Verbotener Kraftstoff

Wer braucht noch bleihaltigen Sprit?

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Verbleiter Kraftstoff ist an den europäischen Tankstellen nicht mehr zu finden. Doch für ältere Motoren kann der Bleizusatz wichtig sein. Foto: picture alliance / Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Benzin bleifrei - kennt jeder und ist an jeder Tankstelle zu haben. Verbleiten Kraftstoff indes kennt längst nicht jeder. Manche Motoren brauchen ihn dennoch wegen seiner dämpfenden Eigenschaften.

Stuttgart (dpa/tmn) - Tankstellen mit verbleitem Kraftstoff im Angebot sucht man in der EU schon seit Jahren vergeblich. Nachdem in Deutschland verbleites Benzin 1988 und bleihaltiges Super-Benzin 1996 verboten wurde, folgte im Jahr 2000 das endgültige Verbot in der Europäischen Union.

Manches Fahrzeug hat dennoch Durst nach Kraftstoff mit Blei. Für ältere Motoren, die heute meist in Oldtimern zu finden sind, könne der Bleizusatz wichtig sein, erklärt Marcus Constantin. Das liege an den verbauten Materialien bei Ventilen und Ventilsitzen, die mitunter verhältnismäßig weich seien, führt der Experte der Prüforganisation Dekra aus.

Die Schwermetallverbindungen im bleihaltigen Kraftstoff lagern sich demnach an den Ventilen und Ventilsitzen ab und wirken dort somit als Dämpfer beim Schließen der Ventile, damit diese nicht etwa in den Ventilsitz einschlagen. Würde dies passieren, verringert sich das Ventilspiel - das könnte zu einem kapitalen Motorschaden führen.

Da es diesen Sprit an den Tankstellen nicht mehr gibt, wurden für Motoren, die für einen Betrieb mit bleifreiem Kraftstoff ungeeignet sind, Bleiersatz-Additive entwickelt. Die Gemische können beim Tanken zugegeben werden. Sie sind im Fachhandel und teilweise an Tankstellen erhältlich. Manche Motoreninstandsetzer bieten Umrüstungen an, bei denen sie bleifreitaugliche Ventile und Ventilsitze verbauen.

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