Dialysepatientin bringt gesundes Baby zur Welt

Ein echtes Wunder

Alfeld – Ab und an passiert es doch: das berühmte kleine Wunder. Am 12. Februar ist Luis im St. Bernward-Krankenhaus zur Welt gekommen, nach der 40. Schwangerschaftswoche mit 3205 Gramm Gewicht. Was so normal klingt, ist für Luis und seine Eltern Jingyuan Feng und Björn Bertram aus Alfeld eine Sensation. Jingyuan ist seit knapp drei Jahren dialysepflichtig. Nach der Geburt ihres ersten Sohnes versagten plötzlich dauerhaft die Nieren, keine Therapie half. Seitdem muss die 28-Jährige dreimal wöchentlich zur Dialyse.

In solch einer Situation sei es eigentlich so gut wie unmöglich, ein Kind zu bekommen, erklärt Nephrologe Dr. Reiner Verwiebe: „Weniger als zwei Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter, die aufgrund einer chronischen Nierenerkrankung eine Dialysebehandlung benötigen, werden überhaupt schwanger.“ Für den Nierenfacharzt ist die Schwangerschaft von Jingyuan Feng bereits die zweite, die er und seine Kollegen in ihrer Praxis betreuen. „Ich habe nicht damit gerechnet, in meinem Berufsleben überhaupt einmal eine erfolgreiche Geburt bei einer unserer Patientinnen erleben zu dürfen“, stellt Dr. Verwiebe fest. Neben der nahezu täglichen Dialysebehandlung war vor allem die medikamentöse Begleittherapie eine besondere Herausforderung. „Die Mehrzahl der lebenserhaltenden Medikamente für Dialysepatienten ist bei Schwangeren überhaupt nicht geprüft“, erläutert Dr. Verwiebe. Umso wichtiger sei die intensive Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Gynäkologen, den Geburtshelfern und den pädiatrischen Intensivmedizinern gewesen. „Die Betreuung war eine erfolgreiche Gemeinschaftsarbeit der Praxis von Ronald Daubner und Annett Arlt in Alfeld mit der Gynäkologie im St. Bernward-Krankenhaus.“ Noch interessiert sich Luis nicht dafür, welche Hebel in Bewegung gesetzt werden mussten, damit er als gesundes Kind auf die Welt kommen konnte. Ganz so einfach wird der Alltag nicht werden, da bleibt Familie realistisch. „Aber meine Mutter wird uns da sehr unterstützen“, freut sich Björn Bertram.

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