Antikörper-Präparate

US-Corona-Medikament soll Trump geheilt haben: Deutschland sichert sich Präparat für Unsumme – doch wer zahlt?

Ganze 400 Millionen Euro blätterte die Bundesregierung für zwei Antikörper-Medikamente aus den USA hin. Das Präparat REGN-COV2 soll 2.000 Euro pro Dosis kosten.

  • Bamlanivimab (LY-CoV555) vom US-Pharmakonzern Eli Lilly und Casirivimab/Imdevimab (REGN-COV2) des US-amerikanischen Biotechnologie-Konzern Regeneron – zwei Antikörper-Medikamente gegen Corona, die derzeit für Schlagzeilen sorgen. Grund dafür ist die enorme Summe, die die deutsche Bundesregierung für 200.000 Dosen der Medikamente ausgegeben hat: rund 400 Millionen Euro.
  • Der Antikörper Bamlanivimab und REGN-COV2, das zwei monoklonale Antikörper (REGN10933 und REGN10987) enthält, erkennen den Abschnitt des Spike-Proteins, mit dem Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt, wie die Deutsche Apotheker Zeitung informiert. Die Antikörper binden an das Spike-Protein auf Coronaviren und hindern das Virus so, an Zellen anzudocken und einzudringen. Der Haken: Die Medikamente sind in der EU noch nicht zugelassen und helfen auch nicht jedem*.
  • Das Mittel REGN-COV2, das auch für Ex-Präsident Donald Trumps Genesung verantwortlich sein soll, kostet pro Dosis rund 2.000 Euro, wie die Deutsche Welle als Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland informiert. Doch die Krankenkassen wollen nicht zahlen.

In Deutschland läuft die Abrechnung von ärztlich verordneten Medikamenten und Therapien in der Regel über die Krankenkassen, wenn es sich um anerkannte und zugelassene Therapien handelt. Doch die neuen Antikörper-Medikamente aus den USA, die die Bundesregierung trotz fehlender Zulassung in der Europäischen Union gekauft hat, bergen Konfliktpotential. So ist (noch) nicht geregelt, wie behandelnde Ärzte und Kliniken den Einsatz der neuartigen Präparate abrechnen können.

Die Bild ist der Frage nachgegangen, wer die Kosten trägt, wenn man das Mittel REGN-COV2 als Patient verabreicht bekommt. Der Verband der Krankenkassen (GKV) gibt dazu eine klare Ansage: „Da die Bundesregierung das Mittel gekauft hat, erscheint es uns plausibel, dass sie es auch bezahlt.“ 2.000 Euro soll eine Dosis kosten. Wie die Deutsche Welle informiert, liegt der Preis bei Antikörper-Präparaten deshalb so hoch, weil sie sehr schwer zu produzieren sind. Die Hersteller müssten der Bild zufolge mit lebenden Zellen arbeiten und benötigen dafür hochspezialisierte und kostspielige Anlagen.

Antikörper-Medikament REGN-COV2 für leichte bis mittelschwere Corona-Verläufe

Wie der Pharmaindex „Gelbe Liste“ informiert, erhielten die Antikörper-Medikamente Bamlanivimab und Casirivimab/Imdevimab in den USA eine Notfallzulassung für die Behandlung von leichtem bis mittelschwerem Covid-19 bei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten (zwölf Jahre und älter mit einem Gewicht von mindestens 40 Kilogramm). Die für die Therapie infrage kommenden Patienten müssten außerdem positiv auf Corona getestet worden sein und ein hohes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben. Dazu zählen Menschen mit sehr starkem Übergewicht, Diabetes und Menschen älter als 65 Jahre. (jg) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Mehr Quellen: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/11/23/usa-zulassung-fuer-erste-sars-cov-2-antikoerpertherapie; https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/10/12/regenerons-antikoerpercocktail-regn-cov2-erreicht-virologischen-schluesselendpunkt

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Eine mit Coronaviren befallene Zelle
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