Überdurchschnittlich hoher Kalkgehalt sorgt für Unmut

Alfelder Wasser: die volle Härte

Kalkhaltiges Nass: Das Trinkwasser in Alfeld. Foto: Schwarzer-Schulz

ALFELD  Die Wäsche wird beim Trocknen bretthart, die Haare spröde, Geräte und Armaturen haben eine sehr kurze Haltbarkeit: Das harte Wasser in Alfeld und Ortsteilen ist für die Bevölkerung schon lange ein echtes Ärgernis.

Richtig teuer wird es für viele auch, denn wer nicht in eine Entkalkungsanlage investiert hat, muss Kaffeemaschine und Co. oft schon nach zwei Jahren ersetzen. Und bei Waschmaschinen lässt sich die Laufzeit nur durch die absolut konsequente Zugabe von Entkalker verlängern. Der Durchschnittswert für die Wasserhärte in Niedersachsen beträgt 14,7 Grad dH (deutsche Härte). Mit aktuellen Werten zwischen 17 und knapp 30 Grad liegt Alfeld also ganz weit vorn, was den Kalkgehalt des Trinkwassers betrifft.

Da Not bekanntlich erfinderisch macht, gibt es in etlichen Haushalten schon gar keine Kaffeemaschine mehr. Wie etwa bei Traudel Dittrich, in deren Wohnbereich ein aktueller Härtegrad von rund 27 Grad nahezu alles im Zeitraffer zerfrisst: „Ich bin es leid, ständig neue Geräte zu kaufen. Deshalb filtere ich den Kaffee wieder wie früher – mit der Hand.“ Dass der dann trotzdem nicht annähernd so schmeckt wie in Gebieten mit weicherem Wasser, ist auch kein Geheimnis. Haare waschen ohne Pflegespülung danach? Geht für die „gemeine Alfelderin“ nur, wenn sie auf Glanz in den Haaren keinen Wert legt. Perlatoren und Heizspiralen der Wasserkocher sind schon nach wenigen Monaten von einer dicken Kalkschicht umgeben, die selbst von normalem Entkalker meist nicht verhindert, geschweige denn im Nachhinein gelöst werden kann. Da helfen oft nur die ganz harten Mittel, von denen der Alfelder, wenn er nicht ständig Neuanschaffungen tätigen kann oder möchte, überdurchschnittlich viel verbraucht. Genauso verhält es sich mit den Mengen an Seife, Spülmittel und Shampoo. Die Wasserwerk Alfeld GmbH teilt auf ihrer Website mit, dass sich ab Mitte Mai die Wasserqualität in den Ortsteilen Langenholzen, Sack, Hörsum, Röllinghausen, Limmer, Warzen, Gerzen, Godenau, Föhrste sowie in einigen Teilbereichen der Kernstadt erneut geändert hat. Diese Bereiche erhalten nun nicht mehr Wasser aus dem Wasserwerk Eimser Weg mit einem Härtegrad von 25 Grad, sondern wieder, wie vorher, das weichere Wasser aus dem Wasserwerk Liethgrund mit 17 Grad. Die vorübergehende Umstellung der Wasserversorgung, die rund ein dreiviertel Jahr gedauert hat, ist damit beendet. Grund war Knappheit in einem der Werke. Als weicher wird das Wasser allerdings von den meisten Betroffenen aktuell eher nicht empfunden, wie im Alfeld-Forum gerade in einer entsprechenden Diskussion zu lesen ist. Denn auch 17 dH sind für den Verbraucher und seine Geräte noch ein ziemlich hartes Brett.

Verwaltungschef Bernd Beushausen meint dazu: „Wir haben das schon durchgesprochen. Rein technisch wäre alles möglich – vom Dazunehmen eines Drittanbieters, um zu mischen bis zum Einbau einer Entkalkungsanlage direkt im Wasserwerk.“ Für den Drittanbieter müssten kostspielige Leitungen verlegt werden und auch die Entkalkungsanlage würde eine sehr große Investition erfordern. Beides wurde als unwirtschaftlich verworfen, denn der Preis pro Kubikmeter Wasser würde sich dadurch um 30 bis 50 Cent erhöhen. Und vom Verbraucher wohl kaum akzeptiert werden. „Wir sind ja froh, Eigenwasser durch die Wasserwerke und einige Brunnen beziehen zu können und ohne Transportleitungen auszukommen“, ist die derzeitige Erkenntnis der Verwaltung. sch

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare