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Spritpreise steigen weiter: „Tankrabatt ist nun vertan“

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Von: Simon Mones

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Eigentlich sollten die Spritpreise durch den Tankrabatt sinken, doch das Gegenteil ist der Fall. Der Verband en2x verweist auf den hohen Ölpreis.

Berlin – Es klang alles so schön: Durch die Senkung der Energiesteuer auf das europäische Mindestmaß sollten die Spritpreise in Deutschland endlich wieder sinken, nachdem sie in Folge des Ukraine-Kriegs auf neue Rekordwerte geschnellt waren. Bei Benzin um 35,2 Cent, Diesel sollte 16,7 Cent günstiger werden. In der Realität zeigt sich jedoch, dass sich die Befürchtung, der Tankrabatt könne verpuffen, wahr geworden ist. Statt zu sinken, steigen die Preise immer weiter.

Am 1. Juni waren die Spritpreise zwar gesunken, seitdem zeigte der Trend allerdings wieder in die entgegengesetzte Richtung. Im bundesweiten Schnitt lag Diesel am Dienstag (7. Juni) mit einem Preis von 1,992 beispielsweise nur noch 5,2 Center unter dem Preis vom 31. Mai. Bei Super E10 betrug die Differenz immerhin noch 20,3 Cent, der Liter kostete im Schnitt 1,948 Euro.

Der Tankrabatt zeigt bislang nicht den gewünschten Effekt.  Die Spritpreise an den Tanksteellen steigen sogar wieder,
Der Tankrabatt zeigt bislang nicht den gewünschten Effekt. (Symbolbild) © Sven Hoppe/dpa

Spritpreise steigen weiter: „Tankrabatt ist nun vertan“

Am Mittwoch (8. Juni) sah die Lage kaum besser aus, der Liter schlug laut „clever-tanken.de“ mit durchschnittlich 1,947 Euro zu buche. Autofahrer, die Diesel tanken wollten, mussten im Schnitt 2,008 Euro zahlen. Damit sind die Spritpreise deutlich teurer als sie sein sollten.

Zum Teil liegt das aber auch daran, dass der Ölpreis ebenfalls wieder angestiegen ist. Allerdings sei der Tankrabatt von den Mineralölkonzernen und Raffinerien wie erwartet nicht vollständig weitergegeben worden, betonte Tomaso Duso, Wettbewerbsexperte und Leiter der Abteilung Unternehmen und Märkte im Wirtschaftsforschungsinstitut DIW Berlin.

„Der Grund dafür ist, dass die Raffinerien Marktmacht haben. Das ist nicht unbedingt ein böswilliges Verhalten, sondern das Ergebnis hoher Marktkonzentration bei Raffinerien und Mineralölkonzernen“, erklärte Duso der dpa. Entsprechende Warnungen von Wirtschaftswissenschaftlern habe die Politik nicht hören wollen. „Der Tankrabatt ist nun vertan.“

Spritpreise steigen weiter: Aral will Steuersenkung „vollumfänglich weitergegeben“ haben

Das sieht auch Niedersachsen Energieminister Olaf Lies so. Seiner Meinung nach sollte der Tankrabatt vorzeitig abgeschafft werden, wenn er nicht bei den Kunden ankommt. Aktuell würden stattdessen die Gewinne der Ölkonzerne aus Steuergeldern gefördert. Die sehen das naturgemäß anders: So betonte Aral auf Anfrage des WDR, die Steuersenkung „vollumfänglich weitergegeben“ zu haben. Auch der Branchenverband Fuels und Energie (en2x) betonte, dass kein Cent der Steuergelder in den Kassen der Ölkonzerne lande. Stattdessen sollten die vom Bund bereitgestellten 3,2 Milliarden Euro den staatlichen Verlust durch die reduzierten Steuereinnahmen kompensieren.

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Die hohen Preise für Diesel und Benzin seien „gleichzeitig die Einkaufspreise der Tankstellen“ auf dem Weltmarkt seit Beginn des Ukraine-Kriegs, betonte en2x-Sprecher Alexander von Gersdorff. Durch die Sanktionen im Mai seien diese nochmals gestiegen. „Der Preisanstieg reduziert den Vorteil durch einen Tankrabatt fast wieder auf null“, sagte von Gersdorff. Seiner Einschätzung nach würde der Liter Super E10 ohne die Steuersenkung bei 2,30 Euro liegen. Für Diesel würden somit etwa 2,13 Euro fällig.

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