Trotz weniger Antikörper

Immun gegen Covid-19: Forscher weisen Corona-Immunzellen über diesen langen Zeitraum nach

Medizinisches Personal prüft einen IgG-/IgM-Schnelltest zum Covid-19-Antikörper-Nachweis.
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Medizinisches Personal prüft einen IgG-/IgM-Schnelltest zum Covid-19-Antikörper-Nachweis. Forscher kommen jetzt zu dem Schluss: Auch wenn keine Antikörper mehr nachweisbar sind, bleiben Gedächtniszellen im Körper.

Vor kurzem machte noch die Information die Runde, dass man nach einer Corona-Infektion nicht lange immun gegen die Viren sei. Eine neue Studie kommt zu einem anderen Ergebnis.

  • Die Hoffnung vieler: Nach der ersten Infektion mit Coronaviren entwickelt das Immunsystem Antikörper*, die eine erneute Infektion weitaus milder verlaufen lassen – oder sogar ganz verhindern.
  • Studien dazu gibt es wenige, da die erste Corona-Krankheitswelle noch nicht lange zurückliegt. Erste Auswertungen ließen allerdings darauf schließen, dass der Körper eine Corona-Infektion schnell „vergisst“. Der Antikörperspiegel war bei einigen Covid-19-Patienten in Studien rasch abgesunken.
  • Eine aktuelle Studie kommt allerdings zu Ergebnissen, die positiv stimmen.

In Hinblick auf die Corona-Pandemie gibt es so einige brisante Fragestellungen. Darunter auch, ob sich nach einer Infektion mit Coronaviren eine Immunität ausbildet, die vor weiteren Ansteckungen schützt. Ein US-amerikanisches Forscherteam hat sich mit der Thematik beschäftigt – und kam in einer Studie zu einem Ergebnis, das Hoffnung macht.

Shane Crotty vom kalifornischen La Jolla Institute for Immunology und sein Team analysierten die Daten von 185 Covid-19-Patienten, bei welchen die Erkrankung bereits Monate zurück liegt. Die Wissenschaftler konnten feststellen, dass die Immunität auch Monate nach überstandener Krankheit in Form von Gedächtniszellen nachweisbar ist. So waren im Körper verschiedene Arten von Immunzellen nachweisbar, unter anderem solche, die Spike-Proteine auf der Oberfläche von Coronaviren erkennen: „Spike-IgG war über mehr als sechs Monate relativ stabil. Spike-spezifische Gedächtnis-B-Zellen waren nach sechs Monaten häufiger vorhanden als nach 1 Monat“, heißt es in der Veröffentlichung der US-Forscher. Mithilfe von Spike-Proteinen docken die Viren an Rezeptoren auf der Oberfläche von Körperzellen an und dringen so in diese ein. Gedächtniszellen im Körper „merken“ sich den Aufbau der Virenoberfläche und hemmen die Viren am Eindringen in die Körperzellen.

Mehr zum Thema: Kein Einzelfall: Corona-Patienten stecken sich nochmal an – mit einem genetisch veränderten Coronavirus.

Covid-19-Immunzellen noch sechs Monate nach Corona-Infektion im Körper nachweisbar

Den Forschern zufolge können Immunzellen gegen Covid-19 bis zu sechs Monate nach der Infektion im Körper verbleiben und somit eine erneute Ansteckung verhindern, wie Businessinsider.de berichtete. Selbst wenn keine Corona-Antikörper mehr nachweisbar waren, würden wichtige Gedächtniszellen im Körper verbleiben – die vor einem schweren Krankheitsverlauf schützen können, so die These der Forscher. Weitere groß angelegte Studien müssen jetzt folgen, um die Ergebnisse der Studie zu untermauern. (jg) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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