Raumfahrt

Indische Raumsonde „Chandrayaan-2“ ist in Mond-Umlaufbahn eingetreten

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Das Ziel der Träume: Der Mond. Indien will als vierte Nation eine weiche (unbemannte) Landung auf dem Mond durchführen. Chandrayaan-2 ist derzeit auf dem Weg dorthin.

Indien will als vierte Nation auf dem Mond landen. Die Mission Chandrayaan-2 ist vor knapp einem Monat gestartet, nun ist die Raumsonde in die Mond-Umlaufbahn eingetreten.

Update, 20.08.2019: Die indische Raumsonde Chandrayaan-2 ist in die Mond-Umlaufbahn eingetreten. Seit knapp einem Monat ist die Raumsonde schon unterwegs, nun wurde das Manöver durchgeführt, mit dem die Raumsonde in die Mond-Umlaufbahn eingeschwenkt ist. Um 9.02 Uhr Ortszeit (6.32 Uhr deutscher Zeit) hat das 29-minütige Manöver begonnen, teilte die indische Raumfahrtbehörde Isro mit.

In den kommenden Tagen und Wochen werden einige weitere Manöver durchgeführt, die Chandrayaan-2 so ausrichten sollen, dass die Raumsonde letztendlich die Pole auf einer Höhe von 100 Kilometern überfliegt. Dann soll sich der Lander „Vikram“ von der Raumsonde lösen und selbst den Mond umkreisen, bis er am 7. September auf dem Erdtrabanten landen soll.

Update, 14.8.2019: 7.45 Uhr: Nachdem die indische Raumsonde Chandrayaan-2 bisher die Erde umkreist hat, ist sie nun tatsächlich Richtung Mond unterwegs. Dazu wurde das Triebwerk der Raumsonde nach Angaben der indischen Raumfahrtorganisation ISRO für 1203 Sekunden gefeuert und Chandrayaan-2 auf eine Transferflugbahn zum Mond gebracht. Zuvor wurde die Umlaufbahn der Raumsonde fünf Mal angehoben. Am 20. August soll Chandrayaan-2 sich dem Mond nähern und in eine Umlaufbahn um den Erdtrabanten einschwenken. Der Zeitplan:

  • 20. August 2019: Chandrayaan-2 soll in eine Umlaufbahn um den Mond einschwenken. Vier Orbit-Manöver sollen dafür sorgen, dass die Raumsonde die richtige Umlaufbahn erreicht.
  • 2. September 2019: Der Lander „Vikram“ soll sich von der Raumsonde abtrennen und den Mond alleine umkreisen. Zwei Orbit-Manöver sollen „Vikram“ in die richtige Position für die Landung bringen.
  • 7. September 2019: Der Lander „Vikram“ soll weich auf dem Mond landen - und Indien zur vierten Nation machen, der das gelingt.

Update, 22.7.2019, 11.20 Uhr:Indien ist auf dem Weg zum Mond. Die indische Mission Chandrayaan-2 ist am 11. Juli pünktlich vom Satish Dhawan Space Centre auf der indischen Insel Sriharikota abgehoben. Im September soll die Mission einen Lander mit Rover auf dem Mond absetzen. Indien wäre dann die vierte Nation, der eine weiche Landung auf dem Mond gelingt.

Update, 18. 7.2019, 13.40 Uhr: Nach dem Abbruch der ersten indischen Mondlandemission Anfang der Woche will Indien am Montag, dem 22. Juli, einen erneuten Versuch starten. Der Raketenstart der Mission Chandrayaan-2 sei für 14.43 Uhr Ortszeit (11.13 MESZ) angesetzt, teilte die indische Weltraumbehörde Isro auf Twitter mit.

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Der ursprüngliche Start war am Montag abgebrochen worden. Medien berichteten unter Berufung auf Isro-Vertreter, es habe ein Leck in einem Heliumtank gegeben. Laut der Weltraumbehörde wurde die Ursache des technischen Problems inzwischen ausgemacht und behoben. Nun funktioniere das System wieder normal.

Update, 15.7.2019, 6.15 Uhr: Der Start der indischen Mondmission Chandrayaan-2 wird verschoben. 56 Minuten standen noch auf dem Countdown-Zähler, als der Start am frühen Montagmorgen (Ortszeit) abgebrochen wurde. Die indische Raumfahrtorganisation Isro nannte ein „technisches Problem“ als Grund für den Abbruch, man wolle auf Nummer sicher gehen. Ein neuer Starttermin soll demnächst bekanntgegeben werden.

