiter des Forstamtes Grünenplan die langjährigen Revierleitungen Evelyn Oberbeck (Revierförsterei Alfeld) und Peter Pötzl (Revierförsterei Sieben Berge) in den Ruhestand.

Alfeld – Als eine der ersten Försterinnen hatte Evelyn Oberbeck im Jahr 1976 an der Fachhochschule in Göttingen das Forststudium begonnen und danach ihre Anwärterzeit im ehemaligen Forstamt Grohnde absolviert. Es folgten Stationen bei der Forstlichen Versuchsanstalt in Escherode sowie im Harz in Bad Grund. Dort war sie unter anderem für das Arboretum zuständig. Mit der Reform 2001 wechselte Oberbeck dann „heimatnah“ ins Forstamt Grünenplan – auf die Funktionsstelle Waldinformation und Umweltbildung mit zusätzlichen Aufgaben in der Revierassistenz. Im Jahr 2006 wurde der passionierten Försterin und Jägerin die Leitung der Revierförsterei Alfeld übertragen. Die Stadtforst Alfeld sowie die zur Försterei gehörenden Forstgenossenschaften wurden von Evelyn Oberbeck engagiert bewirtschaftet und betreut. Insgesamt rund 1 450 Hektar umfasst das Revier – mit einem jährlichen Einschlag von rund 10 000 Kubikmetern Holz. Gerade im Stadtwald ergeben sich immer wieder aufwendige Maßnahmen, die ob der besonderen Lage zu bebauten Flächen und der engen Bindung mit der Bevölkerung zusätzlichen Einsatz und Abstimmung erfordern. Auch für die mit der Reform im vergangenen Jahr neu zur Försterei gekommenen Forstgenossenschaften hat sich Evelyn Oberbeck nochmals ganz besonders engagiert eingesetzt. In der elterlichen Mühle in Lamspringe wird es ihr mit dem Ruhestand künftig nicht an Arbeit fehlen. Auch Peter Pötzl hat nach dem Studium seine forstliche Laufbahn mit der Anwärterzeit in Grohnde begonnen. Bereits 1987 kam er dann als junger Förster in die Region ins damalige Forstamt Alfeld. Rund drei Jahrzehnte konnte der passionierte Förster dann in seiner Revierförsterei „Sieben Berge“ wirken. Seitdem gab es einige reformbedingte Veränderungen, doch Peter Pötzl blieb mit wechselnden Zuständigkeiten in den Sieben Bergen, in den Vorbergen und im Sackwald seinem Heimatrevier, insbesondere aber auch seinen Forstgenossen über all die Jahre treu. Zuletzt war er für knapp 1 600 Hektar mit einem Jahreseinschlag von rund 10 000 Kubikmetern Holz verantwortlich. Pötzl ist engagierter Förster, Waldbauer und anerkannter Vegetationskundler. Sein Rat war daher bei den Forstgenossen und auch bei den Naturschützern stets gefragt und akzeptiert. Erste Vertragsnaturschutz-Flächen konnten in seinem Revier zwischen Waldbesitz und Naturschutz bereits vor Jahrzehnten verankert werden. Pötzl hat in den drei Jahrzehnten in Eigenregie manch wertvolle Hölzer entdeckt, zu besten Preisen verkauft und so mit wachem Auge zusätzliche Einnahmen für die Forstgenossen erwirtschaftet. Ihm wird es im Ruhestand an Arbeit und Aufgaben nicht mangeln. Als versierter Drechsler lagern noch einige Schätze in Keller und Schuppen, die in Zukunft bearbeitet und in Form gebracht werden wollen. Allen bekannt ist das so genannte Pötzl-Holz. Forstamtsleiter Hauke Bruns nutzte die Gelegenheit, sich für die berufliche Lebensleistung sowie für die freundschaftliche Zusammenarbeit zu bedanken. Die Nachfolge ist in beiden Revieren seit einigen Monaten geregelt. Im Revier „Sieben Berge“ wird Linda Schräer Nachfolgerin, in Alfeld Clemens Kurth der künftige Revierleiter. Die „Neuen“ haben beide ihre Anwärterausbildung vor einigen Jahren im Forstamt Grünenplan gemacht und danach entsprechende berufliche Erfahrungen sammeln können. 

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