Wertschätzung

Giovanni di Lorenzo wirbt für mehr Achtsamkeit

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Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur "Die Zeit", wundert sich über die geringe Wertschätzung vieler Menschen in Deutschland des Erreichten. Foto: Karlheinz Schindler

Der Journalist und Talkshow-Gastgeber findet, dass Deutsche viel romantischer seien als Italiener. Er lebe sehr gern in Deutschland, wundere sich aber über die geringe Wertschätzung vieler Menschen des Erreichten.

Bad Vilbel (dpa) - Der Journalist und Moderator Giovanni di Lorenzo hält Deutsche für deutlich romantischer als Italiener. "Italiener sind sehr pragmatisch. Sie setzen etwas ein, um etwas zu erreichen", sagte der Deutsch-Italiener am Sonntag dem Radiosender Hit-Radio FFH in Bad Vilbel.

Er lebe sehr gern in Deutschland, wundere sich aber über die geringe Wertschätzung vieler Menschen des Erreichten. "Ein Land, das vieles hat, um das uns andere beneiden. Das sind zerbrechliche Errungenschaften, dafür braucht es Achtsamkeit", so der 58 Jahre alte Chefredakteur der "Zeit".

Im Alter von elf Jahren war Giovanni di Lorenzo nach Deutschland gekommen. Eigentlich habe er Manager oder Psychoanalytiker werden wollen. Als er kurz vor dem Abitur ein Praktikum bei einer Boulevardzeitung machte, entdeckte er dann aber seine Liebe zum Journalismus.

Fast wäre er allerdings Referent von Silvio Berlusconi geworden, sagte di Lorenzo, der einst seine Magisterarbeit über das italienische Privatfernsehen schrieb. "Er hat mir in der Tat ein verlockendes Angebot gemacht." Berlusconi sei einerseits charismatisch und gewinnend gewesen. Aber er habe auch ein starres Freund-Feind-Denken gezeigt. "Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich​."

Hit Radio FFH

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