Besitzer des Schlehberghotels wirft der Politik Versagen vor / Insolvenz droht

„Die Menschen müssen aufwachen“

Das Schlehberghotel gibt es seit über 120 Jahren. Ob es nach der jetzigen Krise wieder öffnet, ist nicht sicher.

Region – Eine der ersten Branchen, die hart von der Corona-Krise getroffen wurde, ist das Gastronomiegewerbe. Der erste, der seinen Betrieb bis auf Weiteres geschlossen hat, ist Kai Schubert. Sein Schlehberghotel ist fürs Erste bis 5. April nicht geöffnet.

Schubert will erreichen, dass die Menschen „aufwachen“: „Es geht um Leben um Tod. Die Menschen müssen begreifen, dass Leute sterben werden.“ Ihm geht es in erster Linie nicht um die eigene Person: „Wenn es so kommt, dass ich in die Insolvenz gehe, dann ist es eben so.“ Vielmehr geht es ihm darum, dass seine Mitarbeiter gesund bleiben, denn keiner, der Kundenkontakt hat, gehe derzeit mit einem guten Gefühl zur Arbeit. Dennoch beobachtet er mit Argwohn, dass sich die Menschen der Region beim Bäcker reindrängeln: „Normalerweise müsste man sagen, Abstand halten und erst vier Neue rein, wenn vier Leute rausgehen.“ Warum Baumärkte weiterhin geöffnet haben, warum weiterhin Bauwerke geplant werden und sowieso alle so weitermachen wie bisher, während Schulen und Kitas geschlossen bleiben, kann er nicht verstehen. Er führt dies auf ein Versagen der Politik zurück. Als Beispiel nimmt er sein Metier: „Da darf bis 18 Uhr geöffnet bleiben, als ob das Virus nur abends rauskommt. Absolut inkonsequent.“

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