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Lohnt sich ein berufsbegleitendes Studium?

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Fernstudium
Häufig lässt sich ein berufsbegleitendes Studium via Fernunterricht absolvieren. © Franziska Gabbert/dpa-tmn

Studieren statt Freizeit genießen: Wenn sich Berufstätige für eine Weiterbildung neben dem Job entscheiden, wollen sie meist ihre Karrierechancen verbessern. Das Modell ist aber nicht ohne Tücken.

Nürnberg - Wer im Berufsleben vorankommen möchte, kann sich mit einem berufsbegleitenden Studium weiterqualifizieren. Die Karrierechancen verbessern sich durch einen höheren Abschluss oft deutlich.

Dafür verlangt ein Studium neben dem Job den Studierenden einiges ab. Diese Punkte sollten Interessierte beachten:

Voraussetzungen prüfen

Selbstverständlich müssen Interessenten die formalen Voraussetzungen für ein berufsbegleitendes Studium erfüllen. In der Regel ist dies das Abitur oder das Fachabitur. Bei manchen Hochschulen müssen Bewerberinnen und Bewerber zudem Aufnahmetests bestehen. Bei einem berufsbegleitenden Studiengang, der überwiegend in einer Fremdsprache erfolgt, ist oft der Nachweis eines bestandenen Sprachtests Pflicht.

Passende Angebote finden

Wer die grundlegenden Voraussetzungen erfüllt, braucht etwas Glück, um ein Studienangebot zu finden, das fachlich und zeitlich zum Job-Alltag passt. Einer Auswertung des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) zufolge lassen sich zum Beispiel nur rund 16 Prozent der Studienangebote als Teilzeitangebot nutzen.

Wer auf der Suche nach einem passenden Angebot ist, kann etwa auf der Webseite Studienwahl.de nach berufsbegleitenden Teilzeitstudiengängen filtern. Genauere Angaben lassen sich erzielen, wenn man zusätzlich ein bestimmtes Studienfeld wählt.

Studienform wählen

Auch die Studienform spielt eine Rolle. Es gibt Präsenz- oder Fernstudiengänge. Bei Präsenz-Studiengängen besuchen die Studierenden die Vorlesungen abends und an den Wochenenden.

Vorlesung
Nach der Arbeit noch Vorlesungen lauschen: Ein berufsbegleitendes Studium erfordert viel Disziplin und Durchhaltevermögen. © Inga Kjer/dpa-tmn

„Man hat unmittelbaren Kontakt mit Lehrpersonen und Kommilitonen“, hebt Scherupp-Hilsberg als Vorteil hervor. So lassen sich etwa Lernschwierigkeiten besser und schneller bewältigen. Daneben kann das Miteinander die Motivation fördern.

Bei einem Fernstudium, das überwiegend im E-Learning stattfindet, haben Studierende dafür mehr Flexibilität und können Ort und Zeit für ihre Lerneinheiten selbst wählen. Der Nachteil: Es ist unpersönlicher, weil der direkte Kontakt fehlt.

Daneben gibt es auch Misch-Formen. „Hier ist zumindest sporadisch ein Miteinander mit anderen gegeben“, so Scherupp-Hilsberg.

Absprache mit dem Arbeitgeber

Beschäftigte sind nicht verpflichtet, ihren Arbeitgeber über ihr berufsbegleitendes Studium zu informieren. Beate Scherupp-Hilsberg zufolge empfiehlt es sich dennoch, das Unternehmen in Kenntnis zu setzen. Mit dem Hinweis, dass sie ein berufsbegleitendes Studium absolvieren, signalisieren Beschäftigte, dass sie weiterkommen möchten.

Arbeitgeber wiederum können das bei ihrer Personalplanung berücksichtigen und Studierende mittel- oder langfristig für eine höhere Position vorsehen. Manche Arbeitgeber beteiligen sich sogar an den Kosten eines berufsbegleitenden Studiums. Im Gegenzug müssen sich Beschäftigte oft verpflichten, für längere Zeit nicht zu kündigen. Andernfalls müssen sie die Weiterbildungskosten selbst tragen.

Finanzierung klären

Ein berufsbegleitendes Studium ist in der Regel nicht billig. Allein die Studiengebühren können sich Angaben des CHE zufolge auf mehrere Tausend Euro belaufen.

An privaten Institutionen müssen Studierende laut CHE eher mit 15.000 bis 20.000 Euro rechnen, noch teurer können MBA-Pogramme sein. Hinzu kommen Bücher, Prüfungsgebühren und unter Umständen ein geringeres Einkommen, wenn Studierende ihre Arbeitszeit zugunsten der Weiterbildung reduzieren.

Berufsbegleitendes Studium
Wer sich für ein berufsbegleitendes Studium entscheidet, muss dafür voraussichtlich viel Freizeit opfern. © Franziska Gabbert/dpa-tmn

Wie sich das auffangen lässt? Wenn der Arbeitgeber sich finanziell nicht beteiligt, kommen dem CHE zufolge etwa das Weiterbildungsstipendium, das Aufstiegsstipendium oder das Deutschlandstipendium infrage. Auch Studienkredite sind möglich.

Beratung und Unterstützung nutzen

Ein berufsbegleitendes Studium ist ein Stressfaktor. Freizeit bleibt neben der Doppelbelastung kaum. Damit das Vorhaben zum Erfolg führt, kommt es auch auf umfassende und passende Beratungs- und Unterstützungsangebote für berufsbegleitend Studierende an, sagt Sigrun Nickel vom CHE. Solche Angebote bieten die meisten Hochschulen etwa in Form eines Telefon- oder Email-Services. dpa

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