Indiens Mondmission Chandrayaan-2

Indien will auf den Mond

Erstmeldung, 4. Juli 2019: Als die israelische Raumsonde „Beresheet“ im April zur Landung auf dem Mond ansetzte, hätte sie Geschichte schreiben können: Israel wäre mit der Landung das erst vierte Land geworden, dem eine weiche Landung auf dem Mond gelang. Doch die Landung ging schief*, die Sonde war verloren. Nun unternimmt das nächste Land einen Anlauf, hinter Russland, den USA und China die Nummer vier auf der prestigeträchtigen Liste zu werden: Indien.

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Nach mehreren Verschiebungen - ursprünglich sollte die Mission bereits 2011 starten - steht jetzt der Starttermin fest: Am Sonntag, den 14. Juli um 23:51 Uhr deutscher Zeit soll die Mondmission Chandrayaan-2 („Chandra“ = Mond, „Yaan“ = Vehikel) vom Satish Dhawan Space Centre auf der indischen Insel Sriharikota zum Mond aufbrechen. Zum Einsatz kommt dabei eine indische Trägerrakete vom Typ „GSLV Mk III“. Die soll die Raumsonde, die eigentlich aus drei Teilen besteht, auf den Weg zum Mond befördern. Dort soll der Lander der Raumsonde voraussichtlich am 6. September auf dem Boden des Mondes aufsetzen.

Chandrayaan-2 besteht aus Mond-Orbiter, Lander und Rover

Die Mission Chandrayaan-2 besteht aus insgesamt drei Teilen: Ein Orbiter soll ein Jahr lang den Mond umkreisen. Dabei wird er mit insgesamt acht wissenschaftlichen Frachten die Oberfläche des Mondes kartieren und die Exosphäre des Mondes untersuchen. Der Lander „Vikram“ hat drei wissenschaftliche Instrumente an Bord, mit denen er „das Verständnis der Mondoberfläche erweitern“ soll. Unter anderem soll er Mondbeben und die Temperatur des Mondbodens messen. Auch ein Instrument der Nasa befindet sich an Bord des Landers.

Eine indische GSLV-Trägerrakete steht vor dem Satish Dhawan Space. (Archivbild)

Der ebenfalls zur Chandrayaan-2 gehörende Rover „Pragyaan“ soll bis zu 500 Meter auf dem Mond zurücklegen können. Sowohl der Rover als auch der Lander sollen einen Mondtag (etwa 14 Tage) überstehen können.

Rover soll den Südpol des Mondes erkunden

Der 27 Kilogramm schwere Rover, der sich mit Hilfe von sechs Rädern fortbewegen wird, soll den Südpol des Mondes erkunden. Diese Gegend interessiert Forscher besonders, weil dort in tiefen, schattigen Kratern Wassereis lagert. Außerdem gibt es an den Rändern der Krater beinahe dauerhaft Sonnenlicht. Wasser und Sonnenlicht - das sind zwei Elemente, die für eine bemannte Mission zum Mond oder gar eine dauerhafte Ansiedlung auf dem Erdtrabanten von zentraler Bedeutung sind.

Indien will als vierte Nation auf dem Mond landen

Die Mission, die sich die Inder vorgenommen haben, ist nicht einfach. Weiche Landungen auf dem Mond sind bisher erst drei Nationen gelungen, von 38 Versuchen, weich auf dem Mond zu landen, sind bisher nur etwas mehr als die Hälfte nicht gescheitert. Die indische Raumfahrtorganisation ISRO sieht vor allem die Landung als „technische Herausforderung“: Der abbremsbare Antrieb, der die Landung mit einer niedrigen Geschwindigkeit möglich machen soll, ist ein solcher Punkt. Auch das Management der gesamten Mission - vom Treibstoff-Management in verschiedenen Stufen, bis hin zur Flugbahn und der Umlaufbahn um den Mond wird von der ISRO als „Herausforderung“ aufgelistet.

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Außerdem sind die Entwicklung von Lander und Rover kritische Punkte - beide Bereiche sind für Indien Neuland. Die letzte Mission der indischen Raumfahrtorganisation zum Mond war Chandrayaan-1, ein Orbiter, der den Mond bis August 2009 knapp ein Jahr lang umkreiste. Ebenfalls erfolgreich war die ISRO-Mission „Mangalyaan“ zum Planeten Mars im Jahr 2013. Die Raumsonde umkreist den Planeten immernoch, hat mittlerweile jedoch technische Schwierigkeiten. Indien war damals nach der Sowjetunion, den USA und der EU die vierte Nation, der es gelang, eine Sonde erfolgreich zum Mars zu schicken.

Wie der Mond wurde, was er ist

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