Entwicklung auf Kurs

Corona-Warn-App soll zur Reisefreiheit verhelfen

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung soll voraussichtlich Mitte Juni in einer ersten Version zur Verfügung stehen. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild
+
Die Corona-Warn-App der Bundesregierung soll voraussichtlich Mitte Juni in einer ersten Version zur Verfügung stehen. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild

Die Entwickler der mit Spannung erwarteten deutschen Corona-Warn-App befinden sich offenbar auf Kurs. Wenn die App wie versprochen Mitte Juni erscheint, käme sie gerade rechtzeitig, um Reisen sicherer zu machen.

Berlin (dpa) - Die geplante Corona-Warn-App in Deutschland soll rechtzeitig zur geplanten Rückkehr zur Reisefreiheit in Europa Mitte Juni fertig sein.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag in Berlin, der Termin entspreche "in etwa dem derzeitigen Plan". Zugleich stellte er klar, dass eine von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ins Gespräch gebrachte Quarantäne-Anwendung keine Unterfunktion der Warn-App sei. "Das sind zwei getrennte Dinge."

Das Gesundheitsministerium betonte, bei dem "Symptom-Tagebuch" handele es sich nicht um eine App, sondern um eine Internet-Plattform. "Diese Plattform hilft, die Betroffenen und die Gesundheitsämter zu entlasten, wenn Kontaktpersonen von Infizierten in Quarantäne geschickt werden." Momentan fragten die Gesundheitsämter in solchen Fällen zwei Mal am Tag telefonisch den Gesundheitszustand ab. "Alternativ dazu sollen die Betroffenen künftig die Möglichkeit bekommen, in dem Symptom-Tagebuch auf der Internet-Plattform ihren Gesundheitsstatus einzutragen." Die Nutzung sei freiwillig. Bevor das Projekt online gehe, werde es mit Blick auf den Datenschutz und die Datensicherheit ausführlich geprüft. Eine erweiterte Testphase zur Verwendung des digitalen Symptom-Tagebuchs für die automatisierte Befragung von Patienten in Quarantäne sei jetzt gestartet worden.

Die Corona-Warn-App, die von der SAP und der Deutschen Telekom entwickelt wird, soll einen Hinweis an Nutzer schicken, wenn sie sich länger in der Nähe von jemand aufgehalten haben, der positiv auf den Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 getestet wurde. Die dafür notwendigen Daten zu via Bluetooth registrierten Kontakten sollen nicht zentral gespeichert werden, sondern nur beim Nutzer selbst. Bisher bemühen sich die Gesundheitsämter, Infektionsketten nachzuverfolgen, damit sich das Virus nicht weiterverbreitet.

Seibert bestätigte einen Bericht des "Spiegel", wonach die Regierung eine Agentur mit der Entwicklung einer Werbekampagne beauftragt hat. Dies entspreche dem Informationsauftrag. Der Bericht habe allerdings teilweise auf "sehr frühe Skizzen zu dieser Kampagne, die zum Teil schon überholt sind, zurückgegriffen". Über die Kosten könne er derzeit noch keine Angaben machen.

Nach Angaben aus Regierungskreisen verzeichnen die App-Entwickler sehr gute Rückmeldungen aus der Online-Gemeinschaft. Am Mittwoch war ein erstes Konzept auf der Plattform Github öffentlich gemacht worden - der weltweit größten Plattform für die Entwicklung von Open-Source-Software.

Man wolle die Community im Entwicklungsprozess mitnehmen, wurde in den Regierungskreisen betont. Je mehr Leute einbezogen würden und je mehr Beteiligung es im Entstehungsprozess der App gebe, desto mehr helfe das der Technik, der Qualität und am Ende der Akzeptanz in der Bevölkerung und der Sicherheit der App. Derzeit gebe es auf Github mehr als 180 Beobachter und rund 50 Untergruppen, die sich mit dem Konzept beschäftigten.

Im Lauf des kommenden Wochenendes und am Montag sollen demnach weitere Entwicklungsstufen öffentlich gemacht werden. So solle zunächst die technische App-Architektur auf Github zugänglich gemacht werden. Am Montagabend sollten erste Teile der Programmcodes für die Server-Infrastruktur folgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare