Angst vor Strafen

DSGVO: Mittelstandsverband warnt vor "Entdigitalisierung"

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"Mir macht große Sorgen, dass viele Mittelständler ihre digitalen Aktivitäten einschränken oder sogar einstellen", sagte Mario Ohoven, Präsident des BVMW. Foto: Rainer Jensen/Archiv

Berlin (dpa) - Knapp eine Woche nach Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung hat der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) vor einer "Entdigitalisierung unserer Wirtschaft" gewarnt.

"Die Mittelständler brauchen deutlich mehr Zeit, um ihre Unternehmen komplett DSGVO-konform zu machen", sagte Verbandspräsident Mario Ohoven der Deutschen Presse-Agentur. Bei Verstößen gegen die Verordnung sollte die Politik die Sanktionen ein halbes Jahr aussetzen, "um den Firmen die berechtigten Ängste zu nehmen".

Seit 25. Mai soll das neue Regelwerk EU-weit für einen besseren Datenschutz sorgen. So wird die Verarbeitung personenbezogener Daten durch Unternehmen, Vereine oder Behörden jetzt deutlich strenger geregelt. Bei Verstößen drohen saftige Strafen - für Unternehmen Zahlungen bis zu 20 Millionen Euro oder 4 Prozent des Jahresumsatzes.

"Mir macht große Sorgen, dass viele Mittelständler ihre digitalen Aktivitäten einschränken oder sogar einstellen", sagte Ohoven. "Hier droht eine Entdigitalisierung unserer Wirtschaft." Aus Angst vor unbeabsichtigten Verstößen und Abmahnungen würden beispielsweise Newsletter eingestellt oder Homepages deaktiviert - und damit auf Umsatz im E-Commerce verzichtet.

Laut Ohoven ist die Angst durchaus berechtigt: "Wir wissen von einschlägigen Anwälten und Vereinen, die sich auf ihre Weise auf die DSGVO "vorbereitet" haben und jetzt anfangen, im Netz gezielt nach potenziellen Opfern für Abmahnungen zu suchen."

Dem BVMW zufolge bringt die DSGVO bis zu 60 Prozent Mehrbelastung im Bereich Datensicherheit, vor allem durch Bürokratie. Das Regelwerk ziele auf international agierende Konzerne ab, treffe aber vor allem die mittelständischen Unternehmen, so die Kritik.

BVMW

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