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Betrugsverdacht bei Coronahilfen – Abschlagszahlungen vorübergehend gestoppt

Das Corona-Hilfsprogramm ruft offenbar auch Betrüger auf den Plan, so zumindest der Verdacht. Das Bundeswirtschaftsministerium zieht Konsequenzen.

Wegen Betrugsverdachts bei den Corona-Staatshilfen für Unternehmen sind die Abschlagszahlungen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Dienstag berichtete, vorübergehend gestoppt worden. Das sei vor allem als Vorsichtsmaßnahme zu verstehen, „in Kürze“ sollten sie wieder aufgenommen werden, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Dienstag der dpa. Zur Höhe des Schadens war zunächst nichts bekannt, wie dpa am Dienstag ebenfalls berichtete. Zuvor hatte der „Business Insider“ über den Verdacht berichtet und davon gesprochen, dass der Schaden in die Millionen gehen könnte.

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Betrugsverdacht bei Coronahilfen – Abschlagszahlungen vorübergehend gestoppt

Wirtschafts- und Finanzministerium teilten laut dpa auf einer Internetseite zu den Coronahilfen mit, es bestehe „in einigen Fällen der Verdacht, dass unrechtmäßig staatliche Hilfsgelder erschlichen wurden“. Es handele sich um „einige wenige Verdachtsfälle“, betonte die Sprecherin dem dpa-Bericht zufolge. Die Staatsanwaltschaft sei eingeschaltet und habe bereits Ermittlungen aufgenommen. Die Bearbeitung und Auszahlung der Überbrückungshilfe II sowie der November- und Dezemberhilfen im regulären Verfahren durch Bewilligungsstellen der Länder erfolge weiter.

Nach Informationen des „Business Insider“ sollen sich Unbekannte mit falschen Identitäten beim Wirtschaftsministerium als prüfende Dritte registriert und dann für echte Unternehmen Hilfen beantragt haben. Das Geld sei jedoch nicht dorthin geflossen, sondern auf Konten der Betrüger.

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Unverständnis beim Mittelstandsverband

Der Mittelstandsverband BVMW reagierte mit Unverständnis: Dort hieß es, wie dpa am Dienstag berichtete, es könne nicht sein, dass die Unternehmen noch länger hingehalten werden. „Man habe von Anfang an bei der Beantragung durch Dritte nur einen ausgewählten Kreis zugelassen, um genau diesen Missbrauch zu verhindern, hieß es immer wieder seitens der zuständigen Behörden“, sagte der Chefvolkswirt des Verbandes, Hans-Jürgen Völz, laut dpa.

Seit Beginn der Coronakrise wurden nach Angaben des Ministeriums bereits mehr als 86 Milliarden Euro Staatshilfen für die Wirtschaft bewilligt, berichtet dpa. Allein für die sogenannte Überbrückungshilfe III*, die seit dem 10. Februar beantragt werden kann, seien demnach Abschlagszahlungen in einer Höhe von mehr als 650,7 Millionen Euro ausgezahlt worden. (ahu) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Quellen: dpa; Businessinsider.de; Internetseite des Wirtschafts- und Finanzministerium zu den Coronahilfen

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Das Geld vor dem Euro: Kennen Sie diese EU-Währungen noch?

Pesetas, italienische Lire oder Franc: Jedes europäische Land hatte vor dem Euro eine eigene Währung.
Die Deutsche Mark, auch DM oder D-Mark genannt, war als Bargeld von 1948 bis Ende 2001 die offizielle Währung der Bundesrepublik Deutschlands. Eine Deutsche Mark war wiederum unterteilt in einhundert Pfennig. Neben Münzen gab es sie auch in fünf- bis tausend-DM-Scheinen. Noch heute sollen Milliarden D-Mark im Umlauf sein. Ein Euro soll heutzutage zwei DM wert sein.
Die italienische Lira war von 1861 bis zur Einführung des Euro das offizielle Zahlungsmittel Italiens. Sie war zudem auch in den beiden Zwergenstaaten San Marino und Vatikanstadt offizielle Währung. Doch vor 2001 spielten wegen einer anhaltenden Inflation nur noch die Werte 50, 100, 200, 500 und 1.000 Lire eine Rolle im Zahlungsverkehr. Ein Euro beträgt nach heutigem Umrechnungskurs etwa 2.000 Lire.
Die griechische Drachme galt von 1831 bis 2001. Sie war das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland. Der Name ist bereits seit der Antike geläufig und bezeichnete schon damals eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber. Ihre Untereinheit war das Lepto, 100 davon ergaben eine Drachme. Umgerechnet wäre heutzutage ein Euro circa 340 griechische Drachmen wert.
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Rubriklistenbild: © Robert Michaen/dpa (Symbolbild)

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