Er war auch 2016 noch im Dschungelcamp

Schauspieler Rolf Zacher ist tot

Der deutsche Schauspieler und Musiker Rolf-Dieter Zacher ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Das bestätigte seine Lebensgefährtin. 

Hamburg - Zacher ist am Samstagmorgen im Alter von 76 Jahren in einem Hamburger Pflegeheim, wo er seit etwa einem Jahr lebte, eingeschlafen. Das Alter des Schauspielers wurde zunächst mit 77 Jahren angegeben.

Seine Lebensgefährtin Carola Blendermann bestätigte der dpa, dass Zacher „friedlich gestorben“ ist. Die Verabschiedung werde im privaten Kreise stattfinden. Zuerst hatte das „Westfalen-Blatt“ über den Todesfall berichtet. Zacher erhielt den Bundesfilmpreis für eine Gaunerrolle in Reinhard Hauffs „Endstation Freiheit“ (1980). Im Januar 2016 zog er ins RTL-Dschungelcamp ein, das er dann aber aus gesundheitlichen Gründen verlassen musste. 

Zacher hat in mehr als 200 deutschen Fernsehfilmen und Serien gespielt. Meist stellt er mit Berliner Schnauze und Witz Figuren dar, die eher am Rande der Gesellschaft stehen. Mit der Rolle des Kleinganoven „Henry” in „Endstation Freiheit” (1980) wurde der gebürtige Berliner einem größeren Publikum bekannt und erhielt für diesen Film zwei Jahre später den Bundesfilmpreis in Gold.

2009 wirkte Zacher in der ARD-Telenovela Rote Rosen mit.

Laut Medien soll Rolf Zacher mit 76 Jahren verstorben sein.

Als Synchronsprecher lieh Zacher unter anderem Nicolas Cage, Gabriel Byrne und Robert De Niro seine Stimme.

Zacher war ein vielseitiger Charakter

In Interviews konnte er wahlweise charmant wie unausstehlich sein. Es machte ihm Spaß, Anekdoten und Sinnsprüche rauszuhauen. Eine Auswahl: „Ich bin ein Seelenfänger“, „Die Liebe beginnt erst, wenn der Egoismus besiegt ist“ oder „Ich will beim Dreh immer so gut sein wie ein Seiltänzer, der nur eine Chance hat.“

Seine Liste mit Filmen ist seitenlang. Im Alter, als die guten Fernsehrollen knapp geworden waren, sagte Zacher, er müsse nicht unbedingt arbeiten. Er habe sehr viel Geld in seinem Leben verdient und es mit seinem Opa gehalten: „Das Geld muss raus!“ Pleite sei er aber nie gewesen.

In einem „Tatort“ von 1978 („Der gelbe Unterrock“) spielte Zacher einen Gauner im Drogenmilieu. Eine typische Rolle. Zacher sei „der beste Kleinganove des deutschen Kinos“, schrieb ein Kritiker. Dazu Drogen und Knast im wahren Leben. Das passte zum Rebellenimage. „Überall wo man ist - man ist immer selbst schuld“, sagte Zacher.

Als Flüchtlingskind im Zweiten Weltkrieg in Berlin geboren, wuchs Zacher in Brandenburg auf. Getreu dem Motto „Lachen ist der Weg zum Leben“ hat sich der gelernte Bäcker von den Zeiten, in denen er sich als Barmixer, Sänger, Musiker oder Tänzer durchschlug, in die Welt der Film- und Fernsehstars hoch gearbeitet.

Zacher war vielseitig. Er lebte mal im Wohnmobil, drehte Kinderfilme und war Veganer. Musik war ihm wichtig. Fans wissen: Auch bei der Rockband Amon Düül II und im Punkmusical „Gabba Gabba Hey“ mischte er mit.

Er bereue nichts, sagte Zacher einmal, nur, dass er die Kindheit seiner 1972 geborenen Tochter aus einer Ehe mit Gisela Getty nicht mit erlebt habe. Kurz vor seinem 75. Geburtstag meinte er: „Ich habe wunderbar gelebt.“

mke/dpa

